
AI-generated summary
Lemberg ist eine Stadt im Westen der Ukraine, die zwar nicht an der Front liegt, aber dennoch von Kriegseinwirkungen wie Drohnen- und Raketenangriffen betroffen ist. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 hat die Stadt eine Zunahme von Binnenflüchtlingen und Kriegsversehrten erfahren und arbeitet an der Ausweitung medizinischer Infrastruktur, Schaffung von Wohnraum und Vorbereitung auf den Winter mit Notstrom- und Heizkonzepten.
Sie sind für einen Abend nach Leipzig gereist, um hier einen Vortrag über Stadtentwicklung unter Kriegsbedingungen in Ihrer Heimatstadt Lemberg zu halten. Gleich morgen früh müssen Sie wieder zurückfahren. Was sind derzeit Ihre dringendsten Aufgaben in Lemberg?
Zu den dringendsten Aufgaben in unserer Arbeit gehören der Ausbau der medizinischen Infrastruktur und der Rehabilitationsangebote für Verwundete, der Neubau von Sozialwohnungen, der Wiederaufbau zerstörter Gebäude und Anlagen, die Stärkung der städtischen Resilienz sowie das Gedenken an die Gefallenen. Wir erweitern derzeit die Eingangsbereiche von Krankenhäusern, weil die Erfahrung von anderen Städten zeigt, dass die Notaufnahmezonen nach Angriffen oft überlastet sind, sodass die Verletzten nicht schnell genug versorgt werden können, auch wenn die Krankenhäuser groß genug sind. Ein wichtiges Thema für die Stadt ist gerade der herannahende Winter. Wir beschäftigen uns mit verschiedenen Szenarien für den Energieausfall. Dazu gehören pragmatische Maßnahmen wie das Aufstellen von Öfen in Kellern von Wohnhäusern und Schulen oder die Beschaffung von genügend Holz zum Heizen. Auch wenn alles ausfällt, müssen wir Sicherheitsstandards gewährleisten, und dafür müssen wir rechtzeitig planen.
F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen
F.A.Z. bei Google bevorzugen
Das im Westen der Ukraine gelegene Lemberg gehört nicht zu den frontnahen und damit besonders vom Krieg betroffenen Städten. Macht sich der Krieg dennoch im Stadtbild bemerkbar?
Auch in Lemberg sind die Zerstörungen durch Drohnen- und Raketenangriffe unübersehbar. Der Krieg verändert aber auch auf andere Weise das Stadtbild und stellt uns vor neue planerische Aufgaben. Die größte Herausforderung ist die Schaffung der Infrastruktur für Binnenflüchtlinge, Verletzte, Kriegsveteranen und andere Ukrainer, die sich entschieden haben, in der Ukraine zu bleiben, und in Lemberg auf Sicherheit hoffen. Wir haben Containersiedlungen für temporäre Unterkünfte, aber auch dauerhafte Wohnungen für diejenigen errichtet, die sie am dringendsten benötigen, etwa Menschen mit Behinderungen infolge von Kriegsverletzungen.
Wir werden dabei von der Europäischen Kommission und weiteren Partnern unterstützt. Besonders wertvoll ist für uns die Unterstützung deutscher Städte, mehrere Projekte konnten beispielsweise mit Unterstützung von Freiburg und Würzburg realisiert werden. Der Krieg ist auch dadurch sichtbar, dass die Stadt jeden Tag eine Abschiedszeremonie für die gefallenen Soldatinnen und Soldaten abhält. Manchmal verabschieden wir uns an einem Tag von zwei Gefallenen, manchmal von zwölf. Im Stadtzentrum entsteht bereits eine Gedenkstätte mit mehr als tausend Gräbern.
Wie ist die Versorgung der Bevölkerung mit Schutzräumen?
Es gibt Tausende von Bunkern in Lemberg. Zum großen Teil sind es instand gesetzte Schutzräume aus der Sowjetzeit. Wir haben aber auch zahlreiche neue Bunker errichtet und beschäftigen wir uns intensiv mit Sicherheitskonzepten für diese Bauten.
Aber es gibt trotz des Krieges auch alltägliche Normalität im städtischen Leben?
Ja. Die Schulen sind offen, Menschen gehen zur Arbeit und sitzen in den Cafés. Es gibt viel normales Leben, und das ist ganz besonders wichtig für diejenigen, die aus frontnahen Gebieten hierherkommen und sich in Lemberg etwas vom Krieg erholen wollen. Aber der Krieg ist auch in unserer Stadt allgegenwärtig. Fünfzigtausend Einwohner von Lemberg sind im Fronteinsatz. Als vergleichsweise sichere Stadt ist Lemberg zu einem wichtigen humanitären Zentrum für das ganze Land geworden. Wegen der vielen Rehabilitationseinrichtungen hat es derzeit im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl wohl weltweit den höchsten Anteil von Invaliden. Es gehört aber nicht zu den barrierefreiesten Städten auf der Welt.
Wie reagiert die Stadtplanung darauf?
Alles, was wir planen, basiert auf den Prinzipien der Barrierefreiheit und des sozialen Gleichgewichts. Auf der praktischen Ebene geht es letztlich um viele kleine, aber koordinierte Schritte. Wir haben innerhalb von zwei Jahren alle Fußgängerüberwege barrierefrei gemacht und bauen unter Hochdruck die Bushaltestellen um. Wir erhalten das historische Kopfsteinpflaster, das in Lemberg weit verbreitet ist, schleifen aber die Oberfläche, sodass es kein Hindernis mehr für Rollstuhlfahrer ist. Daran beteiligen sich finanziell die Gastronomen, die davon profitieren. Es gibt auch Entwicklungen, die uns selbst überraschen. So haben wir entdeckt, dass das Boule-Spiel sehr gut für den Rehabilitationsprozess ist. Seitdem legen wir die Boule-Plätze direkt an den Krankenhäusern an. Für viele Kriegsverletzte ist das Boule-Spiel der Anreiz, nach ihrer Behandlung erstmals wieder an die Luft zu gehen.
Gibt es auch große Neubaukomplexe, die infolge des Krieges errichtet wurden?
Ja. Dazu gehört etwa das über die Stadt verteilte „Unbroken“-Netzwerk von Zentren für medizinische Behandlung, Prothetik, Rehabilitation, psychische Gesundheit sowie Sport- und Kunsttherapie. Der Hauptcampus gehört zum ausgebauten zentralen Krankenhaus von Lemberg. Mit dreißigtausend Plätzen ist es das größte in der Ukraine. Es entstehen aber auch zahlreiche Wohn- und Bürokomplexe in der Stadt. Die Wirtschaft funktioniert und entwickelt sich weiter.
Während sich in Deutschland sogar überschaubare Bauprojekte jahrzehntelang hinziehen können, schauen wir voller Staunen und Bewunderung auf das Tempo in der Ukraine. Gibt es darüber hinaus etwas, was Deutschland beim Planen und Bauen von der Ukraine lernen kann?
Ich habe noch nie darüber nachgedacht, was Deutschland von uns lernen kann. Aber ich denke, dass wir viel von Deutschland lernen können. Deutschland hat eine hohe Planungskultur, von der für uns viele Impulse ausgehen. Bei uns ist jetzt zwar Konzentration auf das Wesentliche nötig. Wir müssen mit unseren Kräften gut haushalten und die begrenzten Ressourcen sinnvoll einsetzen. Gleichzeitig brauchen wir schnelle Ergebnisse. Dennoch müssen auch wir uns genug Zeit für ordentliche Planung nehmen. Denn die meiste Zeit verliert man am Ende mit schlechten Projekten. Wir veranstalten deshalb auch Architekturwettbewerbe und bemühen wir uns um Prozessqualität beim Planen und Bauen. Wir müssen uns verteidigen und gleichzeitig vieles reformieren.
Lemberg gilt heute als Boomtown und zugleich als Zentrum stadtplanerischer Innovation in der Ukraine. Worin liegen die Gründe dafür?
Lemberg ist eine demokratische Stadt. Es gibt kaum große Bauherren, dafür viele engagierte Akteure, die im Wettbewerb miteinander stehen. Und trotz des Risikos im Krieg gibt es eine große Investitionsbereitschaft.
Wie soll Lemberg nach dem Krieg aussehen?
Nach Russlands Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 setzten Diskussionen darüber ein, wie das Land nach Kriegsende wiederaufgebaut werden sollte. Höher, größer, spektakulärer – haben damals viele gefordert. Das passte uns nicht. Wir wollten einen Wiederaufbau, der die Menschen einbezieht, auf kreative Kräfte setzt, bedarfsgerechte Lösungen anbietet und zugleich im Austausch mit der internationalen Fachwelt entwickelt wird.
Mit Unterstützung von vielen Partnern, darunter auch der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), haben wir das Lviv Urban Forum ins Leben gerufen. In diesem Jahr sind tausendvierhundert Teilnehmer angereist, darunter viele sehr renommierte Architekten und Planer. Wir sind dankbar für das große Interesse und die Solidarität. Zugleich freuen wir uns, mit dem Forum zu den internationalen Debatten um die Zukunft der Städte beizutragen.
AI outlook — possibilities, not facts
Lemberg wird den Ausbau der barrierefreien Infrastruktur innerhalb der nächsten zwei Jahre abschließen.
Likely · Within months
Das Lviv Urban Forum wird auch in den kommenden Jahren internationale Architekten und Planer nach Lemberg ziehen.
Likely · Within years

A violent altercation broke out on a flight from Dubai to Tel Aviv, leaving one pilot injured and another involved in a fight. According to eyewitness Tal, the cockpit was temporarily deserted and the aircraft lost a lot of altitude. Two pilots who happened to be present were brought into the cockpit by passengers, took control and landed the plane in Saudi Arabia. The attacker was tied up with charging cables and the Indian co-pilot was treated by an Israeli dentist. The incident is now playing a role in the Israeli election campaign.

In the fifth year of the war, Russia is intensifying its attacks on Ukraine's civilian economy, hitting steel mills, factories and logistics centers. German companies are also reporting damage. Ukrainian President Zelensky warns against Moscow's goal of breaking resistance through economic warfare. The damage to fixed assets is estimated at ten billion US dollars.

The US has withdrawn its 12 B-1 bombers from Britain's RAF Fairford air base, a week after several men were arrested on suspicion of preparing terrorist attacks. The withdrawal was due to security concerns while investigations into possible links to Iran, Russia or Islamist groups are ongoing. British police had previously arrested five British citizens and closed the area around the airfield.
The US military destroyed a speedboat used by drug smugglers in the Caribbean, killing four people. The Southcom military command released a video of the attack and described those killed as “narco-terrorists.” The information cannot be independently verified. For about a year, the US military has been repeatedly attacking boats in the Caribbean and the Eastern Pacific on President Trump's orders, ostensibly to combat drug smuggling. Dozens of boats are said to have been hit and over 200 people killed in Operation Southern Spear. Critics doubt the legality of the attacks in international waters.

The 2025 Nobel Prize winners will be announced in Stockholm and Oslo. The Physiology or Medicine Prize goes to Brunkow, Ramsdell and Sakaguchi for immune system research. The Peace Prize was awarded to Venezuelan opposition leader María Corina Machado, who passed it on to Donald Trump, which the Nobel Institute rejected as non-transferable. Other awards celebrate their 125th anniversary since 1901.
The 2025 Nobel Prize announcements begin today with the Prize in Physiology or Medicine. The Peace Prize goes to Venezuelan opposition leader María Corina Machado, who gave her medal to Donald Trump - a controversial gesture as the prize is non-transferable. All prizes are worth twelve million Swedish crowns and will be awarded on December 10th.