
Fabian Reese im Fokus bei Berliner Heimsieg gegen dezimierte Wolfsburger
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Das Spiel fand im Olympiastadion vor über 70.000 Zuschauern statt. Der VfL Wolfsburg agierte nach einem Platzverweis gegen Cleiton Santana in Unterzahl.
Er erfolgte in einem Spiel, das vor knapp mehr als 70 000 Zuschauern im Olympiastadion sehr früh die Attraktivität eines Derbys versprühte. Reese stellte umgehend klar, dass ihn die Umstände nicht schreckten. Dass er sein Dasein im Olympiastadion nicht im Schatten fristen wollte, sondern im Scheinwerferlicht. Seinen ersten Torschuss gab er nach nicht einmal einer Minute ab, den zweiten setzte er aus 17 Metern an die Querlatte – in Minute zwei. Er strich sich über das weiße Stirnband, auf dem das grüne Wolfsburg-Wappen zu sehen ist. Und er weitete die Pupillen in einer Weise, dass man meinen konnte, er sei einem Übermaß an Reizen ausgesetzt gewesen.
Sie waren nicht nur, aber vor allem akustischer Natur. Er wurde ausgepfiffen, als die Mannschaftsaufstellungen verlesen wurden; ebenso bei jedem Ballkontakt. Sein Bewacher war Deyovaisio Zeefuik, der von der Kurve ohnehin geliebt wird. Wenn er sich im Zweikampf mit Reese behauptete, wurde er stärker bejubelt als Springsteen 1988 in Berlin-Weißensee. Eine Steigerung gab es rund um die 20. Minute. Genauer: Als Stürmer Sebastian Grönning einen sagenhaften Pass in die Tiefe von Niklas Kolbe erlief und dann am Strafraum von Cleiton Santana gefoult wurde.
Dem Augenschein nach war das ein klarer Elfmeter, gepaart mit einer Verwarnung für Santana. Wolfsburgs Kapitän Maxi Arnold, der schon vorher die Plaudertasche gemimt hatte, hielt es für unabdingbar, mit Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck in eine Fachdiskussion zu treten. Das dürfte den Videoschiedsrichter befeuert haben: Er schaltete sich ein – und führte ein Urteil herbei, das für Wolfsburg schlimmer war als die erste Instanz: Der Elfmeter wurde kassiert, weil das Foul ein paar Zentimeter vor dem Strafraum begangen worden war. Aber Santana sah Rot, Wolfsburg war nur noch zu zehnt.
VfL-Trainer Tobias Strobl gab seiner Mannschaft umgehend das Signal, sich mit einem Punkt zufriedenzugeben. Mittelstürmer Robert Glatzel wurde geopfert, damit Mathys Angély die Abwehr auffüllen konnte, der VfL stand danach tiefer als der Dollar in den ersten Tagen der Weltfinanzkrise in den Nullerjahren. Hertha kam mit brennender Geduld zu guten Chancen. Und kurz vor der Pause zu zwei Toren.
Bei beiden Treffern hatten Reese und Arnold entscheidende Nebenrollen. Vor dem 0:1 (44.) ließ Reese seinen Nachfolger Josip Brekalo auf der linken Seite gewähren, die Hereingabe landete bei Oluwaseun Adewumi, und der Österreicher setzte einen Drehschuss aus elf Metern ab, der von Arnold leicht abgefälscht wurde. Und vor dem 0:2 verlor Reese den Ball gegen Zeefuik. Der Niederländer startete sogleich auf der rechten Seite durch: Für Hertha war das ein Segen, weil Josip Brekalo sah, dass er Zeefuik in die Tiefe schicken konnte, und weil Reese nicht mehr hinterherkam. Auch nicht Arnold, der es für ratsam hielt, zur Unzeit zu pressen.
Reese ist vor allem dadurch wahrnehmbar, dass das Stadion pfeift.
Strobl nahm ihn daraufhin vom Platz und wechselte für ihn den 10-Millionen-Euro-Stürmer Kento Shiogai ein. Er brauchte nur Sekunden, um sich auf der Anzeigentafel zu verewigen. Er löste sich im Berliner Strafraum von seinen desorientierten Gegenspielern – und erzielte mit einem Drehschuss den Anschlusstreffer zum 2:1 (46.). Es wirkte wie eine Art von übersinnlicher Strafe dafür, dass die Berliner in der Halbzeit ihren Sieg schon gefeiert hatten.
Nach dem 1:2 wirkte die Partie offener als in der ersten Halbzeit, eine Folge eines Wolfsburger Mutes, der augenscheinlich aus Verzweiflung erwuchs. Die besseren Chancen hatte Hertha: erst durch Paul Seguin – der in Wolfsburg ausgebildet wurde –, später rettete ein Wolfsburger Abwehrbein in einer Extremsituation. Adewumi hatte sich per Hackentrick an der Außenlinie durchgesetzt, war danach per Absatzkick von Jon Thorsteinsson bedient worden und hatte schließlich eine exzellente Hereingabe verantwortet.
Und Reese? War mit zunehmender Spieldauer nur noch wahrnehmbar, wenn das Publikum pfiff. Doch an der zweiten Saisonniederlage des gigantischen Aufstiegsfavoriten Wolfsburg änderte sich auch in einer turbulenten, zehnminütigen Nachspielzeit nichts mehr, obschon VfL-Torschütze Shiogai nach einem Foul von Paul Seguin einen Elfmeter hätte bekommen müssen. Reese war der erste, der den Rasen verließ, mit hängenden Schultern – während ein Aufschrei des Sieges durch Berlin-Westend hallte.
League leaders Hertha BSC underlined their supremacy in the second division with a 2-1 win in the Olympic Stadium against VfL Wolfsburg. In front of 70,928 fans, Adewumi and Zeefuik scored for Berlin, while Shiogai shortened for Wolfsburg.

Hertha BSC clinched its tenth win in its eleventh game of the season and remains leader of the 2nd Bundesliga with 31 points. The Berliners defeated promotion rivals VfL Wolfsburg 2-1. Wolfsburg played outnumbered for more than an hour after Claiton received a yellow-red card.
An almost 100-minute memorial service took place in Tenerife for the late CD Tenerife professional Jesús de Miguel. The 30-year-old died of an accidental chest injury after a collision with opposing goalkeeper Jesús Owono in the game against FC Andorra. Captain Enric Gallego and club president Felipe Miñambres gave moving speeches, Emilio Butragueño was among the guests.

VfB Stuttgart wins 1-0 against Werder Bremen. Mittelstädt scores the win in the seventh minute. Both goalkeepers keep their teams in the game several times.
FC Bayern wins 2-1 in Mainz and remains top of the Bundesliga. Joshua Kimmich and Lennart Kart score the goals for Munich. Goalkeeper Manuel Neuer had to be substituted injured shortly before half-time and is now the oldest Bundesliga player in Bayern's history.
FC Bayern Munich consolidated their lead in the table with a 2-1 win against Mainz 05. Joshua Kimmich and Lennart Kart scored the goals. The game was overshadowed by the injury-related substitution of Manuel Neuer, who again has foot problems.