
Ein Flydubai-Kapitän wurde im Flug von seinem Kopiloten mit Messerstichen verletzt, konnte aber dank seines Eingreifens Passagiere alarmieren und einen Absturz verhindern.
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Ein Flydubai-Flug nach Israel geriet in einen Sturzflug, nachdem der Kopilot den Kapitän im Cockpit mit Messern attackiert hatte.
Der indische Flugkapitän, der im Cockpit des Flydubai-Flugs FZ1073 nach Tel Aviv vom Kopiloten verletzt wurde, geht seinem Beruf offenbar mit großer Leidenschaft nach. Er fühle sich „gesegnet“, als Pilot arbeiten zu können, hatte Smit Machchhar im vergangenen Jahr in einem Podcast erklärt. In dem Gespräch hatte er auch den Stellenwert von Flugsicherheit und einer fähigen Crew betont. „Wenn etwas schiefgeht, braucht man sie“, sagte der Pilot in dem nun viralen Video.
Für den indischen Flugkapitän war dieser Moment am Mittwoch gekommen. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge hatte der Kopilot auf ihn eingestochen, als sich der Flug am Morgen von Dubai aus Israel näherte. Das Flugzeug war darauf in einen Sturzflug geraten. Wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berichtete, hatte der Flugkapitän trotz schwerer Stichwunden Widerstand geleistet. Er öffnete die Cockpittür, sodass Passagiere den Angreifer überwältigen konnten.
Damit habe er eine Katastrophe mitten in der Luft verhindert, schrieb der Regierungschef weiter. „Er ist ein echter Held“, so Netanjahu. Auch der indische Ministerpräsident Narendra Modi rühmte Machchhar am Mittwoch auf X für seine Tapferkeit. Am Donnerstag sagte Modi in einer Rede, der Pilot habe „einen Anschlag wie am 11. September“ verhindert. „1,4 Milliarden Inder zollen Kapitän Smit ihren Respekt und beten für sein Wohlergehen“, so Modi. Er habe zuvor auch mit der Familie des Piloten gesprochen.
Ein erfahrener Pilot mit rund 10.000 Flugstunden
Der schwer verletzte Pilot, dessen Zustand stabil sein soll, hat seinem Profil auf LinkedIn zufolge in seiner Laufbahn einen „starken Fokus auf Sicherheit“ gelegt. Den Angaben zufolge hat er in mehr als 13 Jahren insgesamt 9740 Flugstunden angesammelt. Spezialisiert sei er auf Flugzeuge des Typs Boeing 737. Außerdem habe er Erfahrung bei der Aus- und Fortbildung von Piloten. Dem Profil zufolge hatte er elf Jahre bei der indischen Fluggesellschaft Spicejet gearbeitet und war im Juni 2022 zu Flydubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewechselt.
Anders als bei vielen Berufskollegen sei es nicht schon als Kind gehegter Wunsch gewesen, Pilot zu werden, hatte Machchhar in dem Podcast erklärt. Zunächst habe er einen Kurs in Textiltechnik absolviert, um in das Familiengeschäft einsteigen zu können. Daraufhin machte er seinen Bachelor in Management. Dabei habe er ein Seminar über die Luftfahrtbranche besucht. Mit 19 Jahren entschloss er sich, Pilot zu werden. Zudem berichtete der Familienvater, dass er auf ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben sowie auf ausreichende Ruhezeiten achte.
Er will seine Passagiere heil ans Ziel bringen
In dem Podcast berichtete der Pilot weiter, er habe in seiner Karriere nur kleinere technische Probleme und Verspätungen erlebt. Bis dahin habe er auch keine Notlandung durchführen müssen. Als Pilot sei er dafür verantwortlich, dass die Passagiere heil aus dem Flugzeug steigen könnten. „Das ist, was ich will“, sagte er.
Aufgrund seiner starken Verletzungen hatten einige Passagiere – darunter eine zweite Crew, die sich an Bord befand – die Kontrolle über das Flugzeug übernommen und es sicher notgelandet. Videos zeigten, wie der blutüberströmte Pilot auf dem Boden lag. Ein israelischer Zahnarzt leistete Erste Hilfe.
Der indischen Botschaft zufolge wird er in einem Krankenhaus in der Stadt Tabuk im Nordwesten Saudi-Arabiens behandelt. „Er wird medizinisch versorgt und ist in Sicherheit“, sagte ein Sprecher der indischen Regierung am Donnerstag. An seinem ehemaligen Wohnort Ghatkopar, einem Vorort von Mumbai, waren die Menschen voll des Lobes. Ein Jugendfreund sagte der Nachrichtenagentur PTI, Machchhar sei schon als Jugendlicher ein „besonnener“ Mensch gewesen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch im Weißen Haus gesagt, dass der Pilot trotz seiner „sehr schlechten Verfassung“ Geistesgegenwart gezeigt habe.
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