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Friedrich Merz wurde vor vier Wochen von den CDU-Landeschefs als Kanzlerkandidat unterstützt, nachdem er bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin schwer angeschlagen war. Die Ministerpräsidenten Markus Söder und Hendrik Wüst hatten ihm damals ihre Unterstützung zugesagt.
Heute schlägt die Stunde der Wahrheit in der Berliner CDU‑Parteizentrale. Beim Krisentreffen des Parteipräsidiums drängen vor allem die Ministerpräsidenten den Kanzler zu einer Kursänderung. Für Friedrich Merz muss das paradox wirken.
Noch vor nicht einmal vier Wochen sicherten die Regierungschefs ihm den Job. Der CDU-Vorsitzende war nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin schwer angeschlagen. Die Ministerpräsidenten Markus Söder und Hendrik Wüst hätten nur die Hand nach den desaströsen Ergebnissen für die CDU heben müssen, Merz wäre als Kanzler mit der kürzesten Amtszeit in die Geschichte der Bundesrepublik eingegangen.
Doch die CDU-Länderchefs verfassten eine Pressemitteilung, in der sie Merz ihre Unterstützung zusagten und ihn stützten, statt ihn zu stürzen. Dass die Rechnung für den Joberhalt aber so schnell kommen würde, damit hatten sogar erfahrene Politikbeobachter nicht gerechnet. Schon nach vier Wochen droht der Kanzler, von denselben Ministerpräsidenten erdrückt zu werden.
Es scheint so, als wollten sie das Kommando bei der Frage übernehmen, wie CDU und Regierung aus der Krise finden. Die Partei muss entscheiden, ob sie bei dem straffen Reformkurs des Kanzlers bleibt, etwa bei Rente, Pflege und Gesundheit. Oder soll künftig stärker die „Lebenswirklichkeit der Menschen“ adressiert werden, wie die Ministerpräsidenten es betonen? Lebenswirklichkeit dürfte hier als Codewort stehen, auf die Reformbremse zu treten.

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