Kirche im Fokus: Zentralratspräsident Schuster fordert Mut zum Widerspruch
Appell bei EKD-Synode in Würzburg: Unrecht benennen und nicht auf andere warten
Quick Look
- Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, hat bei der EKD-Synode in Würzburg zu mehr Zivilcourage gegen Antisemitismus und Rassismus im Alltag aufgerufen.
- Lehrer, Arbeitskollegen und Freunde sollten nicht schweigen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Synode ist das Kirchenparlament der EKD und tagt unter dem Motto „Gemeinsam weiter“ in Würzburg.
Würzburg. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland hat an die Gesellschaft appelliert, Unrecht auch dann zu benennen, wenn es einem viel Mut abverlangt. „Wer den Mund aufmacht, macht es dem Nächsten leichter, es ebenfalls so zu tun“, sagte Josef Schuster bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Würzburg. Lehrer etwa müssten einschreiten, wenn Schüler von Mitschülern rassistisch beleidigt werden. Im Freundeskreis, am Arbeitsplatz oder im Verein sollte man sich nicht zurückhalten, wenn Antisemitismus Raum greife. „Gerade unter Menschen, die wir gut kennen, vermag es manchmal etwas Mut, um ein Wort zu sagen“, sagte Schuster.
„Man möchte den Kollegen nicht bloßstellen, mit dem man morgen wieder zusammenarbeitet, oder beim Familienessen einen Streit anfangen.“ Doch man sollte nicht darauf warten, „dass jemand anderes den Anfang macht. Widersprechen wir, wenn jemand einen antisemitischen Witz erzählt oder einen anderen Menschen wegen seiner Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht herabsetzt.“
Die diesjährige EKD-Tagung mit zahlreichen Diskussionsforen und Arbeitsgruppen findet bis Mittwoch unter dem Motto „Gemeinsam weiter - Kirche als Werkstatt für Demokratiebildung und intergenerationales Lernen als Ausdruck gelebten Glaubens“ statt. Als Gast wird am Dienstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet.
Die Synode ist das Kirchenparlament der EKD. Im April 2027 tritt das Gremium in neu gewählter Form zusammen. Nach sechsjähriger Amtszeit kandidiert die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, nicht erneut. Als möglicher Nachfolger wird in Medienberichten der frühere Verkehrsminister Volker Wissing (parteilos) genannt. Insgesamt zählen knapp 17,4 Millionen Menschen zur EKD.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht die EKD-Tagung als Gast.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wird Volker Wissing für das Amt des EKD-Präses kandidieren?
- Wer wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Tagung empfangen?






