
Die EU setzt ambitionierte Quoten für nachhaltiges Kerosin, doch die Produktion hinkt hinterher und die Kostenfrage bleibt umstritten.
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Die EU-Verordnung ReFuelEU Aviation schreibt verbindliche Quoten für nachhaltige Flugkraftstoffe vor, um die Emissionen im Luftverkehr zu senken.
Allein der Flughafen Düsseldorf tankt jährlich 875 Millionen Liter Kerosin. Bald soll auch hier nachhaltiger Flugkraftstoff - sogenannter Sustainable Aviation Fuel (SAF) - beigemischt werden. Die große Frage ist: Woher soll der nur kommen?
Die Produktionsmengen von SAF sind laut Luftverkehrsbranche aktuell "nahe Null". Eine Anlage der Firma Ineratec in Frankfurt-Höchst, nach Betreiberangaben die weltweit größte ihrer Art, schafft gerade 1,3 Millionen Liter pro Jahr.
Insgesamt aber seien bisher wenige Anlagen in Betrieb, sagt der Chef des Düsseldorfer Flughafens, Lars Redeligx. Auch neu gebaut werde im Moment wenig.
Zwei Wege zum grünen Kerosin
Bei alternativem Flugkraftstoff unterscheidet man zwei Arten. Bio-SAF entsteht aus biologischen Rohstoffen wie Altölen, Frittenfett oder Forstabfällen.
Für die synthetischen electricity-based Sustainable Aviation Fuels, kurz eSAF, wird mit Ökostrom aus Wasser grüner Wasserstoff erzeugt, der sich mit CO2 chemisch zu synthetischem Kraftstoff verbinden lässt. Beides soll Rohöl und CO2 einsparen.
Brüssel setzt auf Quoten
Die EU will den Einsatz erzwingen: Die Verordnung "ReFuelEU Aviation" verlangt im Jahr 2030 einen Anteil von mindestens sechs Prozent SAF, bis 2050 sollen es 70 Prozent sein.
Auch die Quote für synthetisches E-Kerosin steigt von gut einem auf mindestens 35 Prozent. Wer sie verfehlt, muss zahlen: Die Branche rechnet allein für Deutschland mit 1,3 Milliarden Euro Strafgeld im Jahr 2030.
Wer zahlt die Rechnung?
Lars Redeligx, befürchtet, dass Airlines diese Kosten an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. "Ohne dass damit irgendetwas für das Klima gewonnen ist, das wird einzig und allein unsere heimische Industrie und die Verbraucher belasten", so der Airportchef.
Die EU-Kommission hält die Kritik für überzogen: Weil derzeit nur wenig SAF beigemischt werden muss, wirke sich das kaum auf die Preise aus. "Und wir sind sehr überzeugt davon, dass das, was wir an Leitplanken geschaffen haben, einen sicheren Markt langfristig stabilisieren wird", sagt Birgit Schmeitzner, Sprecherin der EU-Kommission in Deutschland. Mit mehr Angebot sollen die Preise langfristig sogar sinken.
Ohne Förderung geht es nicht
SAF ist derzeit bis zu zehnmal teurer als Kerosin, freiwillig tankt es niemand. Sagt jedenfalls Ralf Diemer, Hauptgeschäftsführer der eFuel Alliance. Die Interessensvertretung für alternative Kraftstoffe sieht die Quote deshalb als Absatzgarantie für Investoren.
"Dadurch werden die Energieanbieter, und im Fall von Refuel Aviation am Ende natürlich auch die Airlines, dazu gezwungen werden, diese Kraftstoffe in Höhe der jeweiligen Quote zu nutzen und damit auch zu kaufen", sagt Diemer. Nur so ließen sich die notwendigen Milliardeninvestitionen in neue SAF-Anlagen realisieren.
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Anstieg der SAF-Beimischungsquote auf 6% bis 2030 gemäß EU-Verordnung.
Very likely · Within years

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