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Holcim schließt Übernahme von Xella ab
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Handelsblatt6/19/2026Business3 min readGermany

Holcim schließt Übernahme von Xella ab

Quick Look

  • Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim hat die Übernahme des deutschen Unternehmens Xella für 1,85 Milliarden Euro abgeschlossen.
  • Holcim stärkt damit sein Geschäft mit Wand- und Dämmsystemen und setzt auf eine Erholung des europäischen Bau- und Sanierungsmarktes.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim hat die Übernahme des deutschen Baustoffherstellers Xella für 1,85 Milliarden Euro abgeschlossen. Xella ist bekannt für Marken wie Ytong und Hebel.

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Düsseldorf. Der Schweizer Baustoffkonzern Holcim hat die Übernahme des deutschen Baustoffherstellers Xella abgeschlossen. Für 1,85 Milliarden Euro sichert sich der Konzern damit Baustoff-Marken wie Ytong, Hebel, Silka und Multipor und baut sein Geschäft mit Wand- und Dämmsystemen aus.

Die Akquisition kommt zu einer Zeit, in der die europäische Bauwirtschaft noch immer unter der Schwäche im Wohnungsbau leidet. Holcim setzt damit jedoch auf eine Erholung des Marktes. „Wir glauben, dass sich der Markt in den nächsten fünf bis zehn Jahren erholen wird. Deshalb investieren wir jetzt“, sagte Gutovic. „Man kauft keine Unternehmen, wenn die Gewinne auf Rekordniveau stehen.“

Das Duisburger Unternehmen Xella bietet unter anderem Marken wie „Ytong“, „Silka“, „Hebel“ und „Multipor“ Bau- und Dämmstoffe an. Am bekanntesten ist der „Ytong“-Porenbeton des Baustoffherstellers.

„Systeme zu verkaufen ist immer besser, als einzelne Produkte zu verkaufen“, sagte Gutovic. „Wer nur einen Baustoff verkauft, verschenkt Wertschöpfung.“ Kunden erwarteten zunehmend integrierte Lösungen. „Ein Bauherr will nicht mit sechs Lieferanten sprechen, sondern mit einem“, sagte er.

Gleichzeitig betonte Gutovic, dass es sich nicht um einen Sparkurs handelt. „Diese Übernahme ist eine Wachstumsinvestition, kein Sparprogramm.“ Holcim wolle die Aktivitäten des Duisburger Unternehmens ausbauen, keine Kapazitäten nehmen. „Wir wollen Xella weiter ausbauen und nicht schrumpfen“, sagte der Holcim-Chef.

Besonders große Chancen sieht der Manager im europäischen Sanierungsmarkt. Er sagte: „Rund 75 Prozent der Wohngebäude in Europa sind energetisch ineffizient. Hier liegt ein enormes Potenzial für Sanierungen.“ Die EU und nationale Regierungen drängen auf höhere Energieeffizienz im Gebäudebestand. Davon dürften gerade Anbieter von Dämm- und Wandsystemen profitieren.

Auch für Deutschland zeigt sich Gutovic trotz der anhaltenden Baukrise optimistisch. „Wir gehen davon aus, dass sich die Baukonjunktur in Deutschland in den kommenden fünf bis zehn Jahren erholen wird“, sagte er. Erste Anzeichen dafür seien bereits sichtbar, wie etwa das Sondervermögen für Infrastruktur. Gutovic betonte: „Wir sehen erste positive Signale im deutschen Markt. Die Richtung stimmt.“

Gleichzeitig fordert der Holcim-Chef für einen Aufschwung in der Bauwirtschaft politische Reformen. „Das Problem in Deutschland sind nicht die Baustoffe, sondern die Genehmigungen.“ Vor allem langwierige Verfahren bremsten den Wohnungsbau aus. „Der Schlüssel für den deutschen Wohnungsbau ist Vereinfachung“, sagte Gutovic. „Baugenehmigungen dauern zu lange. Das muss schneller und einfacher werden.“

Für Holcim ist die Xella-Übernahme zugleich Teil einer größeren Konsolidierung der Branche. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Baustoffkonzerne ihr Portfolio durch Zukäufe erweitert. Gutovic rechnet damit, dass sich dieser Trend fortsetzt. „Die Konsolidierung in der Baustoffindustrie läuft bereits – und Holcim wird daran teilnehmen.“

Weitere Übernahmen schließt der Manager nicht aus. Er sagte: „Für unsere ‚NextGen Growth 2030‘-Strategie ist das erst der Anfang. Wir werden unseren Akquisitionskurs fortsetzen.“ Erst im Dezember hatte Holcim den peruanischen Konzern Cementos Pacasmayo übernommen.

Die Übernahme war bereits im vergangenen Jahr angekündigt worden und stand unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Mit dem Abschluss der Transaktion stärkt Holcim nun seine Position im europäischen Markt für Wand- und Dämmsysteme, der nach Unternehmensangaben bis 2030 deutlich wachsen dürfte.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Erholung des europäischen Bau- und Sanierungsmarktes in 5-10 Jahren.

    Likely · Within years

  • Fortsetzung der Konsolidierung in der Baustoffindustrie.

    Very likely · Medium term

Open Questions

  • Wie werden die Xella-Marken integriert?
  • Welche spezifischen Sanierungsprojekte werden angestrebt?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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