Hessischer Ministerpräsident fordert Erhalt des Commerzbank-Sitzes in Frankfurt
Quick Look
- Hessischer Ministerpräsident Boris Rhein hat UniCredit-Chef Andrea Orcel getroffen und Forderungen gestellt, darunter den Erhalt des rechtlichen Sitzes und des Vorstands der Commerzbank in Frankfurt sowie den Verbleib wichtiger Funktionen am Standort.
- Der Bund hält noch 12 Prozent an der Bank und könnte bei einer Übernahme eine wichtige Rolle spielen.
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Why It Matters
Die UniCredit ist seit etwa zwei Jahren an der Commerzbank beteiligt und strebt eine vollständige Übernahme an. Der Bund rettete die Commerzbank während der Finanzkrise mit Steuermilliarden und hält noch etwa 12 Prozent der Anteile.
Wegen der geplanten Commerzbank-Übernahme hat der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) UniCredit-Chef Andrea Orcel getroffen. Dabei sind nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa Forderungen an die italienische Großbank herangetragen worden, die sich Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert hat.
Wie die dpa erfuhr, fordert die hessische Landesregierung, dass der rechtliche Sitz und der Vorstand der Commerzbank in Frankfurt bleiben und die Bank als Aktiengesellschaft deutschen Rechts bestehen soll. Wichtige Funktionen für das Bankgeschäft müssten in Frankfurt bleiben, und es dürfe keine Übertragung des Firmenkundengeschäfts an die HypoVereinsbank (HVB) geben. Zudem habe Rhein die Bedeutung der Commerzbank und ihrer Arbeitsplätze für den Finanzstandort Frankfurt betont.
Ein Sprecher der italienischen Großbank bestätigte den Austausch und sprach von konstruktiven Gesprächen. »Wir haben in den letzten Wochen sehr deutlich gemacht, dass wir den direkten Austausch mit der Regierung suchen. Wir schätzen daher den direkten Austausch mit Ministerpräsident Rhein sehr.«
Bund schaltet sich ein
Die UniCredit, die vor rund zwei Jahren bei der Commerzbank eingestiegen war, wirbt seit Langem um eine Übernahme des Frankfurter DAX‑Konzerns. Der Bund, der die Commerzbank in der Finanzkrise mit Steuermilliarden vor dem Kollaps gerettet hat, hält noch gut 12 Prozent an der Commerzbank und ist damit zweitgrößter Aktionär. Bei einer möglichen Übernahme kommt der Bundesregierung daher eine wichtige Rolle zu.
Die Bundesregierung hatte sich zuletzt ebenfalls in die Übernahme eingeschaltet. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat Orcel für den 14. September zu einem Gespräch nach Berlin eingeladen.
Commerzbank konnte Gewinn steigern
UniCredit-Chef Orcel sieht bei einer Übernahme der Commerzbank Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Er will zudem das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden. Bei der Commerzbank herrschen Sorgen vor einem Kahlschlag. Zudem gibt es in Frankfurt Befürchtungen, dass die Commerzbank perspektivisch mit der HVB verschmolzen werden könnte und dann auch München als Hauptsitz infrage käme.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Bundesregierung wird im September ein Gespräch zwischen Finanzminister Klingbeil und UniCredit-Chef Orcel führen.
Very likely · Within days
Die hessische Landesregierung wird ihre Forderungen hinsichtlich des Sitzes und des Vorstands der Commerzbank in Frankfurt gegenüber UniCredit weiterverfolgen.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wird der Bund seine Anteile bei einer Übernahme verkaufen oder behalten?
- Welche konkreten Stellenabbaupläne hat UniCredit für die Commerzbank?
- Wie wird die Bundesregierung auf das Treffen zwischen Rhein und Orcel reagieren?




