+++ Iran-Krieg +++: Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein – Lawrow in Teheran
Lawrow in Teheran, Huthi-Angriffe im Jemen und Gewalt im Westjordanland prägen die Lage
Quick Look
- Russlands Außenminister Lawrow reist zu Gesprächen nach Teheran.
- Gleichzeitig intensivieren sich Angriffe von Huthi-Milizen im Jemen auf Saudi-Arabien, Tankervorfälle ereignen sich am Persischen Golf, und es kommt zu Gewalt im Westjordanland.
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Why It Matters
Militärische Spannungen zwischen den USA, dem Iran und regionalen Akteuren haben sich durch Angriffe und Pattsituationen verschärft.
Lawrow für Gespränge in Teheran eingetroffen
Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist angesichts der anhaltenden militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran zu einem Besuch nach Teheran gereist. Bei den Gesprächen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und Präsident Massud Peseschkian soll es um bilaterale Abkommen, regionale Entwicklungen sowie gemeinsame Logistik- und Energieprojekte gehen. Geplant sind zudem Beratungen über die Lage am Persischen Golf und mögliche Auswege aus der internationalen Krise. Moskau macht dafür die „rechtswidrige Aggression der USA und Israels gegen den Iran“ verantwortlich.
Die iranische Führung befürchtet eine neue militärische Eskalation und rechnete zuletzt mit einem möglichen Angriff der USA oder Israels. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Oktober erklärt, den Iran nicht vor den Kongresswahlen am 3. November angreifen zu wollen. Teheran betrachtet Russland als wichtigen Verbündeten und hofft im Krieg auf militärische Unterstützung. Die Möglichkeiten Moskaus sind durch den Krieg in der Ukraine jedoch eingeschränkt. Anfang 2025 schlossen Russland und der Iran ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft, das die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für 20 Jahre vertiefen soll. Eine Beistandsklausel für den Kriegsfall enthält es nicht.
Huthi-Miliz greift Militärlager im Jemen an
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat ein Militärlager der Regierungstruppen im Süden des Jemens angegriffen und dabei nach Angaben jemenitischer Militärvertreter mindestens 20 Soldaten getötet. Die Rebellen hätten ballistische Raketen auf das Militärlager al-Alam in der Provinz Schabwa im Süden des Landes abgefeuert, sagten zwei Militärvertreter. Bei dem Angriff seien zudem mindestens zwei Dutzend Soldaten verletzt worden.
Die Militärvertreter der international anerkannten Regierung äußerten sich anonym, weil sie nicht befugt waren, mit den Medien zu sprechen. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Der Angriff war einer der folgenschwersten seit der jüngsten Eskalation der Kämpfe, die eine Waffenruhe im jemenitischen Bürgerkrieg von 2022 beendete.
Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein
Das Auswärtige Amt hat den iranischen Botschafter in Berlin, Majid Nili Ahmadabadi, einbestellt. Hintergrund sind iranische Attentatspläne gegen jüdische Vertreter in Deutschland. Angriffe auf jüdisches Leben und auf diejenigen, die es verteidigen, würden nicht toleriert, teilte das Ministerium am Montag auf der Plattform X mit. Die Attentatsversuche auf den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hätten juristische Konsequenzen.
Das Ministerium verwies zudem darauf, dass sich die Bundesregierung erfolgreich für eine Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation in der EU eingesetzt habe. Außenminister Johann Wadephul hatte am Freitag vor hybriden Angriffen des Regimes in Europa gewarnt und der Führung in Teheran mit Konsequenzen gedroht. Europa befinde sich im Fadenkreuz Irans, erklärte Wadephul.
Der Außenminister reagierte damit auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg vom vergangenen Donnerstag. Das Gericht hatte zwei Männer mit Verbindungen nach Teheran wegen versuchter Mordanschläge auf Schuster und Beck zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Ägypten sagt Saudi-Arabien Hilfe bei Verteidigung zu
Ägypten will den regionalen Nachbarn Saudi-Arabien bei der Verteidigung gegen die Huthi-Miliz im Jemen unterstützen und könnte dafür womöglich auch eigene Soldaten in dem Golfstaat stationieren. Ägypten werde Saudi-Arabien „alle notwendige und mögliche Unterstützung geben, um dessen Sicherheit und Stabilität zu verteidigen“, teilte der Nationale Verteidigungsrat mit, in dem Präsident Abdel Fattah al-Sisi den Vorsitz hat. Details oder konkrete Pläne nannte er nicht.
Al-Sisi sagte bereits am Samstag, dass sein Land „jeden Schritt“ unternehmen werde, um Saudi-Arabien zu schützen, wenn Riad die Regierung in Kairo darum bitten würde. Es gehe dabei aber nur um Verteidigung. „Ich spreche nicht davon, gegen irgendjemand in den Krieg zu ziehen oder irgendjemand anzugreifen“, sagte al-Sisi. Es ist unklar, wie schnell und in welchem Umfang sich Ägypten bei einem Gesuch tatsächlich beteiligen würde. Die Monarchie Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Verbündeten und größten Geldgeber für Ägypten.
EU verurteilt Angriffe von Siedlern im Westjordanland
Die Europäische Union hat Angriffe gewalttätiger israelischer Siedler im Westjordanland auf Palästinenser und europäische Diplomaten scharf verurteilt. Die EU nehme entsprechende Kritik durch israelische Vertreter zwar positiv zur Kenntnis, erwarte jedoch eine vollständige Aufklärung sowie wirksame Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Gewalt, teilt die EU mit. Dies gelte auch für die laufende Olivenernte und den Schutz von Journalisten. Der belgische Außenminister Maxime Prevot hatte am Samstag erklärt, Siedler hätten im besetzten Westjordanland palästinensische Zivilisten, europäische Diplomaten und einen französischen Bürgermeister angegriffen.
Iran: Angebot zur Öffnung der Straße von Hormus steht
Der Iran hat sein Angebot an die USA zur Wiederöffnung der Straße von Hormus untermauert. Die Öffnung der Meerenge könne innerhalb von sieben Tagen stattfinden, sagt Außenminister Abbas Aragtschi am Rande eines Treffens der Organisation für Islamische Zusammenarbeit in Bagdad. Die Führung in Teheran prüfe derzeit eine Antwort aus Washington. Zu den iranischen Bedingungen gehören unter anderem ein Ende der US-Blockade iranischer Häfen sowie der Sanktionen gegen Ölexporte des Landes. Die USA fordern im Gegenzug eine deutliche Reduzierung der iranischen Uran-Anreicherung, um den seit acht Monaten andauernden Krieg zu beenden. Durch die strategisch wichtige Meerenge lief vor dem Konflikt etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit Öl und Flüssigerdgas (LNG).
Irans Parlament bestätigt neuen Verteidigungsminister
Das iranische Parlament hat die Ernennung des Raumfahrtexperten Mehrdad Achlaki Ketabtschi zum neuen Verteidigungsminister gebilligt. Damit endet eine monatelange Übergangsphase an der Spitze des Ministeriums. Ketabtschi, der ehemalige Chef der staatlichen Organisation für Luft- und Raumfahrtindustrie, leitet künftig den Rüstungs- und Beschaffungsapparat des Landes.
Kurz nach seiner Bestätigung richtete der neue Ressortchef scharfe Drohungen an die USA. Der US-Präsident solle sich darauf konzentrieren, seine Truppen sicher aus der Region abzuziehen, sagte Achlaki Ketabtschi. „Wenn er eine einzige Bombe abwirft, wird er sehen, wie viele seine Soldaten die Region in waagerechter Position verlassen müssen.“
Ketabtschi ist mit internationalen Sanktionen belegt. Die EU wirft ihm vor, an der Beschaffung verbotener Güter sowie an Technologien zur Unterstützung des iranischen Nuklearprogramms beteiligt gewesen zu sein. Auch die Europäische Union, die UN und die USA hatten Sanktionen gegen ihn verhängt.
Saudi-Arabien fängt zwei ballistische Raketen aus dem Jemen ab
Das Militär in Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben zwei ballistische Raketen aus dem Jemen abgefangen. Sie seien auf die Großstadt Chamis Muschait im Südwesten des Landes zugeflogen, hieß es. Im Bereich der Hauptstadt Riad wurde zudem eine Drohne der jemenitischen Huthi-Miliz abgefangen und zerstört, wie der Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses zum Kampf gegen die Huthi, Turki al-Maliki, in der Nacht auf der Plattform X berichtete.
Die schiitische Huthi-Miliz griff zuletzt mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern mehrfach Ziele im benachbarten sunnitischen Königreich Saudi-Arabien an. Dabei gab es auch Tote und Verletzte, unter anderem am Flughafen der Hauptstadt Riad. Auch Ölanlagen wurden angegriffen. Saudi-Arabien wiederum ist mit der international anerkannten Regierung im Jemen verbündet und greift Ziele der Huthi an. Die Miliz kontrolliert Gebiete im Norden und Westen des Jemens und wird vom Iran unterstützt.
Bericht: Siedler attackieren EU-Diplomaten im Westjordanland
Eine Gruppe israelischer Siedler hat nach Angaben des israelischen Armeeradios Fahrzeuge europäischer Diplomaten im Westjordanland angegriffen. Wie der Militärkorrespondent Doron Kadosh auf X mitteilte, umstellten nach Angaben von Augenzeugen sieben maskierte Männer mit ihren Geländewagen ein Diplomatenfahrzeug, verlangten Ausweise und zertrümmerten eine Fensterscheibe. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie ein Diplomat am Boden liegt.
Der Vorfall ereignete sich während der Olivenernte nahe der Ortschaft Taibe. Eine Stellungnahme der israelischen Armee liegt bislang nicht vor.
Iran meldet erneut Explosion an Supertanker
Im Konflikt um die Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden erneut ein Supertanker auf eine Seemine aufgefahren. Es sei heute zu einer „gewaltigen Explosion im Maschinenraum“ des Tankers gekommen, hieß es in einer Erklärung der mächtigen Militärorganisation. Das Schiff sei in der Folge zum Stillstand gekommen. Bereits in der Nacht hatten die Revolutionsgarden einen ähnlichen Vorfall gemeldet.
Zunächst war unklar, wo sich der Vorfall genau ereignete. Die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) berichtete heute über zwei Angriffe auf Tankschiffe Hunderte Kilometer entfernt von der Straße von Hormus im Persischen Golf nahe der Küste Saudi-Arabiens. Diese seien jedoch bereits am Freitag erfolgt.
Behörde: Tanker vor saudi-arabischer Küste beschossen
Vor der saudi-arabischen Küste ist nach Behördenangaben ein Tanker von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Der Vorfall habe sich am Freitag 68 Seemeilen (rund 125 Kilometer) nordöstlich der saudi-arabischen Stadt Dschubail ereignet, teilt die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO mit. Der Tanker sei evakuiert und die Besatzung befinde sich in Sicherheit.
Berichte über Umweltschäden lägen nicht vor. In einer zweiten Meldung berichtet die UKMTO daraufhin, dass ein Tanker 78 Seemeilen nordöstlich von Dschubail von einem kleinen Boot aus mit einer raketengetriebenen Granate beschossen worden sei. Dabei sei das Heck auf der Backbordseite beschädigt worden. Die Besatzung sei auch in diesem Fall in Sicherheit. Das genaue Ausmaß der Schäden und mögliche Umweltschäden seien noch unklar. Ob es sich bei den beiden Berichten um denselben Vorfall handelt, kann die Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Iran: Supertanker fährt in Straße von Hormus auf Seemine
In der Straße von Hormus ist ein Supertanker nach Angaben der Iranischen Revolutionsgarden auf eine Seemine aufgefahren. Es habe eine Explosion und einen Brand an Bord gegeben. Iranische Medien berichteten unter Berufung auf die Elite-Einheit des Militärs weiter, der Tanker habe mehr als zwei Millionen Barrel (Fässer je 159 Liter) Rohöl geladen. Das Schiff habe versucht, die Meerenge unerlaubt mit Täuschungsmanövern und der Unterstützung des US-Militärs zu passieren. Die Straße von Hormus sei geschlossen, betonten die Revolutionsgarden demnach.
Die iranischen Angaben zu dem Vorfall ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Auch das Ausmaß des Brandes an Bord des Tankers blieb zunächst unklar, genauso wie Verbleib und Wohlergehen der Besatzungsmitglieder. Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) und die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) machten in der Nacht zunächst keine Angaben zu dem vom Iran berichteten Vorfall.
Saudischer Zivilschutz gibt Entwarnung für die Grenzregion
Der saudische Zivilschutz gibt am frühen Morgen nach einer Warnung vor Angriffen in der Stadt Abha nahe der jemenitischen Grenze wieder Entwarnung. Zuvor hatte der Zivilschutz vor Angriffen in der Region Dschasan und der südwestlichen Stadt Chamis Muschait gewarnt. In der Grenzregion häufen sich die Warnmeldungen, seit die Kämpfe im vergangenen Monat wieder aufgeflammt sind. Huthi-nahe Medien berichten zudem von Angriffen östlich der Stadt Saada im Nordwesten des Jemen. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition teilt mit, sie habe in dem Gebiet zwei Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zerstört.
Raketen treffen Flughafen Aden – Angriff auf Saudi-Ölstadt abgewehrt
Auf dem internationalen Flughafen von Aden im Süden des Jemen schlagen zwei Raketen ein. Gleichzeitig fängt eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete auf die saudische Öl-Metropole Yanbu am Roten Meer ab. Die Sicherheitsbehörden in Aden machen die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen für den Angriff auf den Flughafen verantwortlich. Opfer gibt es nicht, obwohl sich zum Zeitpunkt des Einschlags ein Passagierflugzeug auf den Start nach Kairo vorbereitet. Die Militärkoalition zerstört zudem zwei Marschflugkörper über dem Roten Meer sowie drei Drohnen in Saudi-Arabien, nennt jedoch keine Verantwortlichen. Über Yanbu wickelt das Königreich Ölexporte ab, um die strategisch wichtige Straße von Hormus zu umgehen.
Trump: Saudi-Arabien dürfte Israels Hilfe gegen Huthi annehmen
US-Präsident Donald Trump hält es für wahrscheinlich, dass Saudi-Arabien Hilfe von Israel im Kampf gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz annehmen wird. Das sagte Trump am Freitag vor dem Weißen Haus, bevor er zu einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia abflog.
„Ich denke, das werden sie, ganz sicher“, sagte der Präsident. „Israel war Saudi-Arabien sehr hilfreich. Und ja, das würden sie sicherlich tun.“ Saudi-Arabien und Israel unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen, obwohl Trump während seiner Amtszeit versucht hat, dies zu fördern.
Die Huthi gelten derzeit als effektivster bewaffneter Stellvertreter des Irans. Experten zufolge verfolgen sie jedoch auch eigene Ziele. Unabhängig davon üben sie mit ihren Angriffen auf Ziele in Saudi-Arabien zunehmenden Druck auf einen wichtigen Verbündeten der USA aus.
US-Pressefotografin bei Siedlergewalt im Westjordanland verletzt
Bei Übergriffen israelischer Siedler auf palästinensische Dörfer im Westjordanland ist eine Journalistin der „Washington Post“ verletzt worden. Mehrere Maskierte hätten am Freitag das Dorf Abu Falah angegriffen und sie geschlagen, berichtete die Fotografin Heidi Levine. Die Angreifer seien mit Flaschen und Schleudern bewaffnet gewesen. „Sie haben mich etwa zehn Minuten lang getreten“, sagte Levine.
„Ich habe versucht, meine Kameras und meine Tasche festzuhalten.“
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Anhalten der militärischen Spannungen und Tankerangriffe in der Golfregion
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- Wie reagieren die USA auf das iranische Angebot bezüglich der Straße von Hormus?
- Werden ägyptische Truppen tatsächlich in Saudi-Arabien stationiert?





