
Israelische Angriffe im Gazastreifen, Huthi-Offensive in Saudi-Arabien und diplomatische Gespräche zwischen Russland und dem Iran prägen die Lage.
Inmitten wachsender militärischer Spannungen im Nahen Osten kam es zu israelischen Angriffen im Gazastreifen, Minentreffern an Tankern bei der Straße von Hormus und Huthi-Angriffen in Saudi-Arabien, die zur Verschiebung der FII-Konferenz führten.
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Anhaltende Konflikte zwischen Israel, dem Iran und jemenitischen Huthi-Rebellen sorgen für regionale Destabilisierung.
Anna Lena Stahl
Krankenhaus: Israelischer Angriff tötet zwei Menschen im Gazastreifen
Bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen sind nach Krankenhausangaben zwei Menschen getötet worden. Es handle sich um einen Mann und eine Frau, teilte das Schifa-Krankenhaus am Dienstag mit. Das israelische Militär erklärte, es habe einen Kämpfer der militant-islamistischen Hamas ins Visier genommen. Bereits am Montag waren bei Luftangriffen im Gazastreifen vier Menschen getötet worden.
Das Gesundheitsministerium im Gazastreifen hat seit Beginn der Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel vor gut einem Jahr mehr als 1.500 Palästinenser als Todesopfer israelischer Angriffe gezählt. UN-Organisationen und unabhängige Experten halten die Zahlen im Allgemeinen für zuverlässig. Das von der Hamas kontrollierte Ministerium schlüsselt allerdings nicht auf, wie viele Zivilisten und Kämpfer unter den Toten sind.
Henning Ott
Iran: Zwei Tanker brennen nach Minentreffern nahe Straße von Hormus
Zwei Tanker sind iranischen Angaben zufolge südlich der Straße von Hormus auf Minen gelaufen und in Brand geraten. Wann sich die Vorfälle ereignet haben, lässt die Marine der Revolutionsgarden in ihrer von Staatsmedien verbreiteten Erklärung offen. Zudem sei in der Nacht eine US-Drohne durch den Iran abgeschossen worden, heißt es in der Mitteilung weiter.
Anna Lena Stahl
Hegseth in Israel – Gespräch mit Netanjahu über Iran
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat bei einem unangekündigten Besuch in Israel mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über den Iran gesprochen. Dies verlautet aus israelischen Regierungskreisen. Das Pentagon lehnt eine Stellungnahme ab, das Büro des israelischen Ministerpräsidenten reagiert zunächst nicht auf eine Anfrage. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten zuletzt zugenommen. Zudem stehen in Israel in der kommenden Woche Parlamentswahlen an, für die US-Präsident Donald Trump Netanjahu seine Unterstützung zugesagt hat.
Henning Ott
Massenfestnahme ultraorthodoxer Wehrdienstverweigerer
Rund 40 streng religiöse jüdische Wehrdienstverweigerer sind nach Medienberichten nach ihrer Rückkehr nach Israel am Tel Aviver Flughafen festgenommen worden. Der Armeesender meldete, die Massenfestnahme sei nach der Landung der Männer mit einem Flugzeug aus New York erfolgt. Die ultraorthodoxe Chabad-Bewegung, der sie angehörten, habe eine Reihe von Protesten angekündigt.
Die Zeitung „Times of Israel“ berichtete, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Festnahme streng religiöser Wehrdienstverweigerer als „schädlich“ kritisiert. Der Vorsitzende der rechtskonservativen Likud-Partei ist bei der Parlamentswahl in einer Woche auf die Unterstützung der strengreligiösen Parteien angewiesen.
Der Streit um die Wehrpflicht für streng religiöse Juden sorgt seit langem für heftige Spannungen in Israel. Die Armee dringt angesichts des anhaltenden Mangels an Kampfsoldaten auf deren Einberufung, während ultraorthodoxe Parteien eine Wehrpflicht für ihre Glaubensgemeinschaft ablehnen.
Lara Dehari
Saudi-Arabien verschiebt Investorenkonferenz wegen Angriffen
Die Angriffe der Huthi-Miliz in Saudi-Arabien belasten die Wirtschaft des Königreichs schwer. Die jährliche Investorenkonferenz Future Investment Initiative (FII), die in knapp einer Woche in Riad eröffnen sollte, wurde auf kommendes Jahr verschoben. Die Entscheidung beruhe auf einer „tiefen Verpflichtung gegenüber unseren Partnern, Mitgliedern, Rednern und Delegierten“, teilte die Vorsitzende der Konferenz, Maha bint Mischari, bei X mit. Ein neuer Termin steht bisher nicht fest.
Lara Dehari
Iran meldet Abschuss von US-Kampfdrohne
Der Iran hat inmitten neuer militärischer Spannungen mit den USA den Abschuss einer Kampfdrohne gemeldet. Die Drohne vom Typ MQ-9 Reaper sei über der Straße von Hormus von einem neuen und fortschrittlichen Flugabwehrsystem getroffen und zerstört worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim.
Der Agentur Tasnim zufolge haben Irans Streitkräfte seit Kriegsausbruch bereits mehr als 50 Drohnen dieses Typs zerstört. Von der US-Armee lag zunächst keine Bestätigung dafür vor. In der Regel lassen sich die Angaben nicht unabhängig verifizieren.
Sabrina Frangos
UN kürzen Nahrungsmittelhilfe für 700.000 Palästinenser
Wegen eines erheblichen Finanzierungsengpasses hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) seine Nahrungsmittelhilfe für 500.000 Palästinenser im Gazastreifen und 200.000 im Westjordanland gekürzt. Das sagte der kommissarische Leiter der Organisation, Carl Skau, am Montag (Ortszeit). Er rief die internationale Gemeinschaft auf, 450 Millionen US-Dollar bereitzustellen, damit die Hilfe für die kommenden sechs Monate wieder ausgeweitet werden könne.
Im Gazastreifen erhalten im Oktober nur noch 1,1 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe statt zuvor 1,6 Millionen. Im Westjordanland halbiert sich die Zahl der Empfänger von 400.000 auf 200.000. Skau zufolge sind im Gazastreifen weiterhin 1,4 Millionen Menschen von akutem Hunger oder noch schlimmerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Rund 200.000 benötigten sofort Hilfe, um nicht zu verhungern.
Julie Leduc
Medien: Iran bestellt deutschen Botschafter ein
Iranischen Medienberichten zufolge wird der deutsche Botschafter wegen „grundloser Anschuldigungen“ ins Außenministerium der islamischen Republik einbestellt. Zuvor war der iranische Vertreter in Berlin ins Auswärtige Amt zitiert worden. Die Attentatsversuche auf den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hätten rechtliche Folgen, erklärte das deutsche Ministerium auf X. Das Oberlandesgericht Hamburg hatte am Donnerstag zwei Männer mit Verbindungen nach Teheran wegen versuchten Mordes an Schuster und Beck zu Haftstrafen verurteilt.
Julie Leduc
Saudi-Arabien verschiebt Investorenkonferenz wegen Iran-Krieg auf 2027
Saudi-Arabien verlegt wegen des Iran-Kriegs seine wichtigste Investorenkonferenz auf das kommende Jahr. Die „Future Investment Initiative“ (FII) war ursprünglich für den 26. bis 29. Oktober geplant. Ein genauer neuer Termin solle in Kürze bekanntgegeben werden, teilten die Organisatoren am Montag mit. Man wolle sicherstellen, dass die Veranstaltung „den vollen Umfang, die außergewöhnliche Qualität und den unvergesslichen Eindruck“ biete, die die Teilnehmer erwarteten, hieß es zur Begründung. Dem Nachrichtenportal Semafor zufolge hatten große Banken und Finanzinvestoren intern Sicherheitsbedenken bezüglich einer Reise in das Königreich geäußert.
Die staatlich unterstützte Konferenz, die inoffiziell auch „Davos in der Wüste“ genannt wird, gilt als Pflichttermin für die globale Finanzelite. Saudi-Arabien will damit Milliardeninvestitionen anlocken, um seine Wirtschaft unabhängiger vom Öl zu machen. Auf der Gästeliste für die zehnte Auflage standen einem Programmentwurf zufolge unter anderem die Chefs von Goldman Sachs, Standard Chartered und Citi. In den vergangenen Wochen war das Land jedoch verstärkt ins Visier der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen aus dem Jemen geraten. Diese griffen militärische und zivile Ziele an, darunter den Hauptsitz des staatlichen Ölkonzerns Aramco und den internationalen Flughafen von Riad. Dabei wurden in diesem Monat mindestens 18 Menschen getötet und Hunderte verletzt.
Julie Leduc
Ägypten verschiebt Votum über Militärhilfe für Saudi-Arabien im Kampf gegen Huthis
Das ägyptische Parlament hat eine Abstimmung über einen Militäreinsatz zur Unterstützung Saudi-Arabiens im Konflikt mit den jemenitischen Huthi-Rebellen verschoben. Das Unterhaus vertagte Abgeordneten zufolge am Montag eine zweite nichtöffentliche Sitzung auf den 26. Oktober. Die Ägyptische Sozialdemokratische Partei hatte ihre Abgeordneten am Sonntag angewiesen, sich der Stimme zu enthalten. Zur Begründung hieß es, es lägen nicht genügend Informationen über Ziele, Dauer, Kosten und Risiken des Einsatzes vor. Die Partei warnte vor einem unbefristeten militärischen Engagement und verwies auf die wirtschaftliche Lage des Landes sowie mögliche Gefahren für die Schifffahrt im Roten Meer und die Einnahmen aus dem Suezkanal.
Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte das Parlament um Zustimmung gebeten, das Königreich nach den jüngsten Angriffen der Huthis auf saudi-arabische Infrastruktur militärisch zu unterstützen. Sisi hatte am Samstag erklärt, Ägypten werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Verbündeten am Golf zu schützen. Laut der ägyptischen Verfassung ist für die Entsendung von Streitkräften zu Kampfeinsätzen im Ausland aber eine Zweidrittelmehrheit im Parlament sowie die Anhörung des Nationalen Verteidigungsrates erforderlich.
Laura Thalmeyer
Laura Thalmeyer
USA fordern Freilassung von Botschaftspersonal im Jemen
Das US-Außenministerium hat am Montag die „unverzügliche und bedingungslose Freilassung“ von jemenitischen Mitarbeitern der Botschaft in der Hauptstadt Sanaa gefordert. Anlass war der fünfte Jahrestag der Festnahme der 20 jemenitischen Mitarbeiter der US-Vertretung durch die Huthi-Miliz.
Die Botschaft hatte ihren Betrieb bereits 2015 eingestellt, nachdem die Huthi Sanaa erobert und die gewählte Regierung vertrieben hatten, doch das örtliche Personal sorgte weiterhin für die Sicherheit und die grundlegende Instandhaltung der Anlage, bis die vom Iran unterstütze Miliz sie festsetzte.
Henning Ott
Lawrow in Teheran: Iran hofft auf Diplomatie
Angesichts der militärischen Spannungen zwischen Teheran und Washington hofft der Iran auf einen diplomatischen Ausweg. „Die gemeinsame Auffassung Irans, Russlands und vieler anderer Länder besteht darin, dass die Probleme der Region keine militärische Lösung haben und durch Diplomatie und politische Lösungsansätze angegangen werden müssen“, sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in der iranischen Hauptstadt.
Zuvor waren Delegationen beider Länder zusammengekommen, um über die Umsetzung bilateraler Abkommen sowie Konsultationen über regionale Entwicklungen zu sprechen. Am Abend (Ortszeit) war auch ein Treffen zwischen Lawrow und Irans Präsident Massud Peseschkian geplant. Der russische Außenminister sprach laut einer Übersetzung von „ergebnisreichen, offenen und aufrichtige Verhandlungen“. Russland wolle seinen Verpflichtungen im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit treu bleiben.
Laura Thalmeyer
Riad schränkt Flugverkehr nach Huthi-Angriffen weiter ein
Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad bleibt wegen anhaltender Angriffe der Huthi-Rebellen vorerst nur eingeschränkt auf dem Luftweg erreichbar. Der King-Khalid-International-Airport verlangt für jede Landung und jeden Abflug eine vorherige Genehmigung. Zudem steht der Flughafen im Notfall nicht als Ausweichflughafen zur Verfügung. Nach Angaben von Bloomberg wurden bei Angriffen in den vergangenen Wochen Gebäude beschädigt und mindestens ein Flugzeug zerstört. Ein Termin für die Wiederaufnahme des regulären Betriebs steht bislang nicht fest. Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen bereits ausgesetzt oder reduziert. Qatar Airways strich Flüge nach Riad bis zum 24. Oktober und verringerte das Angebot nach Dschidda. Auch Etihad Airways sowie die indischen Airlines Akasa Air und Air India stellten Verbindungen vorübergehend ein.
Die Einschränkungen treffen Saudi-Arabien kurz vor der Investitionskonferenz Future Investment Initiative (FII), zu der Kronprinz Mohammed bin Salman nächste Woche internationale Gäste in Riad erwartet. Die Organisatoren prüfen laut Bloomberg Notfallpläne, darunter ein hybrides Veranstaltungsformat. Hintergrund sind die eskalierenden Kämpfe zwischen den von Saudi-Arabien geführten Streitkräften und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen. Anfang Oktober startete das saudisch geführte Militärbündnis eine umfassende Offensive gegen die Miliz. Die Gefechte dauerten auch am Wochenende an; in Riad gab es mehrere Luftalarmwarnungen, zudem wurden Todesfälle nahe der jemenitischen Grenze gemeldet.
Laura Thalmeyer
Lawrow für Gespräche in Teheran eingetroffen
Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist angesichts der anhaltenden militärischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran zu einem Besuch nach Teheran gereist. Bei den Gesprächen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und Präsident Massud Peseschkian soll es um bilaterale Abkommen, regionale Entwicklungen sowie gemeinsame Logistik- und Energieprojekte gehen. Geplant sind zudem Beratungen über die Lage am Persischen Golf und mögliche Auswege aus der internationalen Krise. Moskau macht dafür die „rechtswidrige Aggression der USA und Israels gegen den Iran“ verantwortlich.
Die iranische Führung befürchtet eine neue militärische Eskalation und rechnete zuletzt mit einem möglichen Angriff der USA oder Israels. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Oktober erklärt, den Iran nicht vor den Kongresswahlen am 3. November angreifen zu wollen. Teheran betrachtet Russland als wichtigen Verbündeten und hofft im Krieg auf militärische Unterstützung. Die Möglichkeiten Moskaus sind durch den Krieg in der Ukraine jedoch eingeschränkt. Anfang 2025 schlossen Russland und der Iran ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft, das die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für 20 Jahre vertiefen soll. Eine Beistandsklausel für den Kriegsfall enthält es nicht.
Henning Ott
Dutzende Tote und Verletzte bei Huthi-Angriff im Jemen
Bei einem Raketenangriff der Huthi-Miliz im Jemen sind Dutzende Soldaten der international anerkannten Regierung getötet oder verletzt worden.Mehr als 53 Soldaten seien getötet oder verletzt worden. Weitere 200 Rekruten seien verletzt worden, teilte die Provinzregierung mit. Über die genaue Zahl der Opfer herrschte aber zunächst Unklarheit.
Ein Armeesprecher teilte mit, die Huthi hätten ein Trainingslager für Polizei- und Sicherheitskräfte in der südlichen Provinz Schabwa mit drei Raketen angegriffen. Die Huthi-Rebellen bekannten sich zu dem Angriff und teilten mit, der Angriff habe saudischen Truppen in dem Gebiet gegolten.
„Die Angriffe werden den Staat nicht davon abhalten, Bürger zu schützen und staatliche Institutionen wiederherzustellen“, teilte Raschad al-Alimi, Vorsitzender des Präsidialen Führungsrats, der Nachrichtenagentur Saba zufolge mit. In sozialen Medien kursierten Videos, die Szenen nach dem Angriff zeigen sollen.
Henning Ott
Auswärtiges Amt bestellt iranischen Botschafter ein
Das Auswärtige Amt hat den iranischen Botschafter in Berlin, Majid Nili Ahmadabadi, einbestellt. Hintergrund sind iranische Attentatspläne gegen jüdische Vertreter in Deutschland. Angriffe auf jüdisches Leben und auf diejenigen, die es verteidigen, würden nicht toleriert, teilte das Ministerium am Montag auf der Plattform X mit. Die Attentatsversuche auf den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, hätten rechtliche Folgen
AI outlook — possibilities, not facts
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