+++ Iran-Krieg +++: Iran: Supertanker fährt in Straße von Hormus auf Seemine
Spannungen in der Golfregion, Angriffe auf Ölanlagen und Schifffahrt sowie internationale Reaktionen im Überblick.
Quick Look
- Vor der saudi-arabischen Küste und in der Straße von Hormus werden Tanker angegriffen, während die IEA die Freigabe von Ölreserven beschleunigt.
- Zudem verschieben EU und Golfstaaten ein Gipfeltreffen, und im Westjordanland kommt es zu Siedlergewalt.
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Why It Matters
Anhaltende Spannungen zwischen dem Iran und seinen Verbündeten gegen Saudi-Arabien, Israel und westliche Staaten.
Felicitas Dahmen
Behörde: Tanker vor saudi-arabischer Küste beschossen
Vor der saudi-arabischen Küste ist nach Behördenangaben ein Tanker von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Der Vorfall habe sich am Freitag 68 Seemeilen (rund 125 Kilometer) nordöstlich der saudi-arabischen Stadt Dschubail ereignet, teilt die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO mit. Der Tanker sei evakuiert und die Besatzung befinde sich in Sicherheit.
Berichte über Umweltschäden lägen nicht vor. In einer zweiten Meldung berichtet die UKMTO daraufhin, dass ein Tanker 78 Seemeilen nordöstlich von Dschubail von einem kleinen Boot aus mit einer raketengetriebenen Granate beschossen worden sei. Dabei sei das Heck auf der Backbordseite beschädigt worden. Die Besatzung sei auch in diesem Fall in Sicherheit. Das genaue Ausmaß der Schäden und mögliche Umweltschäden seien noch unklar. Ob es sich bei den beiden Berichten um denselben Vorfall handelt, kann die Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht unabhängig bestätigen.
Angelika Ahrens
Iran: Supertanker fährt in Straße von Hormus auf Seemine
In der Straße von Hormus ist ein Supertanker nach Angaben der Iranischen Revolutionsgarden auf eine Seemine aufgefahren. Es habe eine Explosion und einen Brand an Bord gegeben. Iranische Medien berichteten unter Berufung auf die Elite-Einheit des Militärs weiter, der Tanker habe mehr als zwei Millionen Barrel (Fässer je 159 Liter) Rohöl geladen. Das Schiff habe versucht, die Meerenge unerlaubt mit Täuschungsmanövern und der Unterstützung des US-Militärs zu passieren. Die Straße von Hormus sei geschlossen, betonten die Revolutionsgarden demnach.
Die iranischen Angaben zu dem Vorfall ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Auch das Ausmaß des Brandes an Bord des Tankers blieb zunächst unklar, genauso wie Verbleib und Wohlergehen der Besatzungsmitglieder. Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) und die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt (UKMTO) machten in der Nacht zunächst keine Angaben zu dem vom Iran berichteten Vorfall.
Angelika Ahrens
Saudischer Zivilschutz gibt Entwarnung für die Grenzregion
Der saudische Zivilschutz gibt am frühen Morgen nach einer Warnung vor Angriffen in der Stadt Abha nahe der jemenitischen Grenze wieder Entwarnung. Zuvor hatte der Zivilschutz vor Angriffen in der Region Dschasan und der südwestlichen Stadt Chamis Muschait gewarnt. In der Grenzregion häufen sich die Warnmeldungen, seit die Kämpfe im vergangenen Monat wieder aufgeflammt sind. Huthi-nahe Medien berichten zudem von Angriffen östlich der Stadt Saada im Nordwesten des Jemen. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition teilt mit, sie habe in dem Gebiet zwei Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zerstört.
Angelika Ahrens
Raketen treffen Flughafen Aden – Angriff auf Saudi-Ölstadt abgewehrt
Auf dem internationalen Flughafen von Aden im Süden des Jemen schlagen zwei Raketen ein. Gleichzeitig fängt eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition nach eigenen Angaben eine ballistische Rakete auf die saudische Öl-Metropole Yanbu am Roten Meer ab. Die Sicherheitsbehörden in Aden machen die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen für den Angriff auf den Flughafen verantwortlich. Opfer gibt es nicht, obwohl sich zum Zeitpunkt des Einschlags ein Passagierflugzeug auf den Start nach Kairo vorbereitet. Die Militärkoalition zerstört zudem zwei Marschflugkörper über dem Roten Meer sowie drei Drohnen in Saudi-Arabien, nennt jedoch keine Verantwortlichen. Über Yanbu wickelt das Königreich Ölexporte ab, um die strategisch wichtige Straße von Hormus zu umgehen.
Angelika Ahrens
Trump: Saudi-Arabien dürfte Israels Hilfe gegen Huthi annehmen
US-Präsident Donald Trump hält es für wahrscheinlich, dass Saudi-Arabien Hilfe von Israel im Kampf gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz annehmen wird. Das sagte Trump am Freitag vor dem Weißen Haus, bevor er zu einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Georgia abflog.
„Ich denke, das werden sie, ganz sicher“, sagte der Präsident. „Israel war Saudi-Arabien sehr hilfreich. Und ja, das würden sie sicherlich tun.“ Saudi-Arabien und Israel unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen, obwohl Trump während seiner Amtszeit versucht hat, dies zu fördern.
Die Huthi gelten derzeit als effektivster bewaffneter Stellvertreter des Irans. Experten zufolge verfolgen sie jedoch auch eigene Ziele. Unabhängig davon üben sie mit ihren Angriffen auf Ziele in Saudi-Arabien zunehmenden Druck auf einen wichtigen Verbündeten der USA aus.
Julius Stockheim
US-Pressefotografin bei Siedlergewalt im Westjordanland verletzt
Bei Übergriffen israelischer Siedler auf palästinensische Dörfer im Westjordanland ist eine Journalistin der „Washington Post“ verletzt worden. Mehrere Maskierte hätten am Freitag das Dorf Abu Falah angegriffen und sie geschlagen, berichtete die Fotografin Heidi Levine. Die Angreifer seien mit Flaschen und Schleudern bewaffnet gewesen. „Sie haben mich etwa zehn Minuten lang getreten“, sagte Levine.
„Ich habe versucht, meine Kameras und meine Tasche festzuhalten.“ Levine sagte, sie sei durch die Aufschrift „PRESSE“ auf ihrer Weste als Journalistin zu erkennen gewesen. Sie habe im Krankenhaus behandelt werden müssen. Ihr Helm und ihre Schutzweste hätten sie wohl vor schlimmeren Verletzungen bewahrt. Das israelische Militär bestätigte, dass eine Journalistin verletzt wurde und verurteilte die Gewalt.
Julius Stockheim
Zahl der Angriffe in Straße von Hormus nimmt offenbar zu
In der Straße von Hormus ist es nach Angaben der britischen Seehandelsaufsicht (UKMTO) in den vergangenen Wochen zu besonders vielen Angriffe auf Schiffe gekommen. Im Oktober habe man bereits zur Monatsmitte so viele Attacken registriert wie seit März zu Beginn des Irankrieges nicht mehr, teilte die Behörde am Freitag mit.
Allerdings falle es zunehmend schwer, die tatsächliche Zahl der Angriffe präzise zu erfassen, da die meisten Schiffe inzwischen darauf verzichteten, diese zu melden. Dennoch meldete die UKMTO für die Woche bis Freitag zehn Angriffe in der Meerenge. Ein Schiff sank.
Julius Stockheim
Katar sagt Unterstützung für Wiederaufbau im Libanon zu
Katar will den Libanon beim Wiederaufbau seiner Wirtschaft, seines maroden Stromnetzes und der vom Krieg zerstörten Infrastruktur im Süden des Landes unterstützen. Wichtig sei Katar auch die Förderung des libanesischen Militärs als „nationale Institution, die die Sicherheit, Einheit und Stabilität des Landes wahrt“, sagte der katarische Ministerpräsident Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani am Freitag nach einem Treffen mit seinem libanesischen Amtskollegen Nawaf Salam in Beirut.
Zur Verbesserung des Stromnetzes hat QatarEnergy dem Regierungschef zufolge eine Vereinbarung mit dem französischen Konzern TotalEnergies getroffen habe, um gemeinsam ein Solarkraftwerk im Libanon zu bauen. „Die katarische Seite wird das Projekt finanzieren, umsetzen und in Betrieb nehmen, ohne dass dem libanesischen Staat dabei Kosten entstehen“, sagte Salam.
Auch der Konflikt Israels mit der libanesischen Hisbollah und die Folgen für die Menschen im Südlibanon waren Themen von Gesprächen des katarischen Ministerpräsidenten in Beirut. Al Thani sagte, Israel solle sich aus dem Libanon zurückziehen und seine Angriffe in dem Land einstellen.
Patricia Hoffhaus
Wadephul: „Europa ist im Fadenkreuz Irans“
Bundesaußenminister Johann Wadephul warnt neben der Bedrohung durch Russland auch vor hybriden Angriffen des Iran in Europa. „Europa ist im Fadenkreuz Irans“, sagt Wadephul bei einer Pressekonferenz mit dem portugiesischen Außenminister Paulo Rangel in Berlin. Der Minister verweist darauf, dass Großbritannien einen versuchten Anschlag auf einen militärischen Stützpunkt in Fairfield dem Iran zugeschrieben habe. „Wir nehmen die feindseligen Aktivitäten Irans nicht hin, die sich gegen Jüdinnen und Juden hier in Deutschland und unsere offene Gesellschaft insgesamt richten“, sagt Wadephul.
Patricia Hoffhaus
Verletzte bei Angriff israelischer Siedler im Westjordanland
Israelische Siedler haben Augenzeugen zufolge im Westjordanland Palästinenser angegriffen. Unter den mindestens zwei Verletzten in dem Dorf Abu Falah sei auch eine Fotojournalistin der „Washington Post“, teilen palästinensische Sanitäter mit. Zu dem Angriff kam es während der Olivenernte. Etwa 80 schwarz gekleidete und maskierte Siedler hätten Olivenbäume in Brand gesetzt und Steine geworfen, berichteten Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Palästinenser hätten sich mit Steinwürfen verteidigt. Während der Zusammenstöße seien mindestens zwei Jeeps des israelischen Militärs durch das Gebiet gerast. Die Soldaten hätten Tränengas in Richtung der Palästinenser abgefeuert. Zudem seien Schüsse aus scharfen Waffen zu hören gewesen. Das israelische Militär nahm zu dem Vorfall zunächst nicht Stellung. Auch die „Washington Post“ äußerte sich vorerst nicht zu dem Vorfall.
Miriam Braun
UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien
Der UN-Sicherheitsrat hat die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Ziele in Saudi-Arabien scharf verurteilt. In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung bezeichnete das Gremium Angriffe auf zivile Flughäfen und andere Einrichtungen als rücksichtslos.
In dem Text bekundete der Rat seine Solidarität mit Saudi-Arabien. Zudem bekräftigte er das dem Königreich nach dem Völkerrecht zustehende Recht auf Selbstverteidigung. Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen geben nur selten einstimmige Erklärungen zu globalen Konflikten ab.
Patricia Hoffhaus
USA: Iran traf Containerschiff in der Straße von Hormus
Irans Revolutionsgarden haben nach Angaben des US-Militärs ein Containerschiff in der Straße von Hormus mit einem Geschoss getroffen. Die „GFS PRIDE“ sei dort aber – anders als vom Iran dargestellt – am Mittwoch nicht auf eine Seemine gefahren, betonte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X. Durch die Bestätigung des Angriffs ließ es aber auch erkennen, dass die Durchfahrt durch die für den weltweiten Ölhandel zentrale Meerenge für Handelsschiffe aktuell mit Risiken verbunden ist.
Die Hafenbehörde in Singapur hatte bereits am Mittwoch gemeldet, dass die „GFS PRIDE“ und ein weiteres in Singapur registriertes Schiff von unbekannten Geschossen getroffen worden seien, während sie die Meerenge passierten. Die „GFS PRIDE“ sei dabei beschädigt worden, habe Feuer gefangen und sei inzwischen gesunken, hieß es. Die 21 Besatzungsmitglieder seien rechtzeitig evakuiert worden.
Patricia Hoffhaus
Angriff in Aden im Jemen – Regierungsmitglieder unverletzt
Im Jemen ist der Sitz der international anerkannten Regierung in der südlichen Hafenstadt Aden mit Raketen angegriffen worden. Die Gegend um den Al-Maaschik-Palast sei unter Beschuss geraten, sagten Augenzeugen und Regierungsvertreter der Deutschen Presse-Agentur. Über das Ausmaß der Schäden oder mögliche Opfer gab es zunächst keine Angaben. Es war auch unklar, ob das Palastgebäude selbst getroffen wurde.
Der von der Huthi-Miliz kontrollierte Fernsehsender Al-Masirah berichtete, ein „Militär-Hauptquartier, das von saudischen Offizieren geführt wird“, sei angegriffen worden. Vermutet wurde eine Attacke der Huthi, die den Angriff zunächst aber nicht für sich beanspruchten. Auch saudische Medien berichteten, dass die Huthi-Miliz den Palast angegriffen habe. Die hohen Vertreter der jemenitischen Regierung seien bei dem Angriff nicht verletzt worden, hieß es weiter.
Patricia Hoffhaus
20 Huthi-Angriffe am Flughafen Riad im Laufe von zwei Wochen
Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach saudischen Angaben den internationalen Flughafen von Riad in den vergangenen Wochen 20-mal angegriffen. Das sagte Turki al-Maliki, Sprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses zum Kampf gegen die Huthi. Dabei seien insgesamt 17 Menschen getötet und mehr als 330 verletzt worden. Auch die indische Botschaft in Riad hatte ein Todesopfer in diesem Zeitraum gemeldet, weshalb teils von 18 Toten am Flughafen Riad die Rede war. Zudem seien zwei Menschen bei einem Huthi-Angriff auf den Flughafen Abha im Süden des Landes getötet und 28 weitere verletzt worden, teilte al-Maliki mit.
Patricia Hoffhaus
IEA will Ölreserven schneller freigeben
Mit Blick auf die hohen Kraftstoffpreise will die Internationale Energieagentur (IEA) Ölnotreserven wie von Deutschland und den übrigen G7-Staaten gefordert beschleunigt freigeben. Angesichts der angespannten Lage auf den Dieselmärkten solle der Freigabe von Diesel dabei Vorrang eingeräumt werden, teilte die IEA nach einer Verwaltungsratssitzung in Paris mit. Konkret geht es darum, die im März als Reaktion auf den Iran-Krieg beschlossene Freigabe von Ölreserven zu beschleunigen und so bald wie möglich abzuschließen.
Die IEA hatte die Freigabe einer Rekordmenge von 400 Millionen Barrel Rohöl aus strategischen Ölreserven beschlossen. Davon seien bislang aber erst rund 330 Millionen Barrel tatsächlich geflossen, teilte die IEA mit. Dabei hätten einige Länder allerdings schon größere Mengen freigegeben, als sie ursprünglich zugesagt hatten. Die Freigabe der noch ausstehenden, im März zugesagten Bestände werde nun rund 100 Millionen Barrel auf den Markt bringen, darunter 20 Millionen Barrel Diesel.
Lukas Bay
EU und Golfstaaten verschieben Gipfeltreffen in Riad
Die Europäische Union hat das für den 24. Oktober geplante Gipfeltreffen mit den Golfstaaten in Saudi-Arabien verschoben. Einen Grund dafür nannte die EU nicht, sie erklärte lediglich, dass ein neuer Termin zu gegebener Zeit bekanntgegeben werde. Hintergrund der Entscheidung dürften allerdings zunehmende Sicherheitsbedenken wegen der Angriffe der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen aus dem Jemen auf Saudi-Arabien sein.
Trotz der Absage betonte die EU die große strategische Bedeutung der Beziehungen zu der Region. Sie bleibe entschlossen, die Partnerschaft weiter zu vertiefen, hieß es.
Lukas Bay
Eisenkot verspricht Ende der Hamas-Herrschaft in 18 Monaten
Israels Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot hat versprochen, die Herrschaft der islamistischen Hamas im Gazastreifen binnen 18 Monaten zu beenden, sollte er Ministerpräsident werden. Der wichtigste Rivale des amtierenden Regierungschefs Benjamin Netanjahu warf diesem vor, auch drei Jahre nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober die Kriegsziele nicht erreicht zu haben.
Die Bedrohungen an allen Kriegsfronten dauerten an, sagte Eisenkot vor Journalisten an der Grenze zum Gazastreifen. Der 66-jährige Vorsitzende der Partei Jaschar (hebräisch für „geradeaus“), die in der politischen Mitte angesiedelt ist, erinnerte an seinen Sohn und zwei seiner Neffen, die im Gaza-Krieg gefallen waren.
„Innerhalb von 18 Monaten nach meinem Amtsantritt als Ministerpräsident“
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
IEA bringt zusätzliche Öl- und Dieselreserven auf den Markt.
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Open Questions
- Wer ist für die konkreten Angriffe auf die Tanker verantwortlich?
- Wie reagiert die internationale Koalition auf die geschlossene Straße von Hormus?







