Newsgather
BackHamburger Hafen: TEU, Container und die Welt der Schifffahrt
Hamburger Hafen: TEU, Container und die Welt der Schifffahrt
Developing
Die Zeit7h agoBusiness7 min readGermany

Hamburger Hafen: TEU, Container und die Welt der Schifffahrt

Quick Look

  • Der Hamburger Hafen schlägt jährlich Millionen von TEU (Twenty-foot Equivalent Units) um, wobei ein TEU einem 20-Fuß-Container entspricht.
  • Die Standardisierung in TEU dient der Vergleichbarkeit von Hafenumschlägen, obwohl die meisten Container 40 Fuß lang sind und doppelt zählen.
  • Erfunden wurde der Standardcontainer von Malcolm McLean, der damit den weltweiten Seetransport revolutionierte.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Artikel beleuchtet die Bedeutung von Containern im Hamburger Hafen und die Herausforderungen neuer Theaterintendanten in Hamburg. Zudem werden aktuelle lokale Nachrichten aus Hamburg behandelt.

Font size

Liebe Leserin, lieber Leser,

im Hamburger Hafen ist das hier das Maß der Dinge: eine Twenty-foot Equivalent Unit oder schlicht: ein TEU. So ein TEU entspricht einem 20-Fuß-Container. Doch was für Amerikaner gut und praktisch klingt, klingt für Hamburger eher sperrig. Ein TEU entspricht einem Container mit 6,058 Metern Länge, 2,438 Metern Breite und 2,591 Metern Höhe. Falls diese Zahlen Sie ein bisschen langweilen, lesen Sie bitte weiter! Sie bekommen hier Angeber-Wissen für das nächste Picknick an der Strandperle. Versprochen. Denn in echt ist die Welt der Häfen noch komplizierter. Container ist nicht gleich Container. Es gibt die Stahlboxen in mehreren Größen. Um den Umschlag eines Hafens anzugeben, werden die unterschiedlich großen Boxen und ihr Fassungsvermögen weltweit standardisiert in TEU angegeben. Im Hamburger Hafen wurden voriges Jahr etwa 8,3 Millionen TEU umgeschlagen. Aber Sie ahnen das jetzt schon: Das waren gar nicht 8,3 Millionen physische Behälter, es waren nur 4,9 Millionen. Der Grund: Die meisten Schiffscontainer weltweit sind 40 Fuß lang, sie zählen für zwei.

Erfunden hat den Standardcontainer übrigens Malcolm McLean aus der Kleinstadt Maxton in North Carolina. McLean war Lastwagenunternehmer und stieg später in die Schifffahrt ein. Ihn nervten die Wartezeiten beim Umladen der Waren zwischen Lastwagen und Schiffen. Seine Idee: Säcke, Fässer oder Paletten werden nicht mehr einzeln an Bord geschleppt. Sie werden in Großbehälter gepackt und direkt vom Lkw aufs Schiff verladen. Innerhalb weniger Jahre revolutionierte McLean damit die weltweiten Transporte auf See.

Vor 60 Jahren, im Mai 1966, lief McLeans Stückgutfrachter »Fairland« erstmals Deutschland an. An Bord waren 100 Boxen aus Stahlblech. Mittels eines bordeigenen Ladegeschirrs wurden Container an Land gehievt. Passende Kräne gab es keine. Wer nun glaubt, Hamburg sei bei dieser Premiere weit vorn gewesen – und so was glaubt man in unserer Stadt ja gerne –, der irrt. Die »Fairland« wählte den Bremer Überseehafen als ersten Stopp im Land. Als Hamburgerin denke ich: Man muss da auch gönnen können.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Ihre Kristina Läsker

Was heute wichtig ist

In Hamburg hat sich die Zahl neu installierter Wärmepumpen mehr als verdoppelt. Wurden in den ersten fünf Monaten 2025 noch 487 neue Anlagen bei den Hamburger Energienetzen angemeldet, waren es 2026 im gleichen Zeitraum 1.214. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine schriftliche Kleine Anfrage der Grünen hervor. Ende Mai waren demnach 9.325 Wärmepumpen angemeldet.

Die steigende Zahl an Wärmepumpen passt zu den gestern vorgestellten Plänen des Senats, wonach bis zum Jahr 2040 mindestens 57 Prozent des Wärmebedarfs über zentrale Netze wie die Fernwärme zu decken sind. Die restlichen 43 Prozent sollen dezentral mit Wärme versorgt werden. Dabei sind Wärmepumpen laut Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) das »Mittel der Wahl«.

Während der heute in Hamburg beginnenden Innenministerkonferenz wird das Stadtgebiet zur Flugverbotszone für Drohnen. Der »Betrieb unbemannter Luftfahrtsysteme« ist laut Polizei bis zu einer Höhe von 1.000 Fuß über Grund untersagt. Innensenator Andy Grote (SPD) empfängt bis Freitag die Ressortkollegen aus den anderen Bundesländern sowie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

Hamburg wächst – als eines von nur drei deutschen Bundesländern: Während die Bevölkerungszahlen in fast allen Bundesländern zurückgegangen sind, ist Hamburg 2025 im Vergleich zu 2024 um 0,4 Prozent gewachsen. Laut Statistischem Bundesamt lebten Ende Dezember 2025 exakt 1.869.473 Menschen in der Hansestadt.

In den nächsten zwei Wochen wird am Flughafen die erste der beiden Start- und Landebahnen gewartet und saniert. Darum fliegen von heute an alle Flugzeuge über Alsterdorf und Norderstedt, teilte der Flughafen mit. Im September werden Niendorf und Langenhorn stärker von Fluglärm betroffen sein.

Aus Hamburg

Ein Ritt auf der Guillotinenklinge

Das private Ernst Deutsch Theater und die Hamburgische Staatsoper unterscheidet viel. Doch ihre neuen Intendanten stehen vor derselben Herausforderung: Können sie ihre Theater erneuern, ohne das Stammpublikum zu vergraulen? Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Artikel der ZEIT-Redakteure Oskar Piegsa und Florian Zinnecker.

Als die Klinge der Guillotine gefallen ist und der Theatervorhang auch, tritt das Ensemble des Ernst Deutsch Theaters noch einmal vor das Publikum. Eben lief hier Dantons Tod, ein Stück darüber, wie die Französische Revolution in der Terrorherrschaft mündete, voller Plädoyers zu Freiheit und Fortschritt, Leben und Tod. Doch der leidenschaftlichste Auftritt der Schauspielerinnen und Schauspieler folgt nach dem Schlussapplaus. Jetzt geht es ihnen wirklich um alles: um die Bühne, auf der sie stehen. »Wir freuen uns, dass Sie hier sind«, ruft die Darstellerin Nina Carolin ins Publikum: »Vor allem, weil wir eine neue Intendanz haben, eine Doppelspitze, die ganz viel Neues versucht.«

Seit vergangenem Herbst leiten Daniel Schütter und Ayla Yeginer das Ernst Deutsch Theater in Hamburg, das größte private Sprechtheater Deutschlands. »Wenn Sie schon seit Jahren zu uns kommen, dann kommen Sie bitte, bitte weiterhin«, sagt Nina Carolin auf der Bühne: »Und wenn Sie zum ersten Mal hier sind, kommen Sie wieder!« Es gebe günstige Tickets für Schülerinnen und Schüler, für Studierende, für Auszubildende. »Wenn es Ihnen heute bei uns gefallen hat, erzählen Sie es weiter!«

Im Saal sind an diesem Abend vielleicht 250 der rund 750 Plätze besetzt. Eine Schülergruppe sitzt in den Reihen, doch Jugendliche sind hier die Ausnahme. Im Foyer sieht man in den Pausen viele Besucher mit Gehstock oder Rollator. Ein Privattheater ist – anders als ein Staatstheater wie das Schauspielhaus oder das Thalia Theater – ein Unternehmen, das schlimmstenfalls in die Pleite rutschen kann. Schütter und Yeginer muss es deshalb gelingen, neue und jüngere Gäste zu gewinnen. Nur geht es mutmaßlich schneller, ein Stammpublikum zu vergraulen, als sich ein neues zu erspielen. Für die Intendanz ist das ein Ritt auf der Guillotinenklinge.

An drei großen Hamburger Theatern sind zu Beginn der aktuellen Spielzeit neue Intendantinnen und Intendanten angetreten. Das Thalia Theater führt nun Sonja Anders, 61, die zuvor bereits einige Jahre lang Dramaturgin dieses Hauses gewesen war. Am Ernst Deutsch Theater gab es einen Generationenwechsel im wahrsten Sinne des Wortes: Der Schauspieler Daniel Schütter, 35, und die Regisseurin Ayla Yeginer, 43, übernahmen die Leitung von Schütters Mutter, Isabella Vértes-Schütter. Und auch die Hamburgische Staatsoper bekam einen neuen Intendanten, den 46 Jahre alten Regisseur Tobias Kratzer. Kratzer übernahm einen Betrieb, dessen Publikumsauslastung teils unter 60 Prozent lag und der in der öffentlichen Wahrnehmung längst im Schatten der Elbphilharmonie verschwunden war.

Mit welchen Methoden die Intendanten alte und neue Gäste begeistern wollen und wie die erste Zwischenbilanz ausfällt, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+)

Schon gelesen?

»Das Horrorszenario kann nicht ausgeschlossen werden«

600 Schiffe wollen jetzt gleichzeitig aus dem Persischen Golf. Jakob P. Larsen, Sicherheitschef des weltgrößten Reederverbands, fürchtet: Das kann schiefgehen. Interview: Thomas Fischermann → Zum Artikel (Z+)

Darauf können Sie sich freuen

Zum ersten Mal veranstaltet die Mozart Hamburg Gesellschaft in diesem Jahr ein »Mozart Nature Fest«: 16 Konzerte an 14 Orten. Mit unterschiedlichen Formaten verbindet das Festival Musik mit einem Anliegen – es will auch auf die Bedeutung natürlicher Lebensräume und Klimaschutz in der Stadt aufmerksam machen. Die nächsten Konzerte finden am Freitag, 19.6., in der Sammlung Falckenberg und am Samstag, 20.6., in der Fabrik statt. Am Samstagabend gibt es vorher ein Podiumsgespräch zur Energiewende mit dem Titel: »Wo Klimaschutz und Naturschutz kollidieren und was Mozart zu diesem Konflikt sagen würde.« Am 21.6. stehen zwei Familienkonzerte in der Botschaft der Wildtiere auf dem Programm.

»Mozart Nature Fest«, bis 12.7.; diverse Orte; das Programm finden Sie hier

Meine Stadt

Hamburger Schnack

In einer Aldi-Filiale: Der Kassierer schiebt meine Einkäufe über den Scanner. Bei einem Kohl hält er inne: »Ist das ein Rotkohl?«. »Nein«, verbesserte ich, »das ist ein roter Spitzkohl.«

Der Kassierer: »Oder ein spitzer Rotkohl!«

Gehört von Claudia Loepchens

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Zahl der neu installierten Wärmepumpen in Hamburg wird weiter steigen.

    Very likely · Medium term

  • Neue Intendanten werden versuchen, jüngeres Publikum für Theater zu gewinnen.

    Likely · Medium term

Open Questions

  • Wie erfolgreich sind die neuen Theaterintendanten?
  • Wie wirkt sich die Flugverbotszone auf die Innenministerkonferenz aus?

Related Topics

This article was originally published by Die Zeit.

Related Stories

More on this topicHamburger Hafen