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KI-Rüstungsfirma Helsing wirbt 1,8 Milliarden Dollar ein
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Handelsblatt2h agoBusiness5 min readGermany

KI-Rüstungsfirma Helsing wirbt 1,8 Milliarden Dollar ein

Quick Look

  • Die Münchener KI-Rüstungsfirma Helsing hat in einer neuen Finanzierungsrunde 1,8 Milliarden Dollar von Investoren erhalten, was ihre Bewertung auf 18 Milliarden Dollar erhöht.
  • Damit ist Helsing das wertvollste europäische Rüstungs-Start-up und das wertvollste deutsche Start-up.

AI-generated summary

Why It Matters

Helsing, a Munich-based AI defense company, secured $1.8 billion in a new funding round, increasing its valuation to $18 billion. This makes it the most valuable European defense startup and the most valuable German startup.

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Berlin. Helsing setzt neue Maßstäbe: Die Münchener KI-Rüstungsfirma hat in einer neuen Finanzierungsrunde 1,8 Milliarden Dollar bei Investoren eingeworben. Das teilte das Unternehmen am Montagmorgen mit. Die Firmenbewertung steigt damit um rund sechs Milliarden auf 18 Milliarden Dollar – ein Zuwachs um 50 Prozent.

Damit ist Helsing mehr wert als jedes andere europäische Rüstungs-Start-up. Zugleich holt sich die Firma den Titel des wertvollsten deutschen Start-ups zurück, den erst gut einen Monat zuvor die Robotikfirma Neura Robotics übernommen hatte.

Die „Financial Times“ und das Handelsblatt hatten bereits im Mai über die anstehende Finanzierungsrunde berichtet, damals war noch von einem Volumen von 1,2 Milliarden Dollar die Rede. Die nun eingesammelten 1,8 Milliarden Dollar übertreffen alles, was bislang ein deutsches Start-up bei Investoren eingeworben hat. Den bisherigen Rekord erzielte hierzulande Neura Robotics mit bis zu 1,4 Milliarden Dollar im Juni.

Auch in Europa sind Finanzierungen in dieser Größenordnung selten, nur in den USA kommen sie häufiger vor. So erhielt die US-Rüstungsfirma Anduril vor zwei Monaten rund fünf Milliarden Dollar.

Mit der Helsing-Runde setzt sich der Boom bei deutschen Rüstungsfirmen fort. Anfang des Monats sammelte der Münchener Drohnenhersteller Quantum Systems 1,2 Milliarden Dollar ein. Kurz zuvor überwiesen internationale Investoren dem Berliner Kamikazedrohnenanbieter Stark Defence rund eine halbe Milliarde Euro.

Investorin Jeannette zu Fürstenberg vom US-Risikokapitalgeber General Catalyst, die seit den Anfangszeiten bei Helsing investiert ist und dem Verwaltungsrat angehört, sagt: „Was nun noch fehlt, ist der politische Wille, diesen Unternehmen die Aufträge anzuvertrauen, die sie sich verdient haben.“

Dabei sind alle drei genannten Firmen inzwischen im Rennen um neue Nato-Projekte und konnten bereits einige für sich entscheiden. Diese Erfolge legten den Grundstein für die jüngsten Finanzierungsrunden. Hinzu kommt, dass zuletzt die Frage Aktieninvestoren beschäftigte, ob sich traditionelle Rüstungskonzerne wie Rheinmetall und Renk schnell genug an eine technologiegetriebene Kriegsführung anpassen können.

Die Runde von Helsing stemmten Neu- und Bestandsinvestoren gemeinsam. Neu an Bord kamen unter anderen der US-Investor Dragoneer, der auch an Unternehmen wie dem ChatGPT-Entwickler OpenAI und der Fahrdienstplattform Uber beteiligt ist, sowie die Investmentarme der beiden US-Banken Goldman Sachs und JP Morgan Chase. Neu dabei sind außerdem der kanadische Pensionsfonds CPP Investments sowie die Risikokapitalgeber Disruptive und die Investmentfirmen Iconiq und Stepstone.

Erneut mit dabei waren die Risikokapitalgeber Lightspeed Venture Partners, General Catalyst und Plural. „Wir sind davon überzeugt, dass Helsing der führende neue Hauptauftragnehmer im Verteidigungsbereich in Europa ist und über das umfassendste Portfolio an Produkten und Systemen in allen Bereichen verfügt, angetrieben und koordiniert durch KI-Technologie der nächsten Generation als Kernkomponente“, begründete Raviraj Jain von Lightspeed das erneute Investment.

Lightspeed ist auch an Anduril beteiligt. Beide unterschieden sich in vielerlei Hinsicht stark voneinander. „Aber wenn man es so betrachtet, dass Anduril in den USA der führende Rüstungskonzern der nächsten Generation ist, dann ist Helsing bereits das Anduril Europas“, sagte Jain.

Die Investorennachfrage überstieg das verfügbare Volumen der Runde deutlich, teilte Helsing mit. Keiner der drei Gründer Gundbert Scherf, Niklas Köhler und Torsten Reil stand für Interviews zur Runde zur Verfügung. Ein Sprecher verwies darauf, dass sich die Firma lediglich zu ihren Produkten äußert.

Neues Geld kann Helsing gut gebrauchen. Das Unternehmen entwickelt den ersten unbemannten Kampfjet namens CA-1 und konkurriert dabei mit Airbus und Rheinmetall. Es geht um viel. Denn mit dem Aus für das deutsch-französische Kampfflugzeugprojekt FCAS ist die sogenannte Jagdbomber-Drohne derzeit der einzige greifbare große Entwicklungsauftrag für die deutsche Luftfahrtindustrie und gleichzeitig die Eintrittskarte in das Geschäft mit großen militärischen Drohnen in Europa. Helsing will als einziges Unternehmen eine rein europäische Lösung anbieten. Der Jungfernflug ist für nächstes Jahr geplant.

Kommt Helsing bei dem Bundeswehr-Auftrag zum Zuge, würde das hohe Einnahmen bedeuten. Bis dahin muss das Unternehmen allerdings in Vorkasse gehen. Mitgründer Reil sprach bei der Vorstellung der CA-1-Pläne im vergangenen Jahr von Ausgaben in Höhe von „Hunderten Millionen“ Euro. Um die CA-1 auf den Markt bringen zu können, übernahm Helsing den bayerischen Flugzeughersteller Grob.

Helsing wurde 2021 gegründet. Zunächst konzentrierte sich die Firma auf die Entwicklung von KI-Lösungen unter anderem für Kampfflugzeuge, Drohnen und die Unterwasserüberwachung. Das Unternehmen hilft seinen Kunden und Partnern, bestehende Waffensysteme mit KI-Software aufzurüsten, um ihre Kriegstüchtigkeit zu verbessern, die Effizienz zu steigern und sie an neue Anforderungen anzupassen. So stattet Helsing aktuell das Kampfflugzeug Eurofighter mit einer Aufklärungsanlage und einem Selbstschutz für das elektromagnetische Spektrum aus.

Inzwischen stellt Helsing auch selbst Kampfdrohnen her. Die Kampfdrohne HX-1, die mit einem ukrainischen Partner entwickelt wurde, ist in der Ukraine im Einsatz. Den Nachfolger HX-2 hat die Bundeswehr bestellt.

Laut dem Branchenportal „Hartpunkt“ soll Helsing nun auch die Entwicklung eines sogenannten Missionssystems übernehmen, mit dem unbemannte Kampfflugzeuge und Marschflugkörper miteinander kommunizieren, sich vernetzen und gemeinsam Operationen ausführen sollen.

Zusammen mit dem deutschen Weltraumunternehmen OHB nimmt sich Helsing zudem einer weiteren Domäne an: Gemeinsam arbeiten die Firmen an einem weltraumgestützten Aufklärungssystem für Soldaten, Panzer oder Schiffe. Neue Aufträge zeichnen sich ab: Allein in Deutschland liegen die Verteidigungsausgaben im kommenden Jahr bei fast 110 Milliarden Dollar.

Helsing bleibt nach eigenen Angaben mehrheitlich in europäischem Besitz. In früheren Gesprächen mit dem Handelsblatt haben alle drei Gründer erklärt, wie wichtig ihnen dieser Aspekt ist. Da es in Europa weniger große Risikokapitalfonds gibt, werden vor allem umfangreiche Finanzierungsrunden meist von US-Fonds bestritten.

Im Verwaltungsrat gab es der Firma zufolge keine Veränderungen. Den Co-Vorsitz halten weiterhin Spotify-Gründer Daniel Ek, der die vorherige Finanzierungsrunde mit seinem Risikokapitalgeber Prima Materia anführte, sowie der frühere Airbus-Chef Tom Enders.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Helsing's CA-1 unmanned combat jet will have its maiden flight next year.

    Likely · Within months

  • Helsing will secure significant Bundeswehr contracts for the CA-1.

    Possible · Medium term

Open Questions

  • Will political will translate into contracts?
  • How will Helsing's new funding impact its competition with Airbus and Rheinmetall?
  • What is the timeline for the CA-1's maiden flight?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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