Jesse Marsch kritisiert US-Selbstverständnis und FIFA-Entscheidung im Fall Balogun
Kanadas Nationaltrainer Jesse Marsch hat in einem Interview scharfe Kritik an seiner amerikanischen Heimat und der Sonderbehandlung von US-Stürmer Folarin Balogun geübt.
Quick Look
- Kanadas Fußballtrainer Jesse Marsch kritisierte in einem Interview die US-Propaganda und die Aufhebung einer Roten Karte für US-Stürmer Folarin Balogun.
- Er sagte, deshalb hasse die Welt Amerika.
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Why It Matters
Jesse Marsch ist US-Amerikaner und trainiert seit 2024 die kanadische Fußballnationalmannschaft. Folarin Balogun erhielt bei der WM eine Rote Karte, deren Sperre nach Intervention ausgesetzt wurde.
Jesse Marsch hat mit einem Interview für Aufsehen gesorgt. Marsch, US-Amerikaner und Trainer der kanadischen Fußballnationalmannschaft, äußerte sich im »Guardian« zur folgenlosen Roten Karte, die US-Stürmer Folarin Balogun bei der WM sah – und holte dann zu einer Generalkritik aus, in der es um seine amerikanische Heimat und ihr Selbstverständnis ging.
»Wir Amerikaner werden seit unserer Kindheit mit Propaganda überschüttet. Wir sind die Nummer eins der Welt, wir verdienen alles, wir dominieren alles, wir sind in jedem Lebensbereich die Nummer eins«, sagte Marsch. Wenn dann etwas geschehe wie ein vermeintlich unberechtigter Platzverweis gegen einen wichtigen Spieler, »dann haben wir das Gefühl, dass wir es verdienen, anders behandelt zu werden, weil wir Amerikaner sind.«
Marsch spielt in der Nacht auf Mittwoch gegen die USA
Angreifer Balogun war bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko ein Schlüsselspieler seiner Mannschaft, er erzielte drei Tore, ehe er im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina die Rote Karte für ein Foul sah. Trotzdem durfte Balogun im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen – offenbar nach Intervention von Donald Trump. Der US-Präsident hatte von einem Telefonat mit Fifa-Boss Gianni Infantino berichtet, indem er für die Rücknahme der Sperre nach der Roten Karte geworben habe. Baloguns Strafe wurde dann tatsächlich zur Bewährung ausgesetzt.
Marsch, im US-Bundesstaat Wisconsin geboren und zweimaliger US-Nationalspieler, verließ das Land, er wechselte als Trainer nach Europa. Er arbeitete in Deutschland, Österreich und England, unter anderem war er Chefcoach von RB Leipzig in der Bundesliga. Seit 2024 trainiert er Kanadas Fußballer, mit denen er in der Nacht auf Mittwoch in einem Testspiel auf die USA trifft. Die Partie findet im US-Bundesstaat Minnesota statt.
»In keinem anderen Land der Welt« würde es eine solche Rücknahme geben, sagte Marsch: »Genau deshalb hasst die ganze Welt Amerika.«
Open Questions
- Wie wird das Testspiel zwischen den USA und Kanada verlaufen?



