
Nach dem Erfolg der Demokraten bei den Midterms stehen die USA vor einer politischen Neuausrichtung, während internationale Reaktionen und wirtschaftliche Auswirkungen analysiert werden.
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Die US-Zwischenwahlen (Midterms) fanden statt, bei denen die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewannen. Dies markiert eine signifikante Verschiebung der politischen Machtverhältnisse in den USA.
Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:
US-Vizepräsident JD Vance hat die Niederlagen der Republikaner bei den Zwischenwahlen auf den Iran-Krieg zurückgeführt. "Der Grund, weshalb wir verloren haben, ist der Krieg", schrieb er in einem längeren Online-Post. "Wenn Sie argumentieren wollen, [...] dass der Verlust des Senats für die nächsten sechs Jahre es wert war, dann tun Sie es", schrieb er. "Argumentieren Sie, dass es die Kosten wert war. Stimmen Sie zu oder seien Sie anderer Meinung, das ist zumindest ehrlich."
US-Präsident Donald Trump hat nach der deutlichen Niederlage seiner Republikaner bei den Kongresswahlen erklärt, die Demokraten hätten "gute Arbeit geleistet". Zugleich machte er republikanische Kandidaten für ihre Niederlagen verantwortlich, wie aus einem Interview des Senders Fox News hervorgeht. "Ich sehe das nicht als Schlag gegen mich", sagte Trump.
Der Ausgang zweier spannender Rennen um den US-Senat ist weiter offen. Im Südstaat Mississippi lieferten sich Scott Colom von den Demokraten und die republikanische Amtsinhaberin Cindy Hyde-Smith ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen lag Colom mit weniger als 50 Stimmen vor Hyde-Smith, wie die Sender CNN und NBC berichteten.
In Alaska lag derweil die Demokratin Mary Peltola nach Auszählung von 74 Prozent der Stimmen mit 48,2 Prozent leicht vor dem Republikaner Dan Sullivan, der bei 47,9 Prozent lag. Das Rennen hatte Aufmerksamkeit erregt, nachdem die "New York Times" berichtet hatte, dass das Umfeld von Peltola einen anderen Mann namens Dan Sullivan zur Kandidatur bewegt hatte, um dem republikanischen Amtsinhaber Stimmen abzuziehen.
Nach dem Erfolg der Demokraten bei den US-Kongresswahlen haben die Aktienkurse der von Tech-Milliardär Elon Musk geführten Unternehmen Tesla und SpaceX deutlich nachgegeben. Nach Handelsbeginn in New York notierten die Anteilsscheine von Tesla am Mittwoch um 3,82 Prozent im Minus; die Space-X-Aktien gaben um 2,65 Prozent nach.
Musk hatte fast eine halbe Milliarde US-Dollar für den Wahlkampf der Republikaner von US-Präsident Donald Trump gespendet, darunter erhebliche Summen in Texas. In dem Bundesstaat, in dem auch der Firmensitz von Musks Unternehmen ist, konnten die US-Demokraten bei den Wahlen historische Siege erringen.
Der republikanische Repräsentantenhausvorsitzende Mike Johnson will nach dem schlechten Abschneiden seiner Partei bei den Zwischenwahlen in den USA nicht erneut als Fraktionschef kandidieren. Das berichten übereinstimmend mehrere US-Medien.
Der Außenhandelsverband BGA dämpft Hoffnungen, dass US-Präsident Donald Trump seine Zollpolitik nach der Niederlage der Republikaner bei den Midterms ändert. "Für den Außenhandel ändert sich durch die Ergebnisse der US-Kongresswahlen zunächst nichts", sagte BGA-Präsident Dirk Jandura der Rheinischen Post. Die Außenhandelspolitik bleibe maßgeblich vom US-Präsidenten geprägt. Trump habe weitreichende Befugnisse. Und: "Er kann hier weiterhin viel freier agieren als in der künftigen nationalen Politik."
Nach den Midterms in den USA setzt die EU auf pro-ukrainische Signale aus dem Kapitol. Sie hoffe, dass der "neue Kongress" die Ukraine "weiterhin unterstützen und außerdem mehr Druck auf Russland ausüben" werde, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Europa und die USA seien "gemeinsam viel stärker", wenn es darum gehe, Moskau zur Beendigung des Krieges zu drängen, betonte sie. "Warten wir ab, was jetzt passiert, aber Wahlen haben Konsequenzen."
CSU-Chef Markus Söder schrieb auf X, das Wahlergebnis biete "die Chance auf einen Neuanfang" der Beziehungen. "Statt Konfrontation wollen wir mehr Kooperation", schrieb er.
Auch nach dem deutlichen Sieg der Demokraten bei den Wahlen zum US-Kongress und Senat wird der Kurs der USA für die Europäer wohl weiterhin unvorhersehbar bleiben, analysiert ARD-Korrespondent Christian Feld. Zu oft habe die Politik in Brüssel erleben müssen, dass Donald Trump seine Befugnisse als US-Präsident weit ausdehnt - etwa im Handelskonflikt mit der EU.
Chris Pappas nutzte die Bühne seines Siegs im Rennen um den Senatssitz in New Hampshire für eine Umarmung seines Ehemanns Vann Bentley. "Ich möchte dem Mann neben mir danken, meinem wunderbaren Ehemann Vann", sagte der demokratische Politiker, der durch seinen Erfolg bei den Kongresswahlen als erster offen schwuler Mann in den US-Senat einzog. Sein Ehemann sei immer an seiner Seite gewesen, sagte der künftige Senator.
Russland setzt nach Angaben des Kreml nach dem Ausgang der US-Kongresswahlen auf eine weitere Vermittlung von US-Präsident Trump im Ukraine-Konflikt. "Präsident Trump bleibt im Amt", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut einem russischen Medienbericht. "Wir hoffen aufrichtig, dass er auch seine Friedensbemühungen fortsetzt." In der kommenden Woche sind neue Gespräche zwischen Moskau und Kiew unter US-Vermittlung in Abu Dhabi geplant. Trump hatte sich zuletzt Russlands Position im Ukraine-Krieg angenähert. Die Demokraten stehen dagegen für eine stärkere Unterstützung der Ukraine und mehr Druck auf Russland
Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Parlamentswahlen eröffnen sich neue Möglichkeiten bei der Untersuchung des Netzwerks von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Robert Garcia, der den Vorsitz des Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus übernehmen soll, kündigte an, die "Vertuschung im Zusammenhang mit den Epstein-Akten" untersuchen zu wollen. Der Politiker der Demokraten hatte bereits vor den Midterms angekündigt, im Falle des Wahlsiegs mehr öffentliche Befragungen ansetzen zu wollen.
In der vergangenen Woche hatten einige Demokraten zudem die Einsetzung eines unabhängigen Sonderermittlers gefordert, um Verbindungen von US-Präsident Trump zu Epstein zu untersuchen.
Bundesaußenminister Johann Wadephul ist zuversichtlich, dass mit dem Ausgang der Kongresswahlen in den USA eine neue Dynamik bei der Unterstützung der Ukraine entstehen kann. "Ich bin, was die Ukraine angeht, eher etwas zuversichtlich, dass es im Kongress jetzt wieder mehr Gespräche auch zwischen beiden Parteien geben wird, was man gemeinsam tun kann, um die Ukraine zu unterstützen", sagte Wadephul in Berlin. Die Demokraten stehen für eine stärkere Unterstützung der Ukraine und mehr Druck auf Russland. Die Reaktionen aus Deutschland fasst ARD-Hauptstadtstudio-Korrespondent Demian von Osten hier zusammen.
Vor den Wahlen hatten vor allem die Republikaner, etwa in Florida oder Texas, versucht, durch Neuzuschnitte von Wahlkreisen ihren Kandidaten Vorteile bei der Wahl zum Repräsentantenhaus zu verschaffen. Nach einer Analyse des US-Senders CNN ging diese Strategie allerdings nach hinten los.
Demnach behalten die Demokraten die Kontrolle über mindestens acht der 15 Wahlkreise, in denen sich die Republikaner durch die Neugliederung Siege erhofft hätten. Zudem hätten sie den Republikanern mindestens vier Sitze abgenommen. Eines der eindrucksvollsten Beispiele war demnach der 34. Kongresswahlkreis in Südtexas. Republikanische Abgeordnete des Bundesstaates hatten den Wahlkreis neu zugeschnitten - doch der demokratische Abgeordnete Vicente Gonzalez gewann mit einem zweistelligen Vorsprung.
Deutsche Politiker haben die Niederlage der Republikaner bei den US-Midterms begrüßt, dämpfen aber die Erwartung an eine andere Außenpolitik von Präsident Trump. Eine SPD-Politikerin warnt vor einer "wütenden Ente" im Weißen Haus.
Mit Blick auf die Niederlage für die Republikaner von US-Präsident Donald Trump gibt sich Iran kämpferisch. "Iran anzugreifen bringt keinen Sieg", schrieb Außenamtssprecher Ismail Baghai auf der Plattform X auf Englisch. Iran könne nicht durch Drohungen eingeschüchtert werden, hieß es weiter.
Zuvor wurde auch eine Rede, die Irans oberstem Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei zugeschrieben wird, veröffentlicht. Darin hieß es, Washingtons Ziel sei die bedingungslose Kapitulation des iranischen Volkes - daran ändere auch ein "Parteiwechsel" nichts. Wer die Hoffnung hege, "dass sich das Verhalten des Hegemonie-Systems durch parteiliche oder fraktionelle Verschiebungen ändern könnte", oder wer glaube, "dass Zugeständnisse an die Vereinigten Staaten sie von Feindseligkeiten gegenüber der iranischen Nation abbringen, irrt sich zutiefst", erklärte Chamenei laut seiner Website.
Iranische Medien transportierten den Redetext, der anlässlich von Feierlichkeiten veröffentlicht wurde, übereinstimmend.
David McAllister, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, äußert die Hoffnung, dass der neue Kongress dazu beiträgt, dass Europa und die USA enger zusammenarbeiten und den Friedensprozess für die Ukraine voranbringen. Europa müsse aber weiterhin mehr für die eigene Verteidigung und Sicherheit leisten, fügt der CDU-Politiker hinzu.
Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann mahnt, in Europa solle sich jetzt niemand zurücklehnen. Der Kontinent müsse sich selbst verteidigen können und seine Interessen selbstbewusst vertreten. Der Wahlausgang sei ein gutes Zeichen, die europäischen Hausaufgaben mache er nicht, erklärt die liberale Politikerin.
Der Vorsitzende der Linksfraktion im EU-Parlament, Martin Schirdewan, sieht in der demokratischen Mehrheit im Kongress keine Garantie dafür, dass der US-Präsident "tatsächlich politisch gebremst" werde.
Die erste schwarze Gouverneurin, eine indigene Senatorin und demokratische Siege in republikanischen Hochburgen wie Kansas oder Texas: Den Demokraten gelang bei den Midterms vielerorts Historisches - eine Auswahl.
In San Antonio im US-Bundesstaat Texas rollen in der Nacht auf Mittwoch hupende Autokorsos durch die Innenstadt. Flaggen von Texas, den USA und Mexiko hängen aus den Fenstern, wie das örtliche Nachrichtenportal San Antonio Report berichtet. Menschen jubeln und halten Schilder mit den Namen der Wahlgewinner James Talarico und Gina Hinojosa in die Höhe.
Die Siege der demokratischen Kandidaten in Texas und im ganzen Land gäben ihr Hoffnung, sagte eine Frau dem Nachrichtenportal. "Wir hatten Angst, dass es, wenn die Dinge anders gelaufen wären, sozusagen vorbei gewesen wäre - nicht nur für das amerikanische Volk, sondern auch für das amerikanische System." Es sei ein historischer Wandel in der Politik von Texas, wurde eine andere Frau zitiert, die mit Freunden auf den Straßen von San Antonio feierte.
Ein Mann sagte dem Portal San Antonio Report, es sei Zeit für Veränderungen. "Es fühlt sich an wie ein bewölkter Tag, an dem gerade die Sonne herauskommt."
Auch im Bundesstaat Michigan im Norden der USA wird gefeiert. Wie der New Yorker berichtet, flimmern auf der Wahlparty der Demokraten in Detroit Nachrichten über die Wahlerfolge über zwei Bildschirme. Schon bevor erste Fernsehsender den Wahlsieg des linken Kandidaten Abdul El-Sayed ausrufen, wird ausgelassen gefeiert.
Auch in anderen Bundesstaaten wie Kansas, North Carolina, Iowa, Ohio und Pennsylvania feiern Anhänger der Demokraten die Ergebnisse der Zwischenwahlen Berichten zufolge ausgelassen.
Die wesentlichen Entscheidungen sind zwar gefallen: Senat und Repräsentantenhaus gehen an die Demokraten, von denen kommen erstmals seit Jahren auch die meisten Gouverneure. Trotzdem gibt es noch viele offene Rennen: Die Entscheidungen über zwei Senatssitze, 68 Sitze im Repräsentantenhaus und zwei Gouverneursposten sind offen. Der Überblick:
Rachel Tausendfreund von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sieht die Demokraten nun gegenüber Trump in einer starken Position. Auch wenn er teilweise mit Dekreten am Kongress vorbei regieren könne, hätten sie beispielsweise die Hoheit über den Etat, betonte sie im Gespräch mit tagesschau24. Zudem werde Trumps Macht über seine eigene Partei wegen der deutlichen Niederlage schwächer.
ARD-Korrespondentin Tina Hassel berichtet aus Brüssel über erste Glückwünsche von Europaparlamentariern an die Demokraten. "Aber hier gibt es niemanden, der sagt: Jetzt wird alles besser. Es heißt hier eher, man sollte sich keine Illusion darüber machen, was dieses Wahlergebnis für die nächsten zwei Jahre bedeuten würde." Der Tenor in Brüssel sei: Trump habe schon in der Vergangenheit am Kongress vorbeiregiert - das könne jetzt noch viel schlimmer werden.
Was die Zollpolitik angeht, verwies sie auf Bernd Lange, den Vorsitzenden des EU-Handelsausschusses, der eine Verschärfung befürchtet. Der SPD-Politiker hatte erklärt, es bestehe die Gefahr, dass ein politisch geschwächter Präsident Trump in der Handels- und Zollpolitik noch unberechenbarer agiere.
Verschiedene deutsche Ökonomen haben auf die Wahlergebnisse in den USA reagiert - und unter anderem die Erwartungen auf große Veränderungen gedämpft. Denn vor allem in der Außen- und Handelspolitik könne Trump weiterhin viel mit Dekreten regieren, so der Tenor. Dennoch sei der Erfolg der Demokraten eine gute Nachricht, sagte etwa Marcel Fratzscher, Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
"Der Sieg der Demokraten bei den US-Midterms ist eine positive Botschaft für die Weltwirtschaft, auch wenn er die US-Wirtschaft kurzfristig bremsen könnte. Die wichtigste positive Botschaft ist, dass die Gewaltenteilung in den USA wieder besser greift", so Fratzscher.
So könne der Kongress etwa über sein Budgetrecht Trumps Krieg mit Iran stärker begrenzen. Das könne die Energiepreise senken, wovon auch Europa profitieren könne. Auch das aggressive Verhalten der US-Techkonzerne könne ein Stück weit eingehegt werden, da sich die Demokraten für eine Regulierung von KI einsetzten und den massiven Boom beim Bau von Rechenzentren deutlich kritischer begleiten dürften, sagte Fratzscher.
Andreas Bley, Chefvolkswirt des Bundsverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, sagte, der voraussichtliche Mehrheitswechsel in beiden Kammern des US-Kongresses wecke die Hoffnung, dass die amerikanische Handelspolitik künftig wieder stärker auf Dialog und internationale Zusammenarbeit setze. "Die Erwartungen sollten jedoch realistisch bleiben", so Bley. Denn auch innerhalb der Demokratischen Partei gibt es ausgeprägte protektionistische Tendenzen. Ähnlich äußerte sich auch Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung.
CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht eine Möglichkeit für mehr Offenheit bei Präsident Trump. Es sei "etwas richtig ins Rutschen geraten, was er nach meiner Einschätzung nicht vollständig ignorieren kann und wird", sagte der Unionsfraktionsvize im Bundestag im Deutschlandfunk zu den Ergebnissen der Zwischenwahlen.
Die Koalition, die ihn ins Amt gebracht habe, habe Trump verloren - nicht nur mit Hispanics und schwarzen Wählern, sondern vor allen Dingen mit weißen Wählern ohne akademischen Abschluss, so Röttgen. Diese Wählergruppe sei zu den Demokraten gewandert. Deshalb sei "etwas mehr Offenheit als Möglichkeit" in das System gekommen.
Ein Ende des Trumpismus ist das laut Röttgen aber nicht. Er sei weiterhin als Stimmung und Haltung stark vertreten und habe in der US-Gesellschaft "tiefe Wurzeln".
AI outlook — possibilities, not facts
Untersuchung der Epstein-Akten durch den Aufsichtsausschuss.
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In Germany, around 80 percent of the approximately nine million women suffer from symptoms during the menopause, and one in three have to adapt their everyday lives accordingly. CSU politician Bär calls for more understanding from employers and emphasizes that women's health is a social task. The Ministry of Research is providing 21 million euros for research.

US Vice President JD Vance has blamed the Iran war started by Donald Trump for the Republican defeat in the midterms. Democrats regained control of both chambers of Congress. Vance wrote on X that the war was the reason for the defeat.

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