
Zu groß sind die Sorgen vor dem chinesischen Staatskonzern Cosco und möglichen strategischen Abhängigkeiten.
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Chinesische Staatsunternehmen kaufen seit Jahren europäische Logistikfirmen auf, was in Brüssel und Berlin Sicherheitsdebatten auslöst.
Die Bundesregierung will die Übernahme des Logistikunternehmens Zippel durch die chinesische Staatsreederei Cosco stoppen.
Nach Handelsblatt-Informationen findet sich die Untersagung auf der Tagesordnung für die Sitzung des Bundeskabinett an diesem Mittwoch.
Zippel ist ein mittelständisches Transportunternehmen mit 210 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro. Es ist spezialisiert auf die Containerlogistik im Hinterland und verbindet vor allem die Nordseehäfen mit den Industrie- und Handelszentren in Ostdeutschland.
Das Unternehmen hat eine Kapazität von 175.000 Standardcontainern pro Jahr und damit insgesamt keinen hohen Marktanteil. Allerdings hat Zippel an den Terminals Berlin, Schkopau und Elsterwerda einen Anteil am Umschlag zwischen 35 und 90 Prozent.
Und vor allem: Zippel spielt auch für die logistische Unterstützung der Bundeswehr eine wichtige Rolle. Im Konfliktfall ist die Logistik zur deutschen Ostgrenze ebenfalls für das Verteidigungsbündnis Nato relevant, heißt es in Regierungskreisen.
Das hat in der Bundesregierung laut einem internen Dokument zu „erheblichen Sicherheitsbedenken“ geführt, die mit dem Verkauf an Cosco verbunden wären, wie das Handelsblatt vergangene Woche berichtet hatte. Es bestehe die Gefahr strategischer Abhängigkeiten, welche „im Zuge politischer Verwerfungen als Druckmittel genutzt werden könnten“.
Seit einigen Jahren kaufen chinesische Staatsunternehmen strategisch Unternehmen in Europa auf. Der Fokus liegt dabei unter anderem auf europäischen Logistikfirmen. In Brüssel und Berlin wächst die Sorge, dass Peking mit solchen Übernahmen Einblicke in die Lieferketten wichtiger Unternehmen gewinnen will, die etwa bei Transporten in die Ukraine sicherheitsrelevant sind.
„Durch den Erwerb würde der strategische Einfluss Chinas auf Deutschland und die europäische Transportinfrastruktur gestärkt“, heißt es in dem geheimen Regierungsdokument. Zippel sei trotz geringer Marktanteile ein etablierter Akteur mit jahrzehntelang gewachsener Marktkenntnis: „Diese Informationen sind für Cosco beziehungsweise für China sehr interessant.“
Der chinesische, staatseigene Konzern Cosco ist eines der größten Logistikunternehmen der Welt und versucht seit Jahren, seine Marktkontrolle weltweit auszubauen. Schon 2023 war der Konzern am Hamburger Hafen aktiv geworden und kaufte Anteile am Containerterminal Tollerort.
Damals kam es zu einem Richtungsstreit in der damaligen Bundesregierung. Während Grüne und FDP den Deal untersagen wollten, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) keine Bedenken. Letztlich begrenzte die Bundesregierung Coscos Beteiligung auf 24,9 Prozent.
In diesem Fall schloss sich eine umfassende Debatte um den Umgang mit chinesischen Investitionen in Deutschland an, vor allem im Bereich der Infrastruktur. Dass der Deal damals nicht untersagt wurde, hatten Fachleute kritisiert. Jetzt, bei Zippel, wird es für Kritik von dieser Seite keinen Anlass geben.
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Bundeskabinett untersagt Übernahme von Zippel am Mittwoch.
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