+++ Geschäftszahlen +++: Pepsi erwartet weniger Gewinn
Steigende Kosten, KI-Boom und Konsumflaute prägen die aktuellen Geschäftsberichte internationaler Unternehmen.
Quick Look
- Zahlreiche internationale Konzerne haben ihre Quartals- und Jahresbilanzen vorgelegt.
- Während Chip- und KI-Ausrüster wie Samsung, TSMC und Foxconn dank starker Nachfrage Rekordergebnisse und Umsatzsprünge verzeichnen, kämpfen Konsumgüterhersteller und Einzelhändler wie Pepsi, Lindt, Hellofresh und Shein mit steigenden Kosten, Zollhürden und schwächelnder Nachfrage.
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Why It Matters
Zahlreiche internationale Unternehmen veröffentlichen ihre Quartals- und Jahresbilanzen für 2026.
Ein schwächelndes Nordamerika-Geschäft und steigende Kosten trüben die Bilanz von PepsiCo. Der Getränke- und Knabberartikel-Hersteller senkte daher am Donnerstag sein Gewinnziel für das Gesamtjahr. Er rechne nur noch mit einem Anstieg des währungsbereinigten Nettoergebnisses um ein bis zwei Prozent. Bislang hatte er ein Plus am unteren Ende einer Spanne von vier bis sechs Prozent in Aussicht gestellt. Der organische Umsatz werde voraussichtlich um etwa drei statt um zwei bis vier Prozent wachsen. Konzernchef Ramon Laguarta kündigte zusätzliche Sparmaßnahmen an, um die höheren Kosten abzufedern.
Im dritten Quartal lief es für Pepsi jedoch besser als erwartet. Dies verdanke sein Unternehmen der Widerstandsfähigkeit des internationalen Geschäfts, betonte Laguarta. Die Erlöse stiegen den Angaben zufolge um 5,6 Prozent auf 25,27 Milliarden Dollar. Weil sich die operative Gewinnmarge um 0,35 Prozentpunkte auf 16,9 Prozent verschlechterte, legte der Reingewinn nur um unterdurchschnittliche zwei Prozent zu und lag bei 2,34 Dollar je Aktie. Analysten hatten jedoch ein stagnierendes Ergebnis befürchtet.
Ein robustes Wachstum stimmt Tesco optimistischer. Der größte britische Lebensmitteleinzelhändler hob am Donnerstag sein Gewinnziel an. Für das Gesamtjahr 2026/2027 erwartet das Unternehmen ein operatives Ergebnis von umgerechnet 3,7 bis 3,9 Milliarden Euro, nachdem es in der ersten Hälfte 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet hatte. Tesco stockt zudem sein Aktienrückkaufprogramm um 236 Millionen auf 1,12 Milliarden Euro auf. Die Aktien der Supermarktkette stiegen daraufhin in London um bis zu 3,8 Prozent und steuerten auf den größten Tagesgewinn seit etwa sechs Monaten zu.
„Das Verbrauchervertrauen ist zwar relativ stabil, die anhaltenden geopolitischen Spannungen sorgen jedoch weiterhin für Unsicherheit“, betonte Tesco. Der Nahost-Krieg und die gestiegenen Energiepreise hätten das Wachstum gebremst. Der flächenbereinigte Umsatz legte den Angaben zufolge im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent auf umgerechnet 39,85 Milliarden Euro zu, nachdem das Geschäft im ersten Quartal noch um 1,8 Prozent zugenommen hatte.
Der japanische Bekleidungskonzern Fast Retailing hat im abgelaufenen Geschäftsjahr das fünfte Rekordergebnis in Folge erzielt. Die Muttergesellschaft der Modemarke Uniqlo steigerte ihren Betriebsgewinn in den zwölf Monaten bis Ende August um rund 32 Prozent auf 743,13 Milliarden Yen (etwa 4,2 Milliarden Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Damit übertraf der Konzern sowohl seine eigene Prognose von 730 Milliarden Yen als auch die Erwartungen der Analysten, die LSEG-Daten zufolge im Schnitt mit 726 Milliarden Yen gerechnet hatten. Der Konzern begründete die Entwicklung vor allem mit dem Geschäft in Nordamerika und Europa.
Samsung hat für das dritte Quartal einen operativen Gewinn von 107,4 Billionen Won, was einem Anstieg um fast das Neunfache entspricht, und einen Umsatz von 195 Billionen Won prognostiziert, teilte der südkoreanische Elektronikkonzern am Donnerstag mit. Analysten hatten mit Erlösen von 199,6 Billionen Won gerechnet. Der operative Gewinn übertraf zudem die Analystenschätzung von 106,1 Billionen Won, wie aus Daten von LSEG hervorging. Für den am Umsatz gemessen weltgrößten Speicherchip-Hersteller ist dies der vierte Rekord-Quartalsgewinn in Folge. Im Vorjahreszeitraum hatte der Gewinn 12,17 Billionen Won betragen.
Samsung will im laufenden Jahr die Rekordsumme von umgerechnet 73 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten. Die Beschäftigten profitieren ebenfalls vom aktuellen Erfolg. Sie hatten sich im Frühjahr deutlich erhöhte Bonuszahlungen erstritten. Detaillierte Geschäftszahlen will das Unternehmen am 29. Oktober vorlegen.
Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat im dritten Quartal einen Umsatz von 1,49 Billionen Taiwan-Dollar erzielt – umgerechnet rund 41,7 Milliarden Euro. Damit übertraf der weltweit wichtigste Auftragsfertiger für moderne Chips die Analystenerwartungen von durchschnittlich 1,46 Billionen Taiwan-Dollar. Der Umsatzsprung von 51 Prozent gilt als starkes Signal für die anhaltend hohe Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz.
Auch die weiteren Branchendaten unterstreichen die Dynamik: Samsung Electronics meldete nahezu eine Verneunfachung des operativen Gewinns, während TSMC seine Investitionen in Arizona im Juli um umgerechnet rund 89 Milliarden Euro auf insgesamt etwa 236 Milliarden Euro aufstockte. Zudem entfielen im ersten Halbjahr mehr als 75 Prozent des TSMC-Umsatzes auf nordamerikanische Kunden. Im Fokus steht nun, ob der Konzern angesichts der KI-Nachfrage weitere Kapazitäten in Texas aufbaut und für 2027 Preiserhöhungen von 3 bis 6 Prozent bei Wafern durchsetzen kann.
Die TSMC-Aktie hat in diesem Jahr in Taipeh fast zwei Drittel zugelegt. Am Dienstag erreichte sie ein Rekordhoch. An der Börse ist TSMC insgesamt rund 1,9 Billionen Euro schwer. Das taiwanische Unternehmen ist damit der wertvollste Konzern außerhalb der Vereinigten Staaten.
Der wachsende Bedarf an KI-Servern hat Foxconn erneut einen überraschend kräftigen Wachstumsschub beschert. Der Umsatz sei im dritten Quartal um 47 Prozent auf umgerechnet rund 85 Milliarden Euro gestiegen, teilte der weltgrößte Elektronik-Auftragsfertiger am Montag mit. Analysten hatten lediglich mit 79,47 Milliarden Euro gerechnet. Im September hätten die Erlöse mit 32,5 Milliarden Euro ein Rekordhoch erreicht, teilte der taiwanische Konzern, der offiziell Hon Hai Precision Industry heißt, weiter mit.
Detaillierte Quartalsergebnisse sollen am 12. November veröffentlicht werden. Der Motor des aktuellen Wachstums bleibt die Sparte für Cloud- und Netzwerk-Produkte. Ein Nachlassen der Nachfrage in diesem Bereich sei nicht in Sicht, betonte Foxconn. Dank der traditionellen Hochsaison für Verbraucherelektronik in der zweiten Jahreshälfte könne für das Gesamtjahr mit einer Geschäftsentwicklung im Rahmen der Markterwartungen gerechnet werden.
Es sei jedoch „weiterhin notwendig, die Auswirkungen eines volatilen globalen politischen und wirtschaftlichen Umfelds zu beobachten“. Der Konzern gibt traditionell keine konkreten Prognosen ab. Er stellt für 2026 ein „starkes“ Umsatzwachstum in Aussicht.
Der österreichische Energieversorger EVN will seinen operativen Gewinn (Ebitda) bis 2030 auf 1,2 Milliarden Euro steigern und investiert dafür jährlich eine Milliarde Euro in die Energiewende. Das Geld fließe unter anderem in die Netzinfrastruktur, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie in Großbatteriespeicher mit 300 Megawatt Kapazität, kündigte das niederösterreichische Unternehmen am Donnerstag im Rahmen eines Kapitalmarkttages an.
Der Konzern bekräftigte seine Dividendenpläne. Die Ausschüttung soll bis zum Geschäftsjahr 2029/30 auf mindestens 1,10 Euro je Aktie steigen. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) wurde zuletzt eine Dividende mindestens auf dem Vorjahresniveau von 0,90 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Nach Abschluss des Investitionszyklus sei eine weitere schrittweise Erhöhung möglich.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) peilt die EVN, die mehrheitlich dem Bundesland Niederösterreich gehört, einen Konzerngewinn von 470 bis 490 Millionen Euro an. In den ersten neun Monaten steigerte ein starkes Netzgeschäft das Ebitda um 4,9 Prozent auf 748,5 Millionen Euro, während die Stromerzeugung aus Wind- und Wasserkraft witterungsbedingt schwächer ausfiel.
Der für die Pharma- und Kosmetikindustrie produzierende Verpackungshersteller Gerresheimer hat sich im zweiten Quartal von einem schwachen Jahresauftakt erholt, bleibt bei Umsatz und Ergebnis aber unter den starken Vorjahreswerten. Der Umsatz schrumpfte im ersten Halbjahr nach ersten Berechnungen auf 1,10 (Vorjahr: 1,14) Milliarden Euro und das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) sank auf 168 (224) Millionen Euro, wie der Düsseldorfer Konzern am Mittwoch mitteilte. Positiv habe sich die höhere Nachfrage nach Systemen zur Verabreichung von Medikamenten (Drug Delivery Devices) ausgewirkt, während das Geschäft mit Injektionsfläschchen schwächelte. Der Vorstand erwarte ein stärkeres zweites Halbjahr, hieß es zudem.
Im zweiten Quartal zeigte sich bereits eine deutliche Besserung im Vergleich zum Jahresauftakt. „Das zweite Quartal 2026 ist wie erwartet stärker ausgefallen und liegt im Adjusted Ebitda mehr als 50 Prozent über dem Vorquartal“, sagte Finanzvorstand Wolf Lehmann. Die bereinigte Ebitda-Marge habe sich im zweiten Quartal auf 17,6 Prozent verbessert und damit fünf Prozentpunkte über dem ersten Quartal gelegen. Zudem erwarte das Unternehmen den kurzfristigen Abschluss des Verkaufs der US-Tochter Centor. Der Verkaufsprozess für das Geschäft mit Primärverpackungen aus Kunststoff schreite ebenfalls planmäßig voran.
Die Hornbach-Gruppe hat dank einer starken Nachfrage der Heimwerker ein erfolgreiches erstes Halbjahr hingelegt. Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres 2026/27 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (Ebit) legte um knapp fünf Prozent auf 285,6 Millionen Euro zu.
Impulse seien von einer robusten Kundennachfrage insbesondere nach saisonalen Produkten wie Klimageräten und Artikeln zur Beschattung und Bewässerung ausgegangen. Hornbach konnte nach eigenen Angaben in Deutschland und anderen europäischen Ländern Marktanteile hinzugewinnen.
Dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli haben die Konsumflaute und der heiße Sommer zu schaffen gemacht. Der Vorstand senkt seine Umsatzprognose für 2026: Lindt erwartet nunmehr eine Stagnation oder im besten Fall ein Plus von zwei Prozent, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Bislang hatte der Hersteller der „Lindor“-Kugeln ein Plus von vier bis sechs Prozent erwartet. An seinem Ziel für die Gewinnmarge, die um 20 bis 40 Basispunkte verbessert werden soll, hält der Konzern jedoch fest.
Als einen Grund für die mauen Geschäfte nannte Lindt die hohe Preissensibilität der Verbraucher, die insbesondere im Saisongeschäft zu geringeren Bestellungen geführt habe. Die Nachfrage sei vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz schwächer als erwartet ausgefallen. Robustes Wachstum habe es dagegen in Märkten wie Nordamerika und Asien gegeben. Für das kommende Jahr äußerte sich der Vorstand zuversichtlich. Dann werde dank einer angepassten Preisstrategie und sinkender Kakaopreise wieder ein positives Volumenwachstum zu erwarten sein. Die mittel- bis langfristigen Ziele ab dem Jahr 2028 bestätigte der Konzern.
Die Veröffentlichung der ersten Quartalsergebnisse von Shein nach dem Börsengang wird von einem Gewinneinbruch geprägt. Das bereinigte Nettoergebnis sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Drittel auf 228 Millionen Dollar geschrumpft, teilte der chinesische Billigmode-Händler in einem Aktionärsschreiben am Montag mit. Gründe hierfür seien drastisch gestiegene Energie- und Frachtkosten. Die Erlöse hätten um knapp ein Prozent auf 11,08 Milliarden Dollar zugelegt.
Der für preisgünstige Kleidung und rasch wechselnde Kollektionen bekannte Online-Modehändler kämpft mit wachsendem Widerstand verschiedener Behörden: Shein und andere Anbieter wie Temu hatten mit einem Direktversand aus der Fabrik zum Endkunden die Zollbestimmungen der Europäischen Union (EU) und der USA umgangen. Die dortigen Behörden reagierten mit einem Mindestzoll beziehungsweise mit einer Aufhebung der Zollfreiheit für Waren unter einem Schwellenwert. In den vergangenen drei Monaten lagen die Europa-Umsätze daher mit 3,77 Milliarden Dollar 14 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Für den weiteren Jahresverlauf warnte der inzwischen in Singapur ansässige Konzern vor anhaltendem Gegenwind durch Zollbestimmungen und schwankende Frachtkosten. Diese Belastungen würden durch Einsparungen abgefedert. Gleichzeitig erhoffe sich the Konzern vom bevorstehenden Weihnachtsgeschäft einen Wachstumsschub.
Südzucker hat nach einem deutlichen Ergebnisanstieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Der operative Gewinn stieg in den drei Monaten von Juni bis August auf 168 Millionen Euro nach 93 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie der Mannheimer Konzern am Montag mitteilte. Haupttreiber für die Verbesserung waren die Segmente CropEnergies, das von höheren Ethanolpreisen profitierte, sowie Spezialitäten dank höherer Absatzmengen.
Für das am 28. Februar 2027 endende Geschäftsjahr erwartet Südzucker nun einen Konzernumsatz von 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro mehr als bisher. Die Spanne für das Betriebsergebnis grenzte der SDAX-Konzern auf 540 bis 680 Millionen Euro ein von zuvor 480 bis 680 Millionen Euro.
Der Kochboxenversender Hellofresh kommt nicht aus der Krise. Angesichts eines erwarteten kräftigen Umsatzrückgangs und enttäuschender Entwicklung des operativen Gewinns im dritten Quartal senkt das im SDax notierte Unternehmen seine Prognosen für das laufende Jahr. Schon im August hatte sich das Management wegen schlecht laufender Geschäfte pessimistischer gezeigt, nun musste Chef Dominik Richter einräumen, dass selbst das nicht mehr erreichbar ist. Die Aktie fiel am Freitag deutlich.
Das Papier verlor nach Handelsbeginn fast 13 Prozent und markierte mit 2,21 Euro ein Rekordtief. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Aktie bereits fast zwei Drittel an Wert eingebüßt. Das Rekordhoch aus den Zeiten der Covid-Pandemie im Herbst 2021 bei fast 100 Euro ist schon lange außer Reichweite geraten.
Beim Umsatz rechnet Hellofresh für 2026 jetzt mit einem um Währungseffekte bereinigten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zwischen 9 und 11 Prozent. Bisher waren die Berliner davon ausgegangen, dass der Erlös währungsbereinigt um maximal 6 Prozent fällt.
Der Biokraftstoff-Hersteller Verbio blickt weniger zuversichtlich auf das neue Geschäftsjahr als vom Markt erwartet. Das Unternehmen prognostiziert für das im Juli begonnene Geschäftsjahr 2026/27 ein operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 210 und 250 Millionen Euro, wie [das Unternehmen mitteilte].
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Samsung legt am 29. Oktober detaillierte Geschäftszahlen vor.
Very likely · Within weeks
Foxconn veröffentlicht Quartalsergebnisse am 12. November.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wie entwickeln sich die Fracht- und Energiekosten im weiteren Jahresverlauf?
- Greifen die angekündigten Sparmaßnahmen bei Pepsi und Shein?




