
Der neue Greix-Mietpreisindex des IfW zeigt deutliche Unterschiede bei den Angebotsmieten in 37 deutschen Städten und Regionen.
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Der Greix-Mietpreisindex des Kieler Instituts für Weltwirtschaft wertet Immobilienangebote in deutschen Städten und Regionen aus.
Ein neuer Index zeigt, wo die Angebotsmieten besonders kräftig zulegen – und wo Wohnungssuchende noch vergleichsweise günstig wohnen können.
Der Greix-Mietpreisindex des IfW zeigt, dass die Mietpreisentwicklung in 37 deutschen Städten und Regionen im dritten Quartal deutlich auseinanderdriftet.
Die Angebotsmieten in Hamburg stiegen innerhalb eines Jahres um 6,7 Prozent, in Düsseldorf und Köln jeweils um 5,4 Prozent, während Berlin nur um 1,4 Prozent zulegte.
München verzeichnet mit 23,70 Euro Kaltmiete je Quadratmeter das höchste Mietpreisniveau, Chemnitz mit durchschnittlich 6,30 Euro je Quadratmeter das niedrigste.
Bestandswohnungen verteuerten sich bundesweit um 3,7 Prozent, Neubauwohnungen stiegen lediglich um 3,3 Prozent und bleiben länger inseriert.
Frankfurt. Die Mietpreisentwicklung in Deutschlands Metropolen driftet auseinander. Während sich der Anstieg der Angebotsmieten in einigen Großstädten zuletzt deutlich beschleunigt hat, zeigt sich in anderen Städten eine überraschend moderate Entwicklung.
Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Greix-Mietpreisindex des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor, für den Immobilienangebote in 37 deutschen Städten und Regionen ausgewertet wurden.
Bundesweit stiegen die Angebotsmieten im dritten Quartal 2026 demnach um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 3,7 Prozent. „Nachdem sich die Jahresrate zwei Quartale lang um die Marke von drei Prozent bewegt hat, nimmt die Mietpreisdynamik nun wieder leicht zu“, sagt Jonas Zdrzalek, der zuständige Immobilienexperte in Kiel.
Hamburg und Düsseldorf mit den größten Steigerungen
Besonders kräftig verteuerten sich Mietwohnungen innerhalb eines Jahres in Hamburg. Dort stiegen die Angebotsmieten um 6,7 Prozent. Dahinter folgen Düsseldorf und Köln mit jeweils 5,4 Prozent. Auch München verzeichnet mit 4,8 Prozent einen überdurchschnittlichen Anstieg.
Deutlich anders sieht die Entwicklung in Berlin aus. Dort liegen die Angebotsmieten lediglich 1,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im ersten Halbjahr waren sie sogar noch niedriger als ein Jahr zuvor. Auch Stuttgart und Leipzig weisen mit jeweils 1,9 Prozent vergleichsweise moderate Zuwächse auf.
Im kurzfristigen Vergleich deutet sich allerdings gerade in Berlin eine Trendwende an: Gegenüber dem zweiten Quartal verteuerten sich die Angebotsmieten um 2,1 Prozent – stärker als in jeder anderen der acht Metropolen. In Düsseldorf betrug das Plus zwei Prozent. In Köln stagnierten die Mieten dagegen zuletzt.
Wo Mieter am meisten zahlen
Das höchste Mietpreisniveau hat weiterhin München. Dort verlangen Vermieter bei Neuvermietungen durchschnittlich 23,70 Euro Kaltmiete je Quadratmeter. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung entspricht das rechnerisch 1896 Euro monatlich. In Frankfurt werden durchschnittlich 17,90 Euro je Quadratmeter verlangt, in Hamburg 16,50 Euro. Vergleichsweise günstig bleibt Leipzig mit 10,40 Euro.
Eine weitere Entwicklung dürfte Wohnungssuchende besonders interessieren: Die Angebotsmieten für Bestandswohnungen steigen inzwischen stärker als jene für Neubauten. Während sich Bestandswohnungen bundesweit binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent verteuerten, betrug der Anstieg im Neubau lediglich 3,3 Prozent.
Ein Grund könnte die begrenzte Zahlungsbereitschaft der Mieter sein. Neubauwohnungen bleiben in den acht größten Städten mittlerweile durchschnittlich 14 Tage länger inseriert als Bestandswohnungen. Für Wohnungssuchende bedeutet das allerdings nicht automatisch günstigere Neubauwohnungen. Vielmehr könnten sich bei besonders teuren Angeboten die Chancen auf Preisverhandlungen verbessern.
Große Unterschiede auch abseits der Metropolen
Nicht nur in den größten Städten verlaufen die Entwicklungen unterschiedlich. Besonders kräftig stiegen die Angebotsmieten binnen Jahresfrist in Bochum mit 6,3 Prozent, Augsburg mit 5,6 Prozent und Mannheim mit fünf Prozent.
Die günstigsten Mieten unter den untersuchten Städten finden Wohnungssuchende in Chemnitz mit durchschnittlich 6,30 Euro je Quadratmeter, gefolgt von Gelsenkirchen mit 7,70 Euro sowie Duisburg und Hamm mit jeweils 8,60 Euro.
Für Mieter ist allerdings entscheidend, die Zahlen richtig einzuordnen: Der Index erfasst Angebotsmieten, nicht die Mieten in bestehenden Verträgen. Wer bereits seit Jahren in seiner Wohnung lebt, zahlt häufig deutlich weniger als jemand, der heute einen neuen Mietvertrag abschließt. Gerade deshalb trifft die Entwicklung Menschen besonders, die wegen eines Jobwechsels oder einer Familiengründung umziehen müssen.

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