
Der Wohnimmobilien-Investor hat seine Beteiligung an der LEG auf 20,04 Prozent aufgestockt. Analysten zeigen sich überrascht.
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Grand City Properties hat seine Beteiligung an der LEG Immobilien AG auf 20,04 Prozent erhöht. Dahinter steht der Aroundtown-Konzern des Investors Yakir Gabay.
Grand City Properties (GYC) hat seine Beteiligung an LEG auf 20,04 Prozent aufgestockt und wird damit zum neuen Großaktionär.
Hinter dem GYC-Mehrheitsaktionär Aroundtown steht der umstrittene israelische Investor Yakir Gabay.
Die LEG-Aktie stieg nach Bekanntgabe um rund 2,5 Prozent. Analysten zeigten sich jedoch überrascht über den Einstieg und die schnelle Aufstockung der Anteile durch GYC.
Aroundtown macht seine Wohnimmobiliensparte mit einem Anteil von 42 Prozent durch den LEG-Einstieg zur größten Portfoliosparte.
Düsseldorf. Es waren prophetische Worte von Lars von Lackum: „Es wäre also absurd zu sagen, dass es nicht weitere Konsolidierung geben kann“, sagte das Chef des zweitgrößten börsennotierten Vermieters vor einem Jahr im Interview mit dem Handelsblatt. Die Frage lautete, ob die Branche nicht weitere große Übernahmen und Fusionen für eine gute Kapitalmarktstory brauche.
Ein Jahr später sieht er sich genau mit dieser Situation konfrontiert. Das Düsseldorfer Unternehmen hat über Nacht einen neuen Großaktionär bekommen. Der Wohnimmobilien-Investor Grand City Properties (GYC) teilte am Dienstagabend mit, er habe seine Beteiligung an der LEG deutlich auf 20,04 Prozent aufgestockt. Dahinter steht die Strategie von GYC-Mehrheitsaktionär Aroundtown, stärker in das Wohnungs- und Hotelgeschäft einzusteigen.
Bisher ist Aroundtown vor allem als Gewerbeimmobilien-Investor bekannt. Hinter dem Unternehmen steht der umstrittene israelische Investor Yakir Gabay. Immer wieder sah sich das Unternehmen mit Vorwürfen von Shortsellern konfrontiert, unter anderem wegen angeblich fehlender Transparenz. Größere Folgen hatten diese Vorwürfe bislang nicht. Der Konzern hat die Kritik stets von sich gewiesen.
Das LEG-Paket von GYC hat einen Wert von gut 700 Millionen Euro. Wie Aroundtown den Kauf finanziert, ist bislang unklar. Die LEG reagierte distanziert auf die Ankündigung. Man nehme den Einstieg zur Kenntnis und sei sich mit dem neuen Aktionär einig, dass „sowohl die Strategie als auch das Immobilienportfolio der LEG erhebliches Aufwärtspotenzial bieten“. Ändern wolle die LEG an ihrer Strategie aber nichts.
Die LEG-Aktie legte zur Eröffnung am Mittwochmorgen um rund 2,5 Prozent auf 47,50 Euro zu. Sie war im Oktober aufgrund der gestiegenen Anleiherenditen auf den tiefsten Stand seit mehr als zwölf Jahren gefallen.
Analysten reagierten verwundert auf den Einstieg. Pierre-Emmanuel Clouard von Jefferies schrieb in einer ersten Bewertung: „Wir haben LEG aufgrund des deutlichen Abschlags auf den NAV (Net Asset Value) als wahrscheinlichen Übernahmekandidaten gesehen. Dass das Interesse von einem anderen börsennotierten Wohnungsvermieter kommt, hatten wir angesichts der Verschuldung in der Branche jedoch nicht erwartet.“
Offen bleibt, wie GYC so schnell einen Anteil von 20 Prozent aufbauen konnte. „Die Ankündigung legt nahe, dass der Anteil schrittweise und weitgehend außerhalb des Blickfelds der Investoren erworben wurde“, vermutet Clouard.
Zuletzt sei bereits ein weiterer unerwarteter Aktionär aufgetreten: Fire Pale Capital hatte eine Beteiligung von rund fünf Prozent gemeldet. „Klar scheint jedoch zu sein, dass jeder ernsthafte Bieter voraussichtlich zunächst mit Aroundtown sprechen müsste, bevor er sich an LEG wendet“, beendet der Analyst seine Einschätzung.
Grand City Properties war als LEG-Anteilseigner bisher nicht in Erscheinung getreten. Nun hängt der Investor den Fondskonzern Blackrock (acht Prozent) als größten Aktionär deutlich ab. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Luxemburg und wird von Berlin aus gesteuert. Es muss allerdings noch auf die Zustimmung des Kartellamts warten, bevor es seine Stimmrechte wahrnehmen kann.
Die Beteiligung an der LEG sei, gemessen am anteiligen Gewinn aus dem Vermietgeschäft (FFO), deutlich günstiger als der Kauf weiterer Immobilien, erklärte GYC. Der anteilige Buchwert des Immobilienbestands der LEG, der in Nordrhein-Westfalen konzentriert ist, belaufe sich auf rund 1,8 Milliarden Euro – das ist deutlich mehr als der Einstiegspreis –, sodass der Kauf zu einem beträchtlichen Buchgewinn führen dürfte. GYC-Chef Refael Zamir sprach von einer „einmaligen Chance, in ein Unternehmen mit einem qualitativ hochwertigen Portfolio und einer stabilen Dividendenpolitik zu investieren“.
GYC betrachte das Aktienpaket als Finanzanlage und könne bis auf 29,9 Prozent weiter aufstocken, behalte sich aber auch vor, die Beteiligung wieder abzubauen oder ganz auszusteigen, hieß es in der Mitteilung. Ab 30 Prozent müsste GYC den übrigen LEG-Aktionären ein Pflichtangebot machen.
Hinter GYC steht der ebenfalls börsennotierte Immobilieninvestor Aroundtown, der 63 Prozent der Anteile hält. Mit dem Einstieg bei der LEG werde das Wohnungsportfolio mit einem Anteil von 42 Prozent die größte Sparte von Aroundtown, hieß es. Der stellvertretende Aroundtown-Chef Kamaldeep Manaktala erklärte, mit der Investition sei der Ausbau der Wohnsparte abgeschlossen. Zuletzt habe Aroundtown bereits seine Beteiligung an Grand City Properties erhöht, Büros in Wohnungen umgewandelt und in den Hotelbestand investiert.
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Kartellamt prüft Stimmrechte von GYC bei LEG
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