Hedgefonds setzen auf ETFs – und nicht nur auf Einzelaktien
Quick Look
- Eine Handelsblatt-Auswertung von Daten der US-Börsenaufsicht SEC zeigt, dass auch Hedgefonds zunehmend auf börsengehandelte Fonds (ETFs) setzen.
- Beliebt sind ETFs auf den S&P 500, Nasdaq 100, aber auch auf den US-Finanzsektor, Schwellenländer und Bitcoin.
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Why It Matters
Fondsmanager versuchen traditionell, mit Einzelaktien höhere Renditen als der breite Markt zu erzielen. Eine aktuelle Auswertung von Handelsblatt zeigt jedoch, dass auch professionelle Investoren wie Hedgefonds zunehmend auf börsengehandelte Fonds (ETFs) setzen.
Fondsmanager versuchen eigentlich, mit Einzelaktien höhere Renditen als der breite Markt zu erzielen. Tatsächlich aber setzen auch sie auf Indexfonds, zeigt eine Handelsblatt-Auswertung. Andreas Neuhaus 23.05.2026 - 09:43 Uhr Artikel anhören
Börsen-Händler: ETFs bilden einen kostengünstigen Zugang zum breiten Aktienmarkt. Foto: REUTERS
Düsseldorf. Börsengehandelte Fonds (ETFs) sind nicht nur bei Privatanlegern beliebt. Sie finden sich auch in den Depots von Hedgefonds, wie Daten der US-Börsenaufsicht SEC zeigen.
Vielfach handelt es sich dabei um ETFs auf den marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 oder den technologielastigen Nasdaq 100. Doch auch ETFs auf weitere Aktienindizes und andere Anlageklassen finden sich in den Hedgefondsdepots. Das Handelsblatt hat die Details ausgewertet.
Grundlage sind die 50 größten Positionen der zehn erfolgreichsten Hedgefonds im Jahr 2025 (laut Auswertung von Edmond de Rothschild). Das Handelsblatt stellt die ETFs im Kurzporträt vor und zeigt, welche Pendants es für europäische Anleger gibt.
1. Dow Jones Industrial Average
Der Hedgefonds Citadel Advisors hält neben dem S&P 500 einen ETF des Anbieters State Street auf den US-Index Dow Jones Industrial Average. Ein direktes europäisches Pendant von State Street gibt es nicht. Deutsche Anleger können bei den thesaurierenden Varianten, die Dividenden automatisch reinvestieren, stattdessen auf einen ETF von Blackrock setzen (ISIN: IE00B53L4350; jährliche Kostenquote: 0,33 Prozent).
Der Dow-Jones-Index besteht nur aus 30 Aktien, wobei ein Komitee über die Zusammensetzung entscheidet und die Aktien nach ihren Kursständen anstatt nach der Marktkapitalisierung gewichtet. Dadurch beträgt das Gewicht der beiden Tech-Sektoren IT und Telekommunikation zusammen aktuell nur 19 Prozent. Im S&P 500 sind es 46 Prozent.
Durch den niedrigeren Tech-Anteil bleibt der Dow Jones in Rallyphasen in der Regel hinter dem S&P 500 und dem Nasdaq 100 zurück. Dafür läuft er besser, wenn Anleger versuchen, ihr Depot breiter zu diversifizieren, wie es zum Jahresstart der Fall war.
2. US-Finanzsektor
Der Hedgefonds Millennium Management setzt mit einem ETF von State Street speziell auf den US-Finanzsektor. Den ETF gibt es auch für europäische Anleger (IE00BWBXM500; 0,15 Prozent Kosten). Die größte Position ist in ihm auf ein Maximalgewicht von 35 Prozent begrenzt, die zweitgrößte Position darf nicht größer als 20 Prozent sein.
Die Branche profitiert tendenziell von den zuletzt gestiegenen Zinsen. Bei Banken weitet sich die Zinsspanne zwischen vergebenen Krediten und Spareinlagen aus, Versicherer erzielen höhere Renditen mit der Neuanlage von Kundengeldern. Das gilt aber nur, solange die höheren Zinsen nicht die Wirtschaft bremsen und Kredite ausfallen.
3. Emerging Markets
Der Hedgefonds Bridgewater setzt auf Schwellenländer-ETFs in dreifacher Ausführung. Zum einen durch einen ETF des Anbieters Vanguard und zum anderen durch zwei ETFs von Blackrock – einmal in der klassischen Variante und einmal ohne China. Alle drei ETFs gibt es auch für europäische Anleger, und sie investieren jeweils breit gestreut in Schwellenländer.
Der große Unterschied zwischen dem Vanguard-ETF (IE00B3VVMM84; 0,17 Prozent jährliche Kostenquote) und dem klassischen Blackrock-ETF (IE00B0M63177; 0,18 Prozent Kostenquote) ist, dass Vanguard Südkorea nicht als Schwellenland wertet. Dadurch ist hier die Gewichtung von anderen Ländern wie Taiwan und China etwas höher.
Bei der Ex-China-Variante von Blackrock (IE00BMG6Z448, 0,18 Prozent Kostenquote) wird dagegen China aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Ein ETF des Anbieters Amundi ist nahezu identisch und minimal günstiger (LU2009202107; 0,15 Prozent Kostenquote).
Schwellenländer gelten als besonders wachstumsstark. In den vergangenen zwölf Jahren hatte sich der Markt deutlich schlechter entwickelt als Indizes aus Industrieländern, das liegt aber auch an Wechselkurseffekten. Seit rund einem Jahr entwickeln sich die Schwellenländer aber besser – auch weil die Kurse von einer kleinen Zahl von Chipaktien aus Südkorea und Taiwan getrieben werden.
4. Bitcoin
Im Depot von Millennium Management befindet sich ein Blackrock-ETF auf den Bitcoin, die älteste und wichtigste Kryptowährung. In Europa müssten Anleger auf einen Bitcoin-ETN von Blackrock ausweichen (XS2940466316; 0,15 Prozent Kosten).
Exchange Traded Notes (ETNs) sind börsengehandelte Wertpapiere, die wie ETFs gehandelt werden. Es sind Inhaberschuldverschreibungen, die im Fall des Bitcoin-ETNs mit entsprechenden Krypto-Beständen besichert sind. Blackrock bietet hier nur eins von mehreren Angeboten, Alternativen stammen unter anderem von Coinshares (GB00BLD4ZL17) und Wisdomtree (GB00BJYDH287).
Bitcoin-Anleger müssen jedoch starke Kursschwankungen aushalten können, weil die Rolle der Digitalwährung noch nicht geklärt ist. Befürworter halten sie für eine digitale Version von Gold, weil das Angebot von Bitcoin wie das des Edelmetalls begrenzt ist. Kritiker sprechen dem Bitcoin dagegen jeden intrinsischen Wert ab und halten ihn für wertlos.
5. Anleihen
Bei Bridgewater und Elliott Management gehören zudem noch verschiedene Anleihe-ETFs zu den größten Positionen:
Bridgewater setzt zum einen auf einen Blackrock-ETF, der den US Mortgage Backed Securities Index nachbildet. Er bietet Zugang zu hypothekenbesicherten US-Wertpapieren, die von staatlich geförderten Unternehmen begeben werden. Dazu gibt es auch eine europäische Variante (IE00BZ6V7883; 0,28 Prozent jährliche Kostenquote).
Der zweite Anleihen-ETF im Bridgewater-Depot bietet Zugang zu den liquidesten in US-Dollar denominierten Unternehmensanleihen mit bester Kreditwürdigkeit (Investment-Grade-Rating). Auch hier gibt es eine Variante für europäische Anleger (IE00BYXYYJ35; 0,2 Prozent Kostenquote).
Elliott Management setzt zudem auf einen ETF, der Zugang zu den liquidesten in US-Dollar denominierten Unternehmensanleihen bietet, mit einem Rating unterhalb von Investment Grade. Diese High-Yield-Anleihen werfen höhere Zinsen ab, dafür ist die Ausfallwahrscheinlichkeit höher. Bei der Variante für europäische Anleger (IE00B4PY7Y77) sind die jährlichen Kosten mit 0,5 Prozent aber vergleichsweise hoch.
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Was bei diesen ETFs auf Anleihen zu beachten ist: Alle drei sind ausschüttende ETFs. Die Kursentwicklung ohne Ausschüttungen unterschätzt aber die Rendite. Entscheidend ist die Gesamtrendite (Total Return) inklusive Ausschüttungen.
Hier weist auf Sicht von drei Jahren der High-Yield-ETF die höchste Rendite auf, mit 17 Prozent. Beim Investment-Grade-ETF liegt die Rendite bei knapp acht Prozent, bei den hypothekenbesicherten US-Wertpapieren sind es knapp fünf Prozent.
Mehr: Bis zu 25 Prozent Kurspotenzial: Auf diese sechs Aktien setzen Hedgefonds
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Open Questions
- What is the exact proportion of ETFs in hedge fund portfolios compared to individual stocks?
- How do the performance of these ETF-heavy portfolios compare to traditional stock-picking strategies over the long term?
- What are the specific regulatory implications of increased ETF usage by hedge funds?
- Will this trend continue, and will it impact market liquidity and volatility?






