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BackKrieg in der Ukraine: Angriffe auf Energieinfrastruktur, US-Sanktionen und internationale Reaktionen
Krieg in der Ukraine: Angriffe auf Energieinfrastruktur, US-Sanktionen und internationale Reaktionen
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Handelsblatt4 hours agoWorld7 min readGermanyView translation

Krieg in der Ukraine: Angriffe auf Energieinfrastruktur, US-Sanktionen und internationale Reaktionen

Ukraine attackiert Ziele in Russland, US-Kongress beschließt neue Sanktionen und EU sagt weitreichende Winterhilfe zu.

Quick Look

  • Die Ukraine und Russland haben sich erneut gegenseitig mit Drohnen und Raketen angegriffen, wobei Energieinfrastruktur im Fokus stand.
  • US-Repräsentantenhaus und Senat beschlossen ein weitreichendes Sanktionspaket gegen Moskau.

AI-generated summary

Why It Matters

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert an, begleitet von gegenseitigen Angriffen auf Infrastruktur.

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Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Donnerstag Ziele in Russland angegriffen. Dazu gehörten eine Ölraffinerie in Jaroslawl und ein Militärflugplatz im Gebiet Rostow, teilte Selenskyj am Donnerstag mit.

Der Angriff auf die Ölraffinerie in Jaroslawl sei gemeinsam vom ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU, Spezialkräften, dem Militärgeheimdienst und dem Auslandsgeheimdienst ausgeführt worden, schrieb Selenskyj bei Telegram. Für den Angriff auf den Militärflugplatz in Rostow sei der SBU verantwortlich gewesen.

China hat auf ein neues US-Sanktionsgesetz gegen Russland mit Kritik reagiert. Dieses wird nach der Zustimmung des Kongresses nun Präsident Donald Trump zur Unterzeichnung vorgelegt und könnte auch China besonders treffen, da das Land zu den größten Abnehmern russischer Energie gehört.

China unterhalte „auf der Grundlage von Gleichheit und gegenseitigem Nutzen normale Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit allen Ländern der Welt“, erklärte Guo Jiakun, ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Diese Zusammenarbeit richte sich nicht gegen Dritte. Auch dürften sich Dritte nicht einmischen oder Druck ausüben. China lehne zudem eine extraterritoriale Rechtsanwendung ab, die weder eine Grundlage im Völkerrecht habe noch vom UN-Sicherheitsrat gebilligt worden sei.

Russland und die Ukraine haben sich erneut gegenseitig mit Drohnen und Raketen angegriffen und dabei jeweils auch wieder Energie-Infrastruktur ins Visier genommen. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff wurde eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Jaroslawl beschädigt, wie der dortige Gouverneur Michail Jewrajew am Donnerstag auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte. Ein dadurch ausgelöstes Feuer sei gelöscht worden.

Russland beschoss seinerseits die Energie-Infrastruktur in den ukrainischen Regionen Sumy und Odessa, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Platform X erklärte. Insgesamt sei bei den russischen Angriffen zivile Infrastruktur in acht Regionen beschädigt worden.

Das genaue Ausmaß der Schäden an der Raffinerie in Jaroslawl, die rund 250 Kilometer nordöstlich von Moskau liegt, war zunächst unklar. Die Anlage gehört dem Unternehmen Slavneft, das gemeinsam von Rosneft und Gazprom Neft kontrolliert wird. Sie verfügt über eine Verarbeitungskapazität von 300.000 Barrel Rohöl pro Tag. Die Anlage war bereits wiederholt Ziel ukrainischer Drohnenattacken.

Sie stehen ganz oben auf den Parteilisten, spielen die Hauptrolle in Wahlkampfvideos und treten in Fernsehdebatten auf: Russen, die in der Ukraine gekämpft haben und bei den Parlamentswahlen diese Woche eine herausragende Rolle spielen. Nach Angaben der Wahlbehörden dienten fast 200 Kandidaten in der Ukraine. Der Kreml preist sie als Teil von Russlands „wahrer Elite“ an und will damit zeigen, dass Veteranen des viereinhalbjährigen Krieges einen Ehrenplatz im zivilen Leben erhalten.

Doch nur wenige Analysten glauben, dass die meisten von ihnen jemals echte Macht ausüben werden. Sie halten die Kampagne vielmehr für einen Versuch, weitere Freiwillige in den Krieg zu locken.

Die am Freitag beginnende Wahl zur Staatsduma – dem Unterhaus des Parlaments – ist die erste seit Kriegsbeginn und findet auch in den von Russland eroberten und illegal annektierten Gebieten der Ukraine statt. Der Kreml steuert die Wahl eng. Er will damit seine Darstellung einer breiten Unterstützung für den Krieg untermauern und seinem Vorkehren den Anschein von Legitimität verleihen.

Bei russischen Luftangriffen auf die Ukraine werden in der Hafenstadt Odessa drei Menschen verletzt. Ein 19-stöckiges Wohnhaus sei getroffen worden, teilen die Behörden mit. Unter den Verletzten sei auch ein Kind. In der Hauptstadt Kiew werden nach Angaben von Bürgermeister Witali Klitschko Gebäude durch herabfallende Trümmerteile beschädigt.

Gegen die Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben militärnaher Telegramkanäle bis zu sechs umfunktionierte Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Zirkon eingesetzt. Ein dpa-Reporter hörte mehrere schwere Explosionen in der Stadt.

Das US-Repräsentantenhaus hat ein weitreichendes Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet. Der Gesetzentwurf wurde mit 262 zu 159 Stimmen angenommen und geht nun an Präsident Donald Trump zur Unterzeichnung. Zuvor hatte bereits der Senat mit großer Mehrheit für das Paket gestimmt. Das nach dem gestorbenen Senator Lindsey Graham benannte Gesetz gilt als bedeutendster Vorstoß des US-Kongresses zur Unterstützung der Ukraine seit Präsident Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt eindringlich für die Verabschiedung geworben.

Mit dem Gesetz sollen russische Regierungsvertreter, Banken und eine Schattenflotte von Tankern getroffen werden, die den Transport russischer Energie aufrechterhält. Zudem soll Trump ermächtigt werden, Zölle von bis zu 100 Prozent auf Importe aus den fünf größten Abnehmerländern russischer Öls oder Erdgases zu verhängen. Ausgenommen sind Länder, die weniger als 15 Prozent der russischen Erdgasexporte importieren und erhebliche Schritte unternommen haben, um diese Importe zu reduzieren.

Die Sanktionsmaßnahmen zielen insbesondere darauf ab, Länder wie China und Indien vom Kauf russischer Energie abzuhalten. Kritiker befürchten dagegen, Trump könne die neuen Zollbefugnisse auch gegen Verbündete in Europa einsetzen und damit höhere Preise für US-Verbraucher verursachen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet neue westliche Unterstützungspakete, darunter vor allem Mittel zur Flugabwehr. „Wir bereiten neue Treffen mit unseren Partnern in den USA vor“, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Bei den Beratungen werde es um Schritte hin zu einem Frieden mit Kriegsgegner Russland, die Probleme der ukrainischen Energiewirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Waffen gehen. Es seien auch Gespräche über das in Entwicklung befindliche System zur Abwehr ballistischer Raketen Freyja geplant.

Kommende Woche wird in New York eine Rede Selenskyjs bei der jährlichen Generaldebatte der Vereinten Nationen erwartet. Der Ukrainer hatte am Dienstag bereits angekündigt, dass er in den USA Frankreichs Präsident Emmanuel Macron treffen werde. Selenskyj drängt auch auf Gespräche mit US-Präsident Donald Trump in New York. Dabei soll es auch um eine mögliche Teilwaffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen und zur See gehen.

Deutschland unterstützt Lettland bei der Absicherung des Luftraums während der lettischen Parlamentswahl im Oktober. Die Luftwaffe werde dazu vier Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 aus Neuburg an der Donau für etwa eine Woche auf den Militärflugplatz Lielvarde im Zentrum Lettlands verlegen, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit.

Lettland wählt am 3. Oktober eine neue Volksvertretung. Das Nato-Land habe vor dem Hintergrund wiederholter Luftraumverletzungen durch Drohnen über den baltischen Ländern in den letzten Wochen und Monaten Bündnispartner um Unterstützung für eine sichere Durchführung der Parlamentswahlen gebeten, so das Ministerium.

Russland lässt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seines Generalkonsulats aus Deutschland ausfliegen. Es gebe eine Genehmigung für einen russischen Sonderflug „im Zusammenhang mit der Ausreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Generalkonsulats Bonn“, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Das Flugzeug war am Morgen auf dem Flughafen Köln/Bonn gelandet. Eigentlich dürfen in Russland registrierte Flugzeuge wegen der Sanktionen im Kontext des Ukraine-Kriegs nicht mehr in EU-Staaten fliegen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat der Ukraine für den bevorstehenden Winter die weitreichendste Unterstützung der Europäischen Union seit Beginn des russischen Angriffskriegs zugesagt. Der kommende Winter werde für die Ukraine der härteste seit Kriegsbeginn werden, sagt von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union im EU-Parlament in Straßburg. Gemeinsam mit Partnern wolle die EU humanitäre Hilfe leisten und die Strom- und Wärmeversorgung der Ukraine stärken. Zudem solle die ukrainische Luftverteidigung ausgebaut werden. US-Patriot-Abwehrraketen müssten dazu dringend geliefert werden. Die EU müsse jedoch gemeinsam mit der Ukraine die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten verringern. Dazu solle ein kostengünstiges, modulares Raketenabwehrsystem entwickelt werden, bei dem das ukrainische Projekt „Freyja“ im Mittelpunkt stehe.

Die Europäische Union sieht sich nach den Worten von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit einer „offen feindseligen Welt“ konfrontiert. Auf dem europäischen Kontinent wüte ein territorialer Angriffskrieg, während andere Konflikte in der Nähe ausgebrochen seien, sagt von der Leyen bei ihrer Rede zur Lage der Union in Straßburg. Zudem präge ein Kampf um industrielle Kapazitäten den globalen Wettbewerb, und ein Kampf der Narrative versuche, das Vertrauen in Europa zu schwächen.

Bei russischen Drohnenangriffen im Süden der Ukraine sind mindestens fünf Menschen in einem Linienbus getötet worden. Weitere sieben Passagiere wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, verletzt. Die Verletzten würden medizinisch versorgt, teilte Hanscha mit und warf Russland Terror vor. Auch in Kiew wurden erneut russische Angriffe gemeldet. Dort standen Lagerhallen in Flammen, zudem wurde eine Person verletzt.

Im Gebiet Mykolajiw traf eine russische Drohne den Personenzug Nr. 122 auf der Strecke Kiew-Mykolajiw. Alle Insassen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, Verletzte gab es nicht. Der Zug geriet jedoch in Brand. Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr griff Russland insgesamt mit 80 Flugobjekten an, mehr als 60 davon seien unschädlich gemacht worden. Die Ukraine beklagt zudem, dass bei den zuletzt verstärkten Angriffen auf Züge und Eisenbahnanlagen Hunderte Lokomotiven beschädigt oder zerstört worden seien.

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erfolgreich eine neue, selbst entwickelte Waffe zur Abwehr von Drohnen getestet. Bei einem Einsatz in der Nacht sei ein Treffer erzielt und eine Drohne vom Typ „Shahed“ zerstört worden, sagte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videoansprache. „Einige technische Details müssen jedoch noch verfeinert werden“, erklärte er weiter. „Wir brauchen noch etwas mehr Zeit.“ Die Arbeit an weiteren Entwicklungen werde fortgesetzt.

Selenskyj zufolge wurden in der Nacht 93 Prozent aller russischen Drohnen abgefangen. „Das ist beachtlich. Aber natürlich wird mehr gebraucht“, sagte er. Die Ukraine entwickelt seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 verstärkt eigene Technologien zur Drohnenabwehr und konzentriert sich dabei auf Abfangraketen als effizientes und günstigeres Mittel. Größere Schwierigkeiten haben die ukrainischen Streitkräfte jedoch bei der Abwehr russischer ballistischer Raketen. Die Regierung in Kiew hat daher die westlichen Verbündeten um die Lieferung weiterer Abfangsysteme gebeten.

Eine über Litauen von Nato-Kampfjets abgeschlossene Drohne war mit Sprengstoff bestückt. Dies teilte Verteidigungsminister Robertas Kaunas mit. Die Sprengladung sei von Spezialkräften entschärft worden, schrieb Kaunas auf Facebook. Die Drohne werde weiterhin untersucht und analysiert.

In Litauen wurde in der Nacht zu Dienstag ein unbemanntes Flugobjekt von italienischen Eurofightern über einem ländlichen Gebiet nahe dem Dorf Pratkunai vom Himmel geholt. Verletzte oder Schäden gab es nicht. Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen des baltischen EU- und Nato-Landes zuvor über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert.

Genauere Angaben zur Herkunft und zum Typ der abgeschossenen Drohne gab es zunächst nicht.

Nach intensiven russischen Angriffen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen stärkeren Schutz für die Eisenbahn angekündigt. „Obwohl die Russen unsere Bahn als eines ihrer Hauptziele betrachten, funktioniert die ukrainische Eisenbahn weiterhin auf hohem Niveau“, sagte der Staatschef. Dabei dankte er den Bahnmitarbeitern für ihre „äußerst professionelle und mutige Arbeit“. Die Logistik werde trotz Verspätungen und der angerichteten Schäden aufrechterhalten.

Selenskyj stellte zusätzliche Schutzmaßnahmen für Eisenbahnanlagen und auch für die Grenzübergänge der Bahn in Aussicht. Er habe darüber mit Regierungschef Serhij Korezkyj und anderen Regierungsvertretern gesprochen. „Das ist keine abstrakte Frage, es geht um das Leben der Ukraine“, unterstrich Selenskyj. Am vergangenen Wochenende hatte eine russische Drohne eine Lokomotive am Grenzbahnhof Jahodin in der Westukraine getroffen. Kurz davor hatte den Bahnhof nach ukrainischen Angaben ein Zug mit ehemaligen westlichen Regierungsvertretern und Diplomaten passiert.

Bei einem russischen Angriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind ein Mann und eine Frau getötet worden. Eine weitere Frau sei verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung der Stadt, Wadym Ljach, bei Facebook mit. Es seien drei Wohnhäuser beschädigt worden.

Die Vereinten Nationen (UN) erwägen wegen anhaltender russischer Luftangriffe, ihre Hilfsgüter in der Ukraine in unterirdische Bunker zu verlegen. In diesem Jahr hätten russische Angriffe zehn Lagerhäuser der Organisation getroffen und Hilfsgüter im Wert von Millionen Dollar zerstört, sagt der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in der Ukraine, Matthias Schmale, der Nachrichtenagentur Reuters in Genf.

Unter den getroffenen Einrichtungen befindet sich auch ein Hauptlager der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit medizinischen Gütern. Die UN prüfen zudem den Kauf von gepanzerten Fahrzeugen.

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  • US-Präsident Trump entscheidet über die Unterzeichnung des Sanktionsgesetzes

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