Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee gescheitert nach zwei Giftspritzen
Quick Look
- Die Hinrichtung der zum Tode verurteilten Christa Pike in Tennessee ist nach zwei fehlgeschlagenen Giftspritzen vorerst gescheitert.
- Sie überlebte die Injektion, wurde ins Krankenhaus gebracht und befindet sich in kritischem Zustand.
- Ihr Anwalt berichtet von zahlreichen Pannen bei der Venenzugangslegung, während Experten die hohe Fehlerquote bei Letalinjektionen hervorheben.
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Why It Matters
Christa Pike wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung sollte mittels Giftspritze erfolgen, einer Methode mit bekannter hoher Fehlerquote in den USA. Bereits im Mai war eine Hinrichtung in Tennessee gescheitert.
Zwei Giftspritzen hat die zum Tode verurteilte Christa Pike überlebt. Die Hinrichtung der 50-jährigen, verurteilten Mörderin ist damit vorerst gescheitert und wirft noch dazu viele Fragen auf. Reporter konnten den Vorgang in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Tennessee in Teilen mitverfolgen.
Kim Chandler von der Nachrichtenagentur AP schildert, was sie nach den beiden Injektionen beobachten konnte: "Pike war auf einer Trage festgeschnallt und hat laut und rhythmisch geschnarcht. Ein paar Mal schien sie auch nach Luft zu schnappen. Sie war ganz offensichtlich noch am Leben - länger, als erwartet wurde."
Pike wurde daraufhin in ein Krankenhaus gebracht. Ihrem Rechtsbeistand zufolge ist sie in kritischem Zustand und erhält eine lebensrettende Behandlung. Noch ist nicht klar, ob Pike überleben wird.
Anwalt berichtet von zahlreichen Pannen
Ihr Anwalt Randy Spivey fordert, die Todesstrafe für seine Mandantin aufzuheben und sie stattdessen lebenslang in Haft zu lassen. Pike habe eine härtere Strafe ertragen müssen, als jeder andere Mensch in der Geschichte der amerikanischen Todesstrafe, so Spivey. Er berichtet, dass es zahlreiche Pannen bei der versuchten Hinrichtung gegeben habe. Allein an Pikes linkem Arm hätte er sieben Einstiche gezählt, bis ein intravenöser Zugang gelegt werden konnte. Ihr rechter Arm habe sich zudem während der Injektion violett verfärbt.
Rechtsprofessorin Corinna Barrett Lain von der University of Richmond wundern diese Pannen nicht. Sie beschäftigt sich schon lange mit Hinrichtungen in den USA. "Die Fehlerquote bei Hinrichtungen durch Giftspritzen ist doppelt so hoch wie bei jeder anderen Methode. Sie liegt zwischen sieben und acht Prozent. Im Jahr 2022 betrug sie fast vierzig Prozent. Das kommt also vor - und in Tennessee war es sogar das zweite Mal."
Hinrichtungen in Tennessee ausgesetzt
Im Mai dieses Jahres war in Tennessee bereits eine Hinrichtung gescheitert. Dem medizinisch ungeschulten Gefängnispersonal gelang es damals nicht, dem Todeskandidaten einen Zugang zu legen. Pike ist allerdings die erste Person in den USA, die eine Hinrichtung überlebt hat, nachdem die toxischen Spritzen verabreicht wurden.
Der republikanische Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, hat nun alle für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen ausgesetzt und eine Untersuchung angeordnet. Rechtsprofessorin Lain hofft, dass der Vorfall eine noch viel grundsätzlichere Debatte auslöst und die grausamen Exekutionen ganz beendet werden.
Professorin: Es gibt kein "humanes" Töten
"Der Mythos über Giftspritzen besagt, dass es so wäre, als würde man ein Haustier einschläfern", sagt Lain. "So ist es ganz und gar nicht. Wir sehen in Obduktionsberichten, dass Menschen ersticken, teilweise ein, zwei oder drei Stunden lang."
"Humanes Töten" sei ein Widerspruch in sich, meint Lain. Es erfordere immer Gewalt, um ein Leben zu beenden - der Körper kämpfe bevor er bereit sei, von selbst aufzugeben. "Wenn Sie fragen, ob es eine humane Art gibt, Leben zu nehmen? Ja, es nennt sich lebenslange Freiheitsstrafe ohne Bewährung."
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Untersuchung zu den Pannen bei der Hinrichtung von Christa Pike wird zu einer vorübergehenden Aussetzung aller Hinrichtungen in Tennessee führen.
Very likely · Within weeks
Der Fall wird die Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe in den USA neu beleben.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird Christa Pike den Krankenhausaufenthalt überleben?
- Wird die Untersuchung zu den Pannen zu Änderungen im Hinrichtungsprotokoll führen?
- Wie wird das gescheiterte Hinrichtungsversuch die Debatte über die Todesstrafe in Tennessee beeinflussen?





