Kukirin G2 Pro ABE E-Scooter im Test: Offroad-Modell mit großem Akku
Der E-Scooter Kukirin G2 Pro ABE will im Test mit Vollfederung, dickem Offroad-Profil und einem riesigen 748-Wh-Akku für kleines Geld überzeugen.
Quick Look
- Der Kukirin G2 Pro ABE E-Scooter wurde getestet und überzeugt mit Vollfederung, Offroad-Profil und einem großen 748-Wh-Akku zu einem moderaten Preis.
- Kritisiert werden der schwache Motor, die harte elektrische Bremse, fehlende Blinker und das schlecht ablesbare Display.
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Why It Matters
Der Kukirin G2 Pro ABE ist ein E-Scooter, der mit Vollfederung, Offroad-Profil und einem großen 748-Wh-Akku zu einem moderaten Preis auf den Markt kommt und in Deutschland nur als ABE-Version legal ist.
Der E-Scooter Kukirin G2 Pro ABE will im Test mit Vollfederung, dickem Offroad-Profil und einem riesigen 748-Wh-Akku für kleines Geld überzeugen.
Ein robuster E-Scooter für Feldwege muss nicht teuer sein. Das wissen wir spätesten seit unserem Dauer-Preis-Leistungs-Sieger Joyor Y8-S (Testbericht). Daran will der Kukirin G2 Pro ABE anknüpfen.
Achtung beim Kauf: Den G2 Pro gibt es auch als Nicht-ABE-Version mit 45 km/h. Diese darf nicht auf deutschen Straßen fahren. Wer legal unterwegs sein will, muss zwingend zur ABE-Variante greifen – genau die haben wir getestet.
Spannend am vollgefederten E-Scooter mit Riesen-Akku Kukirin G2 Pro ABE ist sein moderater Preis. Bei Mediamarkt gibt es ihn aktuell ab 449 Euro. Ob sich die Investition lohnt oder das Geld besser bei einem anderen E-Scooter aufgehoben ist, soll dieser Test klären.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Die Grundmontage geht unkompliziert von der Hand, es muss lediglich der Lenker mit vier Schrauben fixiert werden, schon kann es losgehen. Wir empfehlen zum Fahren einen Helm.
Optisch macht der Kukirin G2 Pro ABE einiges her. Der mattschwarze Alu-Rahmen mit orangefarbenen Akzenten, die breiten 9-Zoll-Reifen mit Offroad-Profil und die Federbeine vorn und hinten verleihen ihm einen coolen Look. Dank der recht kleinen Reifen wirkt er dabei nicht zu massig. Weniger gelungen ist das unaufgeräumte Kabelmanagement vor dem Lenker. Es stört den ansonsten stimmigen Auftritt spürbar.
Das tragende Chassis besteht aus einer Aluminiumlegierung. Es ist für ein maximales Fahrergewicht von 120 kg ausgelegt und eignet sich damit auch für schwerere Fahrer. Die IP54-Schutzklasse schützt gegen Spritzwasser, leichter Regen ist also kein Problem.
Klappmechanismus
Der Sicherungshebel sitzt sicher und lässt sich trotzdem gut lösen. Ausgeklappt misst der G2 Pro 117 × 59 × 130 cm. Zusammengeklappt schrumpft er auf 117 × 59 × 51 cm.
Die Krux liegt im Detail. Der Haken am oberen Ende der Lenkstange, der auch als Befestigung für Taschen dient, rastet nur dann in die Öse am hinteren Ende ein, wenn die Lenkerhöhe in der mittleren der drei Einraststufen sitzt. Für sehr kleine oder sehr große Fahrer erweist sich das als unpraktisch. Zudem sitzt der Haken eingerastet nicht sicher und löst sich leicht. Trotzdem lässt sich der E-Scooter zusammengeklappt gut an der Lenkstange hochheben. Für längeres Tragen ist er mit 22 kg allerdings recht schwer.
Lenker & Display
Am Lenker zeigt sich der G2 Pro angenehm aufgeräumt. Die Lenkergriffe sind ergonomisch geformt und bequem. Der Daumengriff auf der rechten Seite geht allerdings recht straff. Auf längeren Fahrten könnte das unangenehm werden.
Die Bedieneinheit kommt mit nur zwei Knöpfen aus und regelt die drei Fahrstufen (0 bis 3). Eine App gibt es nicht. Wer auf Fahrstatistiken, Diebstahlschutz oder Individualisierung hofft, schaut in die Röhre. Auch einen USB-Port zum Laden von Endgeräten sucht man vergeblich.
Das große Farbdisplay sieht schick aus. Es zeigt Geschwindigkeit, Batteriestand und Kilometerstand an. Damit bietet das Farb-LCD das Nötigste, ist bei direkter Sonne allerdings schlecht ablesbar. Dieses Problem teilt es sich mit vielen Konkurrenten.
Eine Besonderheit ist das physische Zündschloss mit Schlüsseln. Der E-Scooter geht nur an, wenn der Schlüssel steckt. Danach muss man ihn allerdings trotzdem noch über die Bedieneinheit einschalten.
Die Lichtanlage umfasst ein LED-Vorderlicht sowie ein kombiniertes Rück- und Bremslicht. Frontlicht und Rücklicht sind ausreichend hell, um gesehen zu werden. Das Frontlicht ist zudem in der Höhe variabel. Einen Dämmerungssensor gibt es nicht. Es fehlen Blinker. Das ist im Jahr 2026 schwer nachvollziehbar und betrifft ein Sicherheitsfeature, das im Alltag zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Fahren
Die Ergonomie überzeugt. Das liegt auch an der in drei Stufen anpassbaren Lenkerhöhe, die eine gute Position für unterschiedlich große Fahrer ermöglicht. Weniger gelungen ist das Trittbrett. Es ist zwar breit, aber mit 50 × 16 cm recht kurz. Immerhin kann der hintere Fuß auf der sehr stabilen Fußablage bleiben.
Der bürstenlose 500-Watt-Nabenmotor im Hinterrad ist auf eine Nenndauerleistung von 500 Watt begrenzt. Er fährt eher gemächlich an, bis er seine volle Kraft entfaltet. Die Steigfähigkeit ist nicht überragend. Die Motorkraft bewegt sich im unteren Mittelfeld.
Die Höchstgeschwindigkeit gibt Kukirin mit 20 km/h an. Per GPS nachgemessen erreicht der G2 Pro allerdings nur maximal 19 km/h. Das ist schade. Laut Gesetzgeber wären 20 km/h plus 10 Prozent Toleranz, also 22 km/h, möglich gewesen. Andere Hersteller schöpfen diesen Rahmen besser aus.
Das Herzstück ist die Federung. Die Schwing-Vollfederung mit mechanischer Federung an Vorder- und Hinterachse macht einen wirklich guten Job und ist angenehm weich. Allerdings wirkt das Fahren dadurch teilweise etwas schwammig. Zudem mindern die mit 9 Zoll recht kleinen Reifen die Wirkung der guten Federung. Größere Reifen würden Wurzeln und tiefe Schlaglöcher noch souveräner schlucken.
Bei den Bremsen setzt der G2 Pro auf mechanische Scheibenbremsen an beiden Rädern in Kombination mit einer elektronischen Motorbremse. Im Test reagiert die stets zugeschaltete elektrische Bremse zu hart. Sanftes Abbremsen ist so nicht möglich. Auf Schotter blockiert das Hinterrad beim Bremsen quasi immer. Das stört im Alltag spürbar. Bei einer Vollbremsung hingegen bremst der G2 Pro gut und schnell.
Akku
Der Akku ist für die Preisklasse ungewöhnlich groß. Er bietet 748 Wh (48 Volt, 15,6 Ah). Damit spielt er in einer Liga, in der sonst deutlich teurere Modelle unterwegs sind.
Kukirin verspricht eine Reichweite von bis zu 65 km. Dieser Wert wurde unter Idealbedingungen ermittelt, also mit leichtem Fahrer, moderater Geschwindigkeit, ebener Strecke und warmem Wetter. In der Realität sieht das anders aus. Bei einem 85 kg schweren Fahrer, voller Unterstützung, viel Stop-and-Go und warmem Wetter kamen wir auf etwa 50 km. Das ist trotzdem ein sehr guter Wert, der die meisten Pendelstrecken locker abdeckt.
Geladen wird über ein 2-A-Ladegerät mit einem Ladeausgang von 54,6 V / 2 A. Eine volle Ladung dauert rund 7 bis 8 Stunden. Ein Geduldstest, aber angesichts der großen Kapazität leicht zu verschmerzen.
Preis
Der Kukirin G2 Pro ABE ist bei Mediamarkt aktuell ab 449 Euro erhältlich.
Fazit
Der Kukirin G2 Pro ABE ist ein günstiger Offroad-E-Scooter, der überraschend viel bietet. Herausragend ist der riesige 748-Wh-Akku. Für diese Preisklasse ist das eine echte Ansage, in der Praxis reicht das für rund 50 km Reichweite. Auch die weiche Vollfederung, die gute Verarbeitung und der coole Offroad-Look wissen zu gefallen. Dazu kommen die hohe Zuladung von 120 kg und die anpassbare Lenkerhöhe.
Es gibt aber auch Kritikpunkte. Der Motor ist eher schwachbrüstig und fährt gemächlich an. Die stets zugeschaltete elektrische Bremse reagiert zu hart und lässt das Hinterrad auf Schotter blockieren. Das unaufgeräumte Kabelmanagement, die fehlenden Blinker und das bei Sonne schlecht ablesbare Display trüben den Eindruck weiter, ebenso ärgern die maximal erreichten 19 km/h.
Auch wenn der G2 Pro ABE im Grunde kein schlechter E-Scooter ist, gibt es für nur einen kleinen Aufpreis bessere. Da wären etwa der Joyor Y8-S (Testbericht), der Egret Ey! 1 (Testbericht) oder der Xiaomi Electric Scooter 4 Ultra (Testbericht).
Open Questions
- Wie schneidet die Nicht-ABE-Version im Vergleich ab?
- Gibt es Pläne für eine App-Integration?
- Wird die Bremssoftware aktualisiert?




