Iran-Verhandlungen stützen DAX kurzzeitig, Anthropic strebt 2 Billionen Dollar Börsenwert an
Quick Look
- Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts stützten den deutschen Aktienmarkt kurzzeitig, wobei der DAX mit einem Plus von 0,1 Prozent bei 25.399 Punkten schloss.
- Gleichzeitig strebt der KI-Entwickler Anthropic bei seinem geplanten US-Börsengang eine Marktkapitalisierung von über zwei Billionen Dollar an, trotz hoher Verluste.
- Evonik lehnte eine Übernahmeofferte von BASF ab, während Hornbach nach starken Halbjahreszahlen gefragt war und Renk weiterhin schwach abschnitt.
AI-generated summary
Why It Matters
Der Iran-Konflikt beschäftigt die internationalen Märkte bereits seit längerer Zeit, wobei diplomatische Verhandlungen immer wieder Hoffnung auf eine Lösung geben. Gleichzeitig entwickelt sich der Wettbewerb im KI-Sektor dynamisch, wobei Unternehmen wie Anthropic hohe Verluste in Kauf nehmen, um Wachstum und Marktposition zu sichern. Im deutschen Industriekontext zeigen Unternehmen wie Evonik und Hornbach unterschiedliche Entwicklungen abhängig von strategischen Entscheidungen und Nachfragebedingungen.
Neue Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts stützen den deutschen Aktienmarkt weiter. Am Morgen hatte Irans Außenminister von laufenden Verhandlungen mit den USA gesprochen, diesmal über den Golfstaat Katar.
Der DAX drehte daraufhin nach oben, während die Ölpreise zurückfielen. Bis zum Handelsschluss bröckelten die Kurse aber wieder ab, und der deutsche Leitindex schloss mit einem bescheidenen Plus von 0,1 Prozent bei 25.399 Punkten. Zu Wochenbeginn war der DAX leicht schwächer bei 25.374 Punkten aus dem Handel gegangen.
"In Ermangelung von Impulsen tritt der DAX derzeit lediglich auf der Stelle", kommentierte Jochen Stanzl, Marktbeobachter bei der Consorsbank. "Während die Ölpreise wieder steigen, besteht weiterhin Hoffnung auf eine diplomatische Einigung. Die Gründe für und die Gründe gegen einen Aktienkauf heben sich momentan mehr oder minder gegenseitig auf."
Am Morgen hatte der Ölpreis für die Nordseesorte Brent noch über 100 Dollar pro Barrel notiert, fiel dann aber bis unter 97 Dollar zurück. Konkrete Verhandlungsfortschritte im Iran-Konflikt blieben aber aus. Daher starteten die US-Börsen erneut mit leichten Abschlägen in den Tag.
Der KI-Entwickler Anthropic strebt bei seinem geplanten US-Börsengang eine Marktkapitalisierung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Dies geht aus dem Emissionsprospekt hervor, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Anthropic würde so in der Rangliste der wertvollsten Unternehmen an der Börse auf Platz sieben landen.
Allerdings erkauft sich Anthropic sein rasantes Wachstum mit hohen Verlusten. So stieg der Umsatz im vergangenen Jahr auf etwa 4,6 Milliarden Dollar, der Verlust kletterte aber in ähnlichem Umfang auf 42 Milliarden Dollar. Der Löwenanteil davon geht auf Abschreibungen im Zusammenhang mit früheren Finanzierungsrunden zurück. Das operative Minus lag aber dennoch bei acht Milliarden Dollar.
Ein Grund: die steigenden Kosten für Rechenkapazitäten, die für das Training und den Betrieb von KI benötigt werden. Gleichzeitig sorgen außer Kontrolle geratene KI-Modelle, die in fremde IT-Systeme eindringen, immer wieder für Schlagzeilen. Dies hat eine Diskussion darüber entfacht, ob diese Technologie eine existenzielle Gefahr für die Menschheit darstellt. Gerade heute setzte Konkurrent OpenAI sein neues Modell wegen Sicherheitsbedenken aus.
Die Aktie von Evonik lag heute nur leicht im Plus. Laut der Financial Times (FT) hat der Spezialchemiekonzern eine Übernahmeofferte von BASF abgelehnt. Der Branchenprimus habe 22,15 Euro je Evonik-Papier geboten, schrieb die FT am Montagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Evonik hatte am Freitag bestätigt, dass BASF unverbindlich an das Unternehmen herangetreten sei. Seither hat die Evonik-Aktie um etwas mehr als zehn Prozent zugelegt.
Im SDAX war die Aktie des Baumarktkonzerns Hornbach Holding nach starken Halbjahreszahlen gefragt. Der Umsatz kletterte in den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres 2026/27 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) legte um knapp fünf Prozent auf 285,6 Millionen Euro zu.
Grund dafür sei vor allem die starke Nachfrage nach saisonalen Produkten wie Klimageräten, aber auch Artikeln zur Beschattung und Bewässerung gewesen. Dabei habe man in Deutschland und anderen europäischen Ländern Marktanteile hinzugewinnen können, so Hornbach. Trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten bestätigte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr.
Aktien der Rüstungsbranche schnitten erneut schwach ab. Wieder stachten die Verluste bei Renk hervor. Der Getriebehersteller kostet an der Börse wieder so viel wie im Frühjahr 2025. Gestern hatte JPMorgan-Analyst David Perry eine Kurszielsenkung für Renk damit begründet, dass das operative Ergebnis im dritten Quartal "etwas enttäuschen" könnte. Mit 62 Euro sieht er für die Aktie aber immer noch 64 Prozent Luft nach oben und hielt entsprechend an seiner "Overweight"-Empfehlung fest. Renk will seinen Quartalsbericht am 5. November vorlegen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Der DAX wird in den kommenden Tagen weiter schwanken, abhängig von Fortschritten in den Iran-Verhandlungen.
Likely · Within days
Anthropic wird seinen geplanten US-Börsengang trotz hoher Verluste durchführen.
Possible · Within months
Evonik wird seine Unabhängigkeit gegenüber BASF wahren, es sei denn, ein deutlich verbessertes Angebot kommt.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wann konkret werden die Iran-Verhandlungen zu einem Ergebnis führen?
- Wie wird Anthropic seine hohe Verluste trotz geplanter Milliardenbewertung rechtfertigen?
- Wird BASF ein neues Übernahmeangebot für Evonik unterbreiten?
- Wie wird sich die Nachfrage nach saisonalen Produkten bei Hornbach im zweiten Halbjahr entwickeln?



