Klopp zieht positive Bilanz nach DFB-Debüt trotz 1:1-Unentschieden in den Niederlanden
Quick Look
- Jürgen Klopp gab sein Debüt als Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einem 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande.
- Trotz des Ergebnisses zeigte er sich zufrieden mit der Intensität, Bereitschaft und Leidenschaft des Teams.
- Er lobte die Leistungen von Debütanten wie Philipp Treu und Yannick Engelhardt sowie die Torwartleistung von Marc-André ter Stegen.
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Why It Matters
Jürgen Klopp übernahm kürzlich das Amt des Bundestrainers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem WM-Debakel in Nordamerika. Das Spiel gegen die Niederlande war sein erstes offizielles Spiel in dieser Rolle und Teil der Nations League Gruppe 2, die auch Griechenland und Serbien umfasst.
Jürgen Klopp legte das Trikot von Hollands Kapitän Virgil van Dijk als Souvenir hinter seinen schwarzen Stuhl. Dann zog der neue Bundestrainer eine Debüt-Bilanz, die drei Monate nach dem WM-Debakel in Nordamerika Hoffnung macht: «Die Intensität, die Bereitschaft, die Leidenschaft» - all das habe ihm als neuem DFB-Chefcoach beim 1:1 (1:0) der Fußball-Nationalmannschaft in den Niederlanden richtig gut gefallen.
Zwar wäre nach der Führung durch Felix Nmecha durchaus ein Sieg drin gewesen. Doch auch wenn DFB-Kapitän Joshua Kimmich nach dem späten Gegentor von Klopps ehemaligen Liverpool-Schüler Cody Gakpo von einer gefühlten Niederlage zum Auftakt der Nations League sprach - der Auftritt, die Herangehensweise in der Johan Cruyff Arena, zählten für Klopp mehr als das reine Resultat.
«Viel wichtiger sind natürlich für mich, als jetzt irgendwie ein 1:0 über die Zeit zu bringen, die ganzen anderen Informationen, die wir bekommen haben. Mit denen arbeiten wir jetzt», kündigte der 59-Jährige eine intensive Analyse des wilden und mitunter giftigen Nachbarschaftsduells mit dem Oranje-Team an.
Das sagt Klopp ...
... zur neuen Taktik der DFB-Elf
Zwei Tage Vorbereitung reichen nicht, um Klopp-Fußball zu lernen. «Wir konnten nur an der Oberfläche kratzen», sagte der Bundestrainer. Und doch fühlte er sich nach seinem Crashkurs bestätigt. «Ich habe vieles gesehen. Gegenpressing-Situationen, ich würde gerne viel mehr sehen, aber es waren trotzdem welche dabei.»
Klopp fühlte sich wie beim Fremdsprachenstudium: «Die Abläufe können noch nicht natürlich sein. Es ist erlernt. Und wie jeder feststellt beim Erlernen: Da gibt's den Moment, wo du mal kurz weißt, was du alles für Vokabeln morgens gelernt hast, dann weißt du vielleicht mittags noch was. Aber am nächsten Tag wäre es auch nicht schlecht, wenn du noch mal draufguckst.»
Klopp ist ein Meister der bildhaften Vergleiche. Und ein Meister darin, auch dort Gutes zu finden, wo andere einen Makel sehen. «Habe ich den Eindruck, dass wir auch nur Richtung Perfektion unterwegs waren? Das war man nicht», sagte er. Das wäre aber auch gar nicht gut gewesen, meint er. Denn: «Das Schlimmste, was hätte passieren können von allen negativen Signalen, wäre gewesen, wenn wir heute das beste Spiel in unserer gemeinsamen Zeit absolviert hätten. Weil dann wären alle anderen schlechter geworden.» Klopp wollte es also als Vorteil verstanden wissen, dass noch reichlich Luft nach oben ist.
... zum Auftritt der drei Neulinge
Klopp kann auch schwärmen. Und das tat er, als es um die Leistung der drei Debütanten ging. Da war Philipp Treu, der als rechter Außenverteidiger einen hervorragenden Eindruck über 90 Minuten hinterließ und die Hoffnung bestätigte, dass Kimmich jetzt vielleicht im Zentrum bleiben kann. «Außergewöhnlich» habe Treu gespielt, sagte Klopp.
Der redegewandte Freiburger revanchierte sich: «Das ist mal gut zu hören, dass mal jemand die Augen aufmacht und nach Freiburg geguckt hat.» Klopp habe ihn «auf dem Schirm» und «Bock auf mich», befand Treu.
Auch sein Club-Kollege Yannick Engelhardt, der spät als Joker kam, wurde von Klopp gelobt. Und Younes Ebnoutalib? Ach ja, den Angreifer fand der Bundestrainer als Havertz-Ersatz so gut, dass er fast vergaß, dass auch der Frankfurter ein Debütant war. Chance genutzt.
... zu den Verletzungen von Jamal Musiala und Kai Havertz
Schmerzhaft im doppelten Sinne war das frühe Aus für Jamals Musiala noch vor dem Anpfiff und von Kai Havertz nach 30 Minuten. Ein MRT soll Aufschluss über die Schwere der Verletzungen beider Offensivspieler geben. Weitere Einsätze in den noch ausstehenden drei Spielen sind unwahrscheinlich. Havertz könnte durch Jonathan Burkardt oder Nick Woltemade ersetzt werden, die eigentlich erst in der kommenden Woche mit dem zweiten Teilkader zum Einsatz kommen sollten.
Doch auch hier überraschte Klopp. Für Musiala sei es nach seinen jüngsten Zusammenbrüchen gut, dass er auch mal eine typische Fußballerverletzung habe - ersehnte Normalität, statt außergewöhnlicher Nervenerkrankung und Absencen. Aber natürlich hätte auch Klopp Musiala gern schnell wieder auf dem Platz.
... zur Leistung ter Stegens beim Torwart-Comeback
Für Spaniens Trainer Xavi war Marc-André ter Stegen der Garant für den deutschen Punktgewinn. Schließlich sei Holland in der zweiten Halbzeit viel besser gewesen und habe entsprechende Torchancen gehabt. «Die Spanier. Sie haben immer recht, ja, Weltmeister und so weiter», wollte sich Klopp mokieren. Und dennoch stimmte er bei der Torwart-Bewertung zu. «Wir haben schon mitbekommen, dass er die eine oder andere Hand oder den Fuß dran hatte. War eine sehr, sehr gute Leistung. Absolut top.»
... zur Situation in der Nations-League-Gruppe
In einer «Parallelwelt» würde ein Punkt in Holland immer gut klingen, sagte Klopp über die Lage in der Gruppe 2 der A-Liga mit Griechenland und Serbien als weiteren Gegnern. Doch jetzt fühle es sich an, wie zwei verlorene Punkte. Überhaupt müsse er bei aller reflektierten Start-Analyse auch auf Resultate schauen.
«Wir sind in einem Ergebnissport. Und wir sollten die nächsten 500 Spiele nicht unentschieden spielen.» Der erste Sieg seiner Amtszeit soll am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) in Augsburg gegen Griechenland gelingen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die deutsche Nationalmannschaft wird ihr erstes Spiel unter Klopp gegen Griechenland in Augsburg gewinnen.
Likely · Within days
Kai Havertz wird aufgrund seiner Verletzung durch Jonathan Burkardt oder Nick Woltemade ersetzt werden.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wie schwer sind die Verletzungen von Jamal Musiala und Kai Havertz tatsächlich?
- Wann werden Jonathan Burkardt und Nick Woltemade tatsächlich in den Kader aufgenommen?
- Wie wird Klopp die taktischen Erkenntnisse aus dem Spiel gegen die Niederlande in das Training integrieren?
- Kann die DFB-Elf trotz der Ausfälle von Musiala und Havertz gegen Griechenland gewinnen?
