Immer mehr Unternehmen setzen auf Künstliche Intelligenz für Erstgespräche mit Bewerbern. Das spart Zeit, wirft aber Fragen zur Candidate Experience auf.
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Unternehmen nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz für automatisierte Erstgespräche mit Jobsuchenden.
Düsseldorf. Als Felix Müller* sich in das Online-Interview für eine Stelle bei einem schwedischen Lebensmittelkonzern einwählte, sah er auf dem Bildschirm keinen Menschen, sondern einen Avatar. Der virtuelle Recruiter stellte ihm „Standardfragen“: „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ Und: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Der Mund des Avatars bewegte sich beim Sprechen, wirkte aber nicht authentisch, erinnert sich Müller. Es war wie ein Gespräch mit einem „Telefonbot“, wie man ihn von Kunden-Hotlines kennt.
Auch erste deutsche Unternehmen setzen inzwischen KI-Recruiter, wie Müller sie erlebt hat, für Erstgespräche mit Bewerbern ein. Die Vorteile für die Unternehmen: KI-Recruiter können hunderte Bewerber gleichzeitig interviewen, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie werden nie müde oder krank, schlafen nicht, sprechen mehrere Sprachen fließend. Sie helfen dabei, große Mengen an Bewerbern abzutelefonieren, sparen den Personalverantwortlichen Zeit und Geld.
Doch wie fühlt es sich für Jobsuchende an, wenn ausgerechnet der erste Kontakt zum Unternehmen kein menschlicher ist? Verschrecken KI-Interviews womöglich die qualifiziertesten Bewerber? Zahlen die Unternehmen am Ende für mehr Effizienz mit ihrer Reputation?

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