
Eine exklusive Auswertung von Hausgold zeigt starke regionale Unterschiede bei der Vermarktungsdauer von Wohnanzeigen in Deutschland.
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Hohe Preise und Zinsveränderungen belasten den deutschen Immobilienmarkt.
Die hohen Preise zeigen Wirkung: Eine exklusive Auswertung zeigt starke Unterschiede bei der Vermarktungsdauer von Wohnanzeigen. In welchen Städten es für Verkäufer nun am schnellsten geht.
Immobilieninserate bleiben in Deutschland regional sehr unterschiedlich lange online, mit einer Spanne von etwa drei bis fast neun Wochen.
Die Analyse von Hausgold zeigt, dass Verkäufe in Düsseldorf im Durchschnitt 6,2 Wochen dauern, in München dagegen nur fünf Wochen.
Längere Angebotszeiten kommen besonders in Teilen von Rheinland-Pfalz, Thüringen und Brandenburg vor, während bayerische Regionen häufiger kurze Vermarktungszeiten aufweisen.
Frankfurt. Wer seine Immobilie verkaufen will, braucht aktuell nicht nur ein gutes Preisgefühl, sondern mitunter auch Geduld. Denn in Deutschland finden Häuser und Wohnungen nicht überall gleich schnell einen Käufer. Während Immobilieninserate in manchen Regionen schon nach kurzer Zeit wieder verschwinden, bleiben sie andernorts fast neun Wochen verfügbar.
Das zeigt eine Auswertung des Immobilienvermittlers Hausgold, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Untersuchung basiert auf mehreren Hunderttausend Immobilienangeboten aus Printmedien und Onlineportalen. Untersucht wurde, wie lange in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften im Durchschnitt angeboten werden.
Die Unterschiede sind dabei beträchtlich: In den langsamsten Märkten stehen Immobilien fast dreimal so lange zum Verkauf wie in den schnellsten.
Besonders interessant ist dabei der Blick auf die sieben größten deutschen Städte. Denn selbst in den wirtschaftsstarken „Top-7“-Metropolen – Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, Stuttgart und München – mit ihren häufig hohen Immobilienpreisen unterscheiden sich die Vermarktungszeiten deutlich.
Am längsten müssen sich laut der Untersuchung Verkäufer in Düsseldorf gedulden. Dort bleiben Wohnimmobilien im Schnitt 6,2 Wochen inseriert. Knapp dahinter folgt Berlin mit 6,1 Wochen. Auch in Hamburg dauert es mit durchschnittlich 5,9 Wochen vergleichsweise lange, bis ein Angebot wieder vom Markt verschwindet.
In München geht es besonders schnell
In Köln und Frankfurt am Main beträgt die durchschnittliche Inseratsdauer jeweils 5,8 Wochen. Deutlich schneller geht es dagegen in München. In der bayerischen Landeshauptstadt sind Wohnimmobilien im Durchschnitt nur fünf Wochen online. Damit liegt München um gut acht Tage vor Düsseldorf.
„Der Immobilienmarkt ist heute deutlich selektiver als noch vor einigen Jahren“, sagt Hausgold-Chef Sebastian Wagner. Käufer schauten genauer hin, würden Angebote vergleichen und kalkulierten mögliche Sanierungskosten stärker ein. „Unsere Daten zeigen aber auch, dass lange Angebotszeiten kein reines Großstadt- oder Landproblem sind“, betont der Experte.
Wo Geduld besonders gefragt ist
So sind die Unterschiede auf Ebene der rund 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte noch deutlich größer. Den Negativrekord hält laut den Zahlen des Vermittlers Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. In der kreisfreien Stadt bleiben Immobilien im Durchschnitt 8,8 Wochen online.
Auf dem zweiten Platz folgt Cottbus in Brandenburg mit 8,5 Wochen. Im thüringischen Landkreis Hildburghausen sind es 8,4 Wochen. Ebenfalls vergleichsweise lange Vermarktungszeiten weisen Eisenach mit acht Wochen sowie Suhl und die Landkreise Kaiserslautern und Südwestpfalz mit jeweils 7,8 Wochen auf.
In diesen Kreisen warten Verkäufer kaum
Am anderen Ende der Rangliste steht der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Dort bleiben Immobilienangebote durchschnittlich nur 3,1 Wochen online – der niedrigste Wert der gesamten Auswertung. Auf den weiteren Plätzen folgen die oberfränkische Stadt Hof mit 3,7 Wochen und Frankenthal in Rheinland-Pfalz mit 3,8 Wochen. Auch Bamberg und der Landkreis Regen gehören mit jeweils vier Wochen zu den Regionen mit besonders kurzen Inseratszeiten.
Wichtig dabei zu wissen: Die von Hausgold ausgewiesene Vermarktungsdauer misst nur, wie lange ein Inserat veröffentlicht bleibt. Ob die Immobilie anschließend tatsächlich verkauft wurde, zu welchem Preis der Abschluss erfolgte oder ob der Anbieter sein Inserat lediglich zurückgezogen hat, geht aus den Daten nicht hervor.
Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich besonders in Teilen von Rheinland-Pfalz, Thüringen und Brandenburg längere Angebotszeiten zeigen. Auch Chemnitz in Sachsen gehört mit 7,7 Wochen zu den Märkten, in denen Verkäufer vergleichsweise lange auf die Beendigung ihres Inserats warten müssen.
Bayern sehr präsent bei kurzer Vermarktungszeit
Auffällig ist dabei die starke Präsenz bayerischer Städte und Landkreise unter den schnellsten Immobilienmärkten. Neben Neumarkt, Hof, Bamberg und Regen finden sich auch Schweinfurt, Ingolstadt, Kempten und Kaufbeuren im unteren Bereich der Rangliste.
Der gerade vorgelegte Mietenindex des Kieler Weltwirtschaftsinstituts (IfW) stellte diese Woche auch auf dem Mietmarkt eine längere Vermarktungsdauer in den großen Metropolen fest. „Neubauwohnungen in den großen Städten gehören zu den teuersten Angeboten am Mietmarkt“, sagte Jonas Zdrzalek, Immobilienexperte des IfW. Bei diesen Preisen komme nur noch ein kleinerer Kreis von Haushalten als Mieter infrage, und das könne die Vermarktung verlängern.
Allerdings zeigt die Rangliste von Hausgold auch, dass kurze Angebotszeiten keineswegs auf wirtschaftsstarke oder besonders teure Regionen beschränkt sind. So zählen mit Mansfeld-Südharz und dem Kyffhäuserkreis zwei Regionen in Sachsen-Anhalt beziehungsweise Thüringen ebenfalls zu den schnellsten Märkten. Über alle in der Kreisauswertung erfassten Gebietseinträge hinweg liegt die durchschnittliche Angebotsdauer bei rechnerisch rund 5,9 Wochen.

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