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Kritik an ARD-Journalistin Anja Kohl nach AfD-Parteitag-Angriffen
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Die Welt1d agoPolitics5 min readGermany

Kritik an ARD-Journalistin Anja Kohl nach AfD-Parteitag-Angriffen

Quick Look

  • Nach Angriffen auf Journalisten am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt steht ARD-Expertin Anja Kohl in der Kritik.
  • Sie warf der AfD mangelnde Distanzierung vor, obwohl die Taten laut Polizei dem linken Protestmilieu zugerechnet werden.
  • Dies löste Widerspruch und Forderungen nach Entschuldigungen aus.

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Why It Matters

Am Rande des AfD-Bundesparteitags in Erfurt kam es zu Angriffen auf Journalisten. Eine Aussage der ARD-Journalistin Anja Kohl in der Sendung „Sonntags-Stammtisch“ des Bayerischen Rundfunks sorgte für Kritik.

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Nach den Angriffen auf Journalisten am Rande des AfD-Bundesparteitags in Erfurt ist Kritik an einer Aussage der ARD-Journalistin Anja Kohl laut geworden. Anlass sind Äußerungen der TV-Wirtschafts-Expertin in der Sendung „Sonntags-Stammtisch“ des Bayerischen Rundfunks.

Beim Parteitag war es zu Angriffen auf Journalisten gekommen, die Polizei führt dazu Ermittlungen. Demnach waren Mitarbeiter des Portals „Apollo News“ am Samstag körperlich angegriffen worden, die Polizei habe Hilfe geleistet. Einem Vertreter der „Jungen Freiheit“ sei sein Handy geraubt worden. Einige Tatverdächtige des Raubs wurden nach Angaben der Polizei bereits identifiziert. „Apollo News“-Chefredakteur Max Mannhart schrieb auf der Plattform X, einem seiner Mitarbeiter sei gegen den Hinterkopf getreten worden.

Dem „Junge-Freiheit“-Mitarbeiter boxten Demonstranten ins Gesicht, bevor sie ihm das Handy raubten, das er später zurückerlangt habe, berichtet die Zeitung.

Kohl kritisiert fehlende Distanzierung der AfD

Kohl sprach im „Sonntags-Stammtisch“ über die Übergriffe auf Reporter von „Apollo News“ und der „Jungen Freiheit“. Sie kritisierte, die AfD habe sich nicht von den Taten distanziert: „Die AfD hat es nicht geschafft, sich davon zu distanzieren, überhaupt dazu Stellung zu nehmen“, sagte sie. Journalisten müssten vor Angriffen geschützt werden, zudem brauche es Parteien, „die sich distanzieren von so einer Sache“.

Diese Aussage stieß später auf Widerspruch. Kritiker warfen Kohl vor, den Eindruck zu erwecken, die Angriffe seien aus dem Umfeld der AfD erfolgt. Nach bisherigen Erkenntnissen werden die Taten jedoch Demonstranten aus dem linken Protestmilieu zugerechnet. In der Sendung selbst widersprach niemand der Aussage Kohls. Neben Hubert Aiwanger (Freie Wähler) war noch der Liedermacher Heinz Rudolf Kunze zu Gast bei Hans Werner Kilz. Der Chefredakteur der „Jungen Freiheit“, Dieter Stein, nannte die Äußerungen auf X im Anschluss „völlig irre“.

Der Journalist und Vorsitzende der Schriftstellervereinigung PEN Berlin, Deniz Yücel, kommentierte ironisch: „Der Preis für den beinah besten Beitrag zu den Angriffen auf Journalisten am Rande des AfD-Parteitags in Erfurt geht an… Anja Kohl (ARD) und die Sendung ‚Der Sonntags-Stammtisch‘ (BR).“

Journalist Alexander Teske äußerte die Vermutung, der Bayerische Rundfunk und Kohl müssten sich am nächsten Tag „öffentlichkeitswirksam entschuldigen“.

Die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel hatte die Übergriffe bereits am Samstag verurteilt. Zugleich kritisierte sie, die Angriffe hätten in Politik und Medien nicht genügend Aufmerksamkeit erhalten. „Die anderen Parteien und auch die Medien: Sie waren sehr leise, um das zu verurteilen“, sagte Weidel.

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Auch außerhalb der AfD wurden die Attacken verurteilt. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm (CDU), sagte „Bild“: „Wer Gewalt gegen Journalisten anwendet, der greift die Demokratie an.“ Meinungs- und Pressefreiheit seien „zentrale Säulen einer freiheitlichen Gesellschaft“.

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß sprach von „linker Gewalt gegen Polizisten, Journalisten oder Andersdenkende“, die scharf zu verurteilen sei. Extremismus müsse unabhängig von seiner politischen Ausrichtung bekämpft werden.

Keine Distanzierung des Protestbündnisses

Das Protestbündnis „Widersetzen“ distanzierte sich auf einer Pressekonferenz nicht von den Angriffen. Auf die Frage, ob das Bündnis die Taten verurteile, sagte Sprecher Noa Sander: „Wir sind nach Erfurt gekommen, um Faschisten zu blockieren. Faschisten mit einem Presseausweis sind immer noch Faschisten.“

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Grünen-Chefin Franziska Brantner bezeichnete die Demonstrationen gegen den AfD-Parteitag zwar insgesamt als friedlich und als „Zeichen demokratischer Stärke“. Zugleich erklärte sie: „Wir lehnen jede Form von Gewalt auf solchen Demonstrationen ab.“ SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf verurteilte die Angriffe. Er betonte, Gewalt sei kein Mittel der politischen Auseinandersetzung.

Open Questions

  • Wird es eine öffentliche Entschuldigung von Anja Kohl oder dem Bayerischen Rundfunk geben?
  • Wie wird die AfD auf die anhaltende Kritik reagieren?
  • Wie wird die Polizei die Ermittlungen zu den Angriffen abschließen?

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This article was originally published by Die Welt.

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