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Gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee
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Gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee

Nach zwei missglückten Versuchen der tödlichen Injektion befindet sich die zum Tode verurteilte Christa Pike im Krankenhaus.

Quick Look

  • Die zum Tode verurteilte Christa Pike liegt nach einer fehlgeschlagenen Hinrichtung per Giftspritze in einem Krankenhaus in Tennessee.
  • Trotz zweier Dosen Pentobarbital blieb die 50-Jährige am Leben, was zu einem Hinrichtungsstopp führte.

AI-generated summary

Why It Matters

Christa Pike wurde 1996 wegen des brutalen Mordes an ihrer Mitschülerin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt. Die Verteidigung führt Pikes traumatische Kindheit und gesundheitliche Probleme als Gründe gegen die Vollstreckung an.

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Die Amerikanerin Christa Pike liegt nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen, sie mit der sogenannten Giftspritze hinzurichten, im Krankenhaus. Wie Augenzeugen der geplanten Hinrichtung sagten, waren der verurteilten Mörderin am Mittwochabend (Ortszeit) im Exekutionsraum der Haftanstalt Riverbend im Südstaat Tennessee innerhalb von etwa 60 Minuten zwei Dosen des Barbiturates Pentobarbital gesetzt worden. Als Pike fast 40 Minuten nach der zweiten Giftspritze weiterhin am Leben war, mussten die Zeugen, unter ihnen Angehörige ihres Opfers, den Besucherraum verlassen.

„Pike hat das Bewusstsein verloren, zeigt aber Herzschlag und schnarcht hörbar“, begründeten die Anwälte der Fünfzigjährigen einen Eilantrag auf Aussetzung der Vollstreckung in der Nacht zu Donnerstag. „Dem Bundesstaat ist es heute Nacht nicht gelungen, eine Hinrichtung rechtmäßig auszuführen“, teilten die Juristen Kelley Gleason und Stephen Ferrell mit. „Frau Pikes Befürchtungen haben sich bewahrheitet: Ihre Venen waren schwer zu erreichen, das Pentobarbital von schlechter Qualität und das Prozedere der Exekution nebulös.“ Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, werde Pike im Krankenhaus medizinisch versorgt. Zu dem Gesundheitszustand der Todeskandidatin äußerte sich die Behörden vorerst nicht.

Verurteilt wegen eines brutalen Mordes

Pike, die in der Nacht zu Mittwoch als erste Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren in den Exekutionsraum gebracht wurde, war im Frühjahr 1996 zum Tode verurteilt worden. Gemeinsam mit einem Freund und einer Freundin hatte die damals Achtzehnjährige eine Mitschülerin an der Berufsschule Job Corps in Knoxville, Colleen Slemmer, in einen Wald gelockt und 30 Minuten lang mit einem Teppichmesser gequält.

Ein Mittäter Pikes, der damals 17 Jahre alte Tadaryl Shipp, ritzte dem Opfer vor dessen Tod ein Pentagramm, ein Schutzzeichen gegen Hexen und Dämonen, auf die Brust. Pike tötete Slemmer schließlich mit einem Asphaltbrocken. Ein Stück des Schädels der Achtzehnjährigen nahm sie als Souvenir mit. Nach ihrer Verhaftung zwei Tage nach dem Verbrechen gab Pike zu Protokoll, Slemmer aus Eifersucht getötet zu haben. Sie fürchtete angeblich eine Romanze der Schülerin mit ihrem Freund und Mittäter Shipp. Shipp wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt, Pikes Mittäterin Shadolla Peterson zu einer Bewährungsstrafe.

Als Kleinkind sexuell missbraucht?

Wie nach Todesurteilen in den Vereinigten Staaten üblich, stellten Pikes Anwälte in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt Berufungsanträge. Die meisten Eingaben begründeten sie mit der Kindheit der Todeskandidatin, die während des aufsehenerregenden Mordprozesses unerwähnt geblieben war.

Laut der Organisation Cornell Center on the Death Penalty Worldwide, die sich seit Jahren für eine Umwandlung von Pikes Todesurteil zu „lebenslänglich“ einsetzt, wurde die Fünfzigjährige als Kleinkind durch den Lebensgefährten ihrer Großmutter jahrelang sexuell missbraucht. Als Elfjährige soll Pike zudem von einem Nachbarn vergewaltigt worden sein. Weitere Übergriffe folgten. Auch die wechselnden Partner der Mutter misshandelten das Mädchen angeblich regelmäßig, ohne dass die Familie oder Lehrer einschritten.

Hinrichtungsstopp wenige Sekunden später aufgehoben

Psychiatrische Untersuchungen verwiesen laut Pikes Anwälten Gleason und Ferrell auf mögliche posttraumatische Belastungsstörungen und krankhafte Stimmungsschwankungen. Nach einer weiteren Eingabe der Juristen hatte ein Bezirksgericht in Tennessee die Hinrichtung am Mittwoch vorerst ausgesetzt.

Gleason und Ferrell hatten den Antrag unter anderem mit einer Thrombozytose Pikes, einer krankhaft erhöhten Zahl von Blutplättchen, begründet, welche eine Giftspritze im Fall ihrer Mandantin unter Umständen zu einer verfassungswidrigen „grausamen und ungewöhnlichen Strafe“ machten. Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hob den Hinrichtungsstopp wenige Stunden später aber wieder auf.

Über die Medikamente für die „lethal injection“ wird in den Vereinigten Staaten seit Jahren gestritten. Seit sich Branchenverbände wie die American Pharmacists Association weigern, Giftcocktails für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen, beauftragen einige Bundesstaaten inzwischen weniger streng kontrollierte Apotheken mit der Herstellung.

Woher das Pentobarbital stammte, das bei Pike eingesetzt wurde, blieb vorerst offen. Der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, der zuvor ein Gnadengesuch der Fünfzigjährigen abgelehnt hatte, teilte mit, bis Ende des Jahres keine Todesurteile mehr zu vollstrecken. „Wir lassen prüfen, was passiert ist – umfassend und durch Dritte“, sagte der Republikaner in der Nacht zu Donnerstag.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Gouverneur Bill Lee setzt Hinrichtungen bis Jahresende aus.

    Very likely · Within months

Open Questions

  • Wie ist der aktuelle Gesundheitszustand von Christa Pike?
  • Welche Ergebnisse liefert die Untersuchung durch Dritte?

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This article was originally published by FAZ.

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