Der Schweizer kündigt Kandidatur für die Fifa-Präsidentschaft an. Unterdessen berät die Uefa in Berlin über das weitere Vorgehen im Machtkampf.
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Gianni Infantino führt den Weltverband Fifa seit 2016 an und steht wegen seines Führungsstils und gescheiterter Vermarktungsvorhaben unter Druck.
Der frühere Fußballprofi Ramon Vega hat sich für die Wahl des Fifa-Präsidenten ins Spiel gebracht und will Gianni Infantino herausfordern. Der 55 Jahre alte Schweizer erklärte via Medien als erster möglicher Gegenkandidat des umstrittenen Chefs des Weltverbands öffentlich seine Ambitionen. Er verspreche „fundamentale Reformen“, sagte Vega zuerst dem Schweizer Mediendienst Klein Report.
Der frühere Nationalspieler hatte unter anderem bereits bei der Wiederwahl von Infantino im Jahr 2019 eine Kandidatur in Erwägung gezogen, hatte aber keine offizielle Nominierung geschafft. Dafür hätte er Unterstützerschreiben von mindestens fünf Fifa-Mitgliedsverbänden vorlegen müssen. Dieses Kriterium muss Vega nun auch erfüllen und ebenso eine Tätigkeit im Fußball in mindestens zwei der vergangenen fünf Jahre nachweisen.
Die Spitze der Europäischen Fußball-Union Uefa sowie die Präsidenten und Generalsekretäre der 55 Uefa-Mitgliedsverbände wollen am Donnerstag bei einem Treffen in Berlin das weitere Vorgehen im Machtkampf im Weltfußball besprechen. Zahlreiche Verbände Europas haben Infantino das Vertrauen entzogen, auch der Deutsche Fußball-Bund hat sich deutlich gegen den Fifa-Präsidenten gestellt.
Infantino war nach einem letztlich gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten. Auch sein Führungsstil wird von Teilen der Fußball-Welt scharf kritisiert. Er hatte darauf zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der Fifa angeboten.
Der 56-Jährige führt den Weltverband seit 2016 an, beim nächsten Fifa-Kongress im März 2027 im marokkanischen Rabat strebt er die Wiederwahl für eine vierte Amtszeit an. Bis zum Ende des 18. Novembers hat die Opposition, zu der auch zahlreiche Verbände aus Nord- und Mittelamerika sowie Teile Asiens zählen, Zeit, offiziell einen Gegenkandidaten zu benennen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die europäischen Verbände bereits am Donnerstag öffentlich einen Anwärter präsentieren.
Als möglicher Kandidat gilt der Kanadier Victor Montagliani, Präsident des Kontinentalverbands aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik. Öffentlich gehandelt wurden ebenfalls Aleksander Ceferin, Präsident der Europäischen Fußball-Union, und Nasser al-Khelaifi, katarischer Chef von Paris Saint-Germain – beide haben jedoch mehrfach alle Ambitionen von sich gewiesen.
In Asien scheint hingegen die klare Front gegen Infantino zu bröckeln. Nachdem sich zuletzt mehrere arabische Verbände im Machtkampf auf die Seite des umstrittenen Chefs des Weltverbands gestellt hatten, schlägt auch der Präsident des asiatischen Kontinentalverbands AFC moderatere Töne als zuvor an.
Es gehe im angestrebten Reformprozess nicht um eine grundlegende Neugestaltung des Fifa-Governance-Systems, heißt es in einem Brief von Fifa-Vizepräsident Scheich Salman bin Ibrahim al-Chalifa an Infantino, der auch an die weiteren Chefs der Konföderationen ging. Es müsse vielmehr geprüft werden, ob die bestehenden Governance-Strukturen der Fifa gestärkt werden können. Dafür schlägt er eine interne Arbeitsgruppe vor. Der Brief liegt der dpa im Wortlaut vor, zuerst hatte „The Athletic“ berichtet.
Vor zwei Monaten hatte der Top-Funktionär aus Bahrain Infantino noch in einem gemeinsamen Schreiben mit den Chefs der Kontinentalverbände aus Europa und Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik scharf attackiert. Dies hatte unter anderem für Kritik aus Katar gesorgt. Diese Woche hatten 22 arabische Verbände, darunter zwölf aus Asien, ihre Unterstützung für Infantino erklärt.
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Uefa-Verbände besprechen weiteres Vorgehen bei Treffen in Berlin
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