Helen Giza: Vorstandschefin von FMC geht abrupt– Aktie fällt deutlich
Nach knapp vier Jahren an der Spitze des Dialysekonzerns endet die Amtszeit von Helen Giza abrupt. Der Aufsichtsrat entschied sich einstimmig für eine Trennung, da die Wachstumsstrategie nicht überzeugte.
Quick Look
- Fresenius Medical Care trennt sich vorzeitig von Vorstandschefin Helen Giza.
- Der Aufsichtsrat begründet den Schritt mit einer fehlenden Wachstumsstrategie.
- Nachfolger wird ab dem 12.
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Why It Matters
FMC kämpfte unter Giza mit stagnierenden Behandlungszahlen in den USA und verlor Marktanteile an den Konkurrenten Davita.
München. Abrupter Wechsel an der Spitze von Fresenius Medical Care (FMC). Vorstandschefin Helen Giza verlässt das Unternehmen aus Bad Homburg Ende der Woche nach knapp vier Jahren vorzeitig, wie FMC am Mittwoch mitteilte. Vorher amtierte sie bereits für drei Jahre als Finanzvorständin. Die Aktien des Unternehmens sanken nach Bekanntgabe um mehr als sieben Prozent.
Der Schritt erfolgte nach Handelsblatt-Informationen nicht im gegenseitigen Einvernehmen. Vorstand und Aufsichtsrat entschieden einstimmig, sich von Giza zu trennen.
Giza habe die Kostenseite ordentlich gemanagt, aber keine überzeugende Strategie für das weitere Wachstum von FMC gehabt, hieß es aus Unternehmenskreisen. Die beim Kapitalmarkt-Tag präsentierte Strategie hat nicht „gezündet“, hieß es weiter. Nach dem Kapitaltag fiel die Aktie um 16 Prozent. Der Aufsichtsrat habe deswegen nach dem zweiten Quartal handeln müssen.
Unter Giza hatte der Konzern mit stagnierenden Behandlungszahlen auf dem US-Markt zu kämpfen. In den vergangenen Jahren wuchs der US-Konkurrent Davita deutlich schneller und zog an FMC vorbei. Das enttäuschte die Investoren.
Analysten und Investoren führen insbesondere den Vergleich mit dem Hauptwettbewerber Davita an. Dessen überproportionales Wachstum zeige, dass in diesem Markt weiteres operatives Wachstum und eine entsprechende Wertsteigerung möglich seien. Die verhaltene operative Entwicklung von FMC und die enttäuschende Aktienkursentwicklung erhöhten damit den Druck auf die Führung und verstärkten die Forderungen nach einem Wechsel an der Spitze.
Für die Jahre 2025 bis 2027 hatte sich FMC ein jährliches Umsatzwachstum von rund drei Prozent zum Ziel gesetzt – verglichen mit einem Sektorwachstum von sieben Prozent. Zuletzt stufte UBS-Analyst Graham Doyle die Aktie herab. Fünf weitere Analysehäuser – JP Morgan, Morgan Stanley, BofA, Jefferies und BNP Paribas – stufen die Aktie aktuell mit „Verkaufen“ ein.
Gizas Nachfolger kommt aus dem eigenen Aufsichtsrat. Shervin J. Korangy werde das Amt mit Wirkung zum 12. Oktober übernehmen, teilte der Konzern mit. Die Vertragslaufzeit beträgt zunächst fünf Jahre, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Der 51-Jährige war zuletzt Vorstandschef des US-Augenheilkundespezialisten BVI Medical und sitzt seit 2023 im Aufsichtsrat von FMC.
Das Unternehmen stehe an einem Wendepunkt, sagte Aufsichtsratschef Michael Sen, Vorstandschef des Großaktionärs Fresenius. „Die Ziele der Transformation der vergangenen Jahre sind weitgehend erfüllt. In der nächsten Wachstumsphase wird das Unternehmen von einem anderen Führungsprofil profitieren“, begründete er den Wechsel.
Im August berief der Aufsichtsrat Cassie McLean an die Spitze der umsatzstärksten Sparte von FMC, Care Delivery. Der Bereich umfasst vor allem das weltweite Klinik- und Dialysegeschäft, einschließlich der US-Kette Fresenius Kidney Care. McLean war zuvor fast 16 Jahre bei Davita tätig.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Shervin J. Korangy übernimmt am 12. Oktober das Amt des Vorstandschefs.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie wird die neue Strategie unter Korangy konkret aussehen?
- Folgen weitere personelle Veränderungen im Vorstand?





