Immobilien: „Verdacht von Korruptionsstraftaten“: Behörden durchsuchen Bayerische Versorgungskammer
Ermittlungen wegen verlustreicher US-Immobilieninvestitionen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Finance Group ausgeweitet.
Quick Look
- Die Staatsanwaltschaft München durchsucht die Zentrale der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) wegen Korruptionsverdachts bei US-Immobilieninvestitionen.
- Es besteht der Verdacht, dass Manager der Deutschen Finance Group BVK-Mitarbeiter bestochen haben.
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Why It Matters
Die BVK investierte rund 1,6 Milliarden Euro in US-Immobilien über Fonds der Deutschen Finance Group. Dabei drohen Verluste von bis zu 800 Millionen Euro.
Die Staatsanwaltschaft München durchsucht die größte deutsche Versorgungskammer. Es ist schon die zweite Razzia der Ermittler in dieser Woche wegen eines Korruptionsverdachts.
Düsseldorf. Die Strafverfolgungsbehörden weiten die Ermittlungen um das Investmentdesaster der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) und der Deutschen Finance Group (DFG) aus: Seit dem Morgen durchsucht die Staatsanwaltschaft München I die Zentrale der BVK.
Wie die Behörde am Mittag mitteilte, ermittelt sie „wegen des Verdachts von Korruptionsstraftaten im Zusammenhang mit verlustreichen Immobilieninvestitionen der BVK in sieben Immobilienprojekte in New York, Miami Beach, Beverly Hills, Chicago und San Francisco, die sie unter Einbindung der DFG getätigt hat“.
Hintergrund ist der Verdacht, dass Manager der Deutschen Finance Mitarbeiter der BVK mit Reisen und Vergünstigungen geschmiert haben könnten.
Die Vorwürfe richten sich der Staatsanwaltschaft zufolge gegen einen aktuellen und einen ehemaligen Mitarbeiter der für Kapitalanlagen in Immobilien zuständigen Abteilung der BVK sowie gegen ein Mitglied des Managements der Deutschen Finance.
Erst am Dienstag hatten die Ermittler in dem Zusammenhang die Zentrale der Deutschen Finance in München durchsucht. Die BVK hatte rund 1,6 Milliarden Euro in US-Immobilien investiert, die über Fondsstrukturen der Deutschen Finance organisiert wurden.
Das bekannteste Objekt ist die „Transamerica Pyramid“ in San Francisco. Als Folge der Deals drohen der BVK Verluste von bis zu 800 Millionen Euro. 163 Millionen Euro musste die Kammer schon abschreiben.
Als größte öffentlich-rechtliche Versorgungsgruppe Deutschlands führt die BVK die Geschäfte von zwölf berufsständischen und kommunalen Altersversorgungseinrichtungen. Allein in Bayern hat etwa jeder fünfte Haushalt Ansprüche auf Leistungen der BVK, die ein Vermögen von rund 122 Milliarden Euro verwaltet.
Auf eine kurzfristige Anfrage des Handelsblatts reagierte die BVK bisher nicht.
Open Questions
- Welche konkreten Vergünstigungen wurden gewährt?
- Wie hoch ist der tatsächliche finanzielle Schaden für die Versicherten?







