
Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und Orange wollen gemeinsam Frequenzen für mobile Satellitendienste sichern, um europäische Souveränität im Weltraum zu stärken.
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Die EU-Kommission plant die Neuvergabe von Frequenzen für Satellitenkommunikation, wobei Teile für europäische Anbieter reserviert sind. Dies steht im direkten Wettbewerb zu US-Anbietern wie Starlink.
Es geht um eine eigenständige Position Europas im Bereich der Weltrauminfrastruktur: Die Telekom und andere europäische Anbieter wollen gemeinsam ein Netz für Satelliten-Telefonie aufbauen und sich für entsprechende Frequenzen bewerben. In den USA dürfte das nicht gut ankommen.
Europas große Telekommunikationskonzerne ziehen an einem Strang, um Handynutzer auch in entlegenen Gebieten mit Mobilfunk aus dem Weltall zu erreichen. Die Deutsche Telekom, der britische Anbieter Vodafone, Telefónica aus Spanien und Orange aus Frankreich teilten mit, dass sie gemeinsam für Frequenzen für mobile Satellitendienste bieten wollen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden. Es geht um Frequenzen, die aller Voraussicht nach 2029 frei werden und bislang etwa für Internetverbindungen im Flugzeug genutzt werden.
Man wolle eine flächendeckende Versorgung auch in unterversorgten Gebieten erreichen, die Resilienz mobiler Netze stärken, kritische Kommunikation schützen und die Entwicklung einer europäischen Satellitenkonstellation unterstützen, hieß es von den Unternehmen. Mit der Zusammenarbeit wolle man die eigenständige Position Europas im Bereich der Weltrauminfrastruktur sicherstellen. Man plane, zentrale Infrastrukturen am Boden sowie wichtige Koordinierungs- und Steuerungsfunktionen in Europa aufzubauen.
Den Handykunden sollen Direct-to-Device-Dienste (D2D) angeboten werden - das Smartphone wird also da, wo bislang kein Handynetz ist, direkt mit Satelliten im Weltraum verbunden. Die meisten Smartphones haben diese D2D-Funktion bislang nicht integriert, in den kommenden Jahren dürfte das aber im Massenmarkt ankommen.
Es geht um weiße Flecken - also dort, wo Stand jetzt nicht mehr das veraltete 2G-Netz verfügbar ist. Bei der Deutschen Telekom waren das im Juni laut Bundesnetzagentur 1,2 Prozent der Fläche Deutschlands, bei Vodafone 1,7 Prozent und bei O2 von Telefónica 1,6 Prozent. In solchen Gegenden sollen die Handynutzer künftig mit Satelliten im Weltraum verbunden werden. Wer der Satellitenbetreiber ist, ist noch unklar. Das Raumfahrtunternehmen SpaceX mit seinem Internetdienst Starlink von Elon Musk dürfte es nicht sein, da es bei dem Vorhaben der vier Firmen um europäische Souveränität geht.
US-Regierung droht mit Vergeltung
Von der Deutschen Telekom hieß es, die vier Konzerne würden die notwendige Infrastruktur am Boden bereitstellen, um Sprach- und Internetverbindungen zwischen handelsüblichen Mobilgeräten und Satelliten herzustellen. Die Satelliten sollten von einem noch auszuwählenden Partner bereitgestellt werden. Im Rahmen dieser Initiative erhielten sämtliche europäische Mobilfunkanbieter diskriminierungsfreien Zugang zu dem Satellitennetz.
In Europa werden die Lizenzen zur Nutzung bestimmter Funkfrequenzen für die Satelliten-Kommunikation demnächst neu vergeben. Die EU-Kommission hat dabei einen Teil des Spektrums für europäische Anbieter reserviert. Die US-Regierung droht einem Medienbericht zufolge mit "verheerenden" Vergeltungsmaßnahmen, sollte der Marktzugang für US-Unternehmen wie Starlink eingeschränkt werden. Die Tochter des Weltraumkonzerns SpaceX ist der mit Abstand weltgrößte Satellitenbetreiber und hat in den USA für mehrere Milliarden Dollar Funkfrequenzen erworben, um den dortigen Mobilfunkern Konkurrenz zu machen.
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Vergabe der Satellitenfrequenzen durch die EU-Kommission.
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