Breaking
TRBreaking news... They kidnapped a businessman in Maslak with a fake police ID! They stole his watch worth 7.5 million liras and demanded a ransom of 2 million dollarsTRHeavy downpour in Mersin: Avenues and streets turned into lakesINTLFAA warns U.S. airlines of safety risks over Saudi Arabia after attacksPLGerman counterintelligence warns of a new threat. Russia is planning assassinationsUSGuardians vs. Rays prediction, odds, time: 2026 ALCS Game 1 picks by proven modelDETraffic jam forecast: Autumn holidays continue: Yes, exactly, there will be traffic jams!INFIR against Kejriwal, AAP leaders for 'chaos' at Bangla Sahib during CEC protestRURussian troops liberate two communities in Ukraine operation over past day — top brassDEEU budget: EPP leader Manfred Weber stands against Merz – dispute over the EU budgetARA cache of weapons and ammunition from the former regime was seized in Al-Qadmous, SyriaTRBreaking news... They kidnapped a businessman in Maslak with a fake police ID! They stole his watch worth 7.5 million liras and demanded a ransom of 2 million dollarsTRHeavy downpour in Mersin: Avenues and streets turned into lakesINTLFAA warns U.S. airlines of safety risks over Saudi Arabia after attacksPLGerman counterintelligence warns of a new threat. Russia is planning assassinationsUSGuardians vs. Rays prediction, odds, time: 2026 ALCS Game 1 picks by proven modelDETraffic jam forecast: Autumn holidays continue: Yes, exactly, there will be traffic jams!INFIR against Kejriwal, AAP leaders for 'chaos' at Bangla Sahib during CEC protestRURussian troops liberate two communities in Ukraine operation over past day — top brassDEEU budget: EPP leader Manfred Weber stands against Merz – dispute over the EU budgetARA cache of weapons and ammunition from the former regime was seized in Al-Qadmous, Syria
BackLuftverkehr: Vom Krieg in den Thailand-Urlaub: Irans umstrittenste Fluglinie baut trotz Trumps Drohungen ihr Asien-Geschäft aus
Luftverkehr: Vom Krieg in den Thailand-Urlaub: Irans umstrittenste Fluglinie baut trotz Trumps Drohungen ihr Asien-Geschäft aus
Developing
Handelsblatt1 hour agoWorld5 min readGermanyView translation

Luftverkehr: Vom Krieg in den Thailand-Urlaub: Irans umstrittenste Fluglinie baut trotz Trumps Drohungen ihr Asien-Geschäft aus

Während die USA eine weltweite Verbannung iranischer Airlines anstreben, baut Mahan Air ihre Verbindungen nach China und Vietnam aus – mit einer Boeing-Flotte aus zweifelhafter Quelle.

Quick Look

  • Trotz US-Sanktionen und Trumps Ziel der globalen Isolation Irans expandiert die Fluggesellschaft Mahan Air in Asien.
  • Besonders auf Routen nach China und Vietnam verzeichnet die Airline Zuwächse, während sie eine Boeing-Flotte mit komplexer Herkunft nutzt.

AI-generated summary

Why It Matters

Mahan Air steht seit 2011 auf der US-Terrorliste wegen angeblicher Unterstützung der Revolutionsgarden. Die Airline unterliegt aufgrund von Sanktionen einem Mangel an Ersatzteilen.

Font size

Bangkok. Reihe F in der Abflughalle des Bangkoker Flughafens Suvarnabhumi sieht auf den ersten Blick aus wie jede andere. Links checkt Swiss die Passagiere nach Zürich ein, rechts warten Reisende von Philippine Airlines in der Schlange. Ungewöhnlich sind jedoch die sieben Schalter in der Mitte. Wer hier sein Gepäck aufgibt, fliegt an einen Ort, der vom Ausland aus kaum noch erreichbar ist: Teheran.

Eigentlich sollte es die Flugverbindung, die zweimal pro Woche die thailändische mit der iranischen Hauptstadt verbindet, gar nicht mehr geben. Das zumindest ist der Wunsch von US-Präsident Donald Trump. Denn seit Ende September gelten US-Sanktionen gegen sämtliche Fluglinien des Irans. Das erklärte Ziel: den internationalen Flugbetrieb des Landes vollständig zum Erliegen zu bringen und den Iran somit vom Rest der Welt abzuschneiden.

Die US-Regierung in Washington droht zur Erreichung ihres Ziels mit Sekundärsanktionen gegen jeden, der mit Irans Luftfahrtindustrie noch zusammenarbeitet. US-Finanzminister Scott Bessent hatte mit Blick auf die Flugzeuge aus dem Iran das erwünschte Vorgehen konkretisiert: „Wenn sie landen, dürfen sie weder betankt noch mit Landedienstleistungen versorgt werden“, sagte er. Ansonsten würden die Geschäftspartner der iranischen Airlines aus dem Dollarsystem ausgeschlossen werden, fügte er hinzu.

Doch während westliche Staaten und ein großer Teil von Irans Nachbarn den Vorgaben aus Washington folgen, weigern sich Länder im Osten Asiens, den Iran zu isolieren. In China und Südostasien befindet sich Mahan Air, Irans größte private Fluglinie, sieben Monate nach dem Beginn des Irankriegs sogar auf Expansionskurs.

Nach China plant die Fluggesellschaft nach Daten des Analyseunternehmens Cirium in diesem Monat 78 Flüge – fast doppelt so viele wie im Oktober 2025. Nach Vietnam sind sechs Flüge geplant. Das Land war vor einem Jahr noch gar nicht im Flugplan von Mahan vertreten. Die Verbindung nach Bangkok liegt mit neun Flügen gleichauf mit dem Vorjahresniveau. Im Dezember will die Fluglinie die Strecke aber mit einem zusätzlichen Flug bedienen.

Der Fokus auf China ist naheliegend: Die Volksrepublik ist Irans wichtigster Handelspartner und hat die US-Forderung nach der Abweisung iranischer Airlines ausdrücklich zurückgewiesen. In Vietnam und Thailand ist die Lage komplizierter. Die Regierung in Hanoi hat sich in den vergangenen Jahren stark auf die USA zubewegt und hat die Beziehung zu dem Land zur „umfassenden strategischen Partnerschaft“ hochgestuft. Thailand ist sogar formell ein Alliierter der USA – macht aber trotzdem nicht, was sich Trump so wünscht.

Eine Anfrage zu Thailands Position im Gezerre um Irans Fluglinien ließ das thailändische Außenministerium unbeantwortet. Auch der staatliche Flughafenbetreiber AOT reagierte nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme. Dass das Land seine Start- und Landebahnen für den Iran weiter offen hält, zeigt jedoch klar die Grenzen von Trumps „Operation Economic Outcast“, die laut dem Weißen Haus auf eine „vollständige globale Isolation“ des Landes abzielt.

Reisende, die am vergangenen Mittwochabend den Flug von Bangkok nach Teheran antraten, zeigten sich erleichtert über die verbliebenen Flugverbindungen. „Diese ganzen Sanktionen treffen am Ende nur normale Leute wie uns“, sagt ein 54 Jahre alter Mann, der seinen Namen aus Sorge vor Repressionen nicht nennen möchte. In Thailand habe er zusammen mit seiner Frau acht Tage Urlaub gemacht, erzählt er. Die wirtschaftliche Lage zu Hause sei schwierig. „Ich bin einfach nur müde und brauchte ein paar Tage Erholung“, sagt er. „Das ist kein Verbrechen und sollte von niemandem verboten werden.“

Einige Passagiere nutzen den Aufenthalt in Thailand offenbar auch, um Produkte einzukaufen, die es in ihrer Heimat nicht gibt. Ein Reisender trägt mehrere Einkaufstüten der Modekette Zara zum Gate der iranischen Fluglinie.

Die Möglichkeiten für Iraner, ins Ausland zu reisen, sind rar geworden. Neben China, Thailand und Vietnam steuert Mahan derzeit nur noch Russland, Pakistan und Afghanistan an. Von anderen früher regelmäßig geflogenen Strecken etwa in die Türkei, den Oman oder in die Vereinigten Arabischen Emirate ist die Airline derzeit ausgeschlossen. Der Irak hat sich Anfang Oktober wieder teilweise für iranische Fluglinien geöffnet – Mahan Air ist von der Landeerlaubnis aber ausdrücklich ausgenommen.

Der Grund dafür dürfte wohl darin liegen, dass die Airline wegen ihrer vermuteten Nähe zu den iranischen Revolutionsgarden international besonders umstritten ist. So führen etwa die USA die iranische Mahan Air bereits seit 2011 auf ihrer Terrorliste. Die Regierung in Washington wirft der Fluglinie vor, im Auftrag der Revolutionsgarden Kämpfer, Waffen und Geld transportiert zu haben – unter anderem für die Hisbollah im Libanon und das frühere Assad-Regime in Syrien. Mahan und die Regierung in Teheran weisen die Vorwürfe zurück.

Auch in Europa ist die Fluggesellschaft seit Jahren unerwünscht. Deutschland entzog Mahan im Januar 2019 die Landeerlaubnis für die Flüge nach Düsseldorf und München. Die Bundesregierung begründete das mit Transporten von Militärgerät und Personal in das syrische Kriegsgebiet. Seit Oktober 2024 steht Mahan auch auf der Sanktionsliste der EU, weil die Airline iranische Drohnen nach Russland geflogen haben soll. Im April setzte das US-Finanzministerium zudem Boeing-Maschinen der Fluggesellschaft namentlich auf seine Sanktionsliste, die Mahan Air auf ihren Ostasienverbindungen einsetzt.

Die Jets vom Typ Boeing 777 fliegen seit weniger als einem Jahr für Mahan und kamen auf abenteuerliche Weise in die Flotte. Gebaut wurden sie Anfang der 2000er-Jahre für Singapore Airlines. Später flogen sie für die thailändische Billigairline Nokscoot. Nach deren Pleite 2020 standen sie fast drei Jahre ungenutzt in der australischen Wüste herum. Im Jahr 2023 kaufte dann eine Briefkastenfirma aus Florida fünf der Jets und brachte sie nach China. Anfang 2025 wurden sie in Madagaskar auf ein angebliches Start-up zugelassen, im Juli 2025 flogen sie von Kambodscha aus in den Iran.

Die komplexe Transaktion war nötig, weil Mahan Air schon damals aufgrund von Sanktionen die Maschinen nicht direkt erwerben konnte. In Madagaskar hat das Geschäft nun ein juristisches Nachspiel. Seit September stehen wegen des Deals mit dem Iran 33 Angeklagte vor Gericht, darunter ein früherer Verkehrsminister und der frühere Chef der Luftfahrtbehörde. Ihnen werden unter anderem Urkundenfälschung und „Gefährdung der Staatssicherheit“ vorgeworfen.

Von den fünf Boeings, die Mahan Air auf diese Weise erhielt, kann die Fluggesellschaft derzeit aber nur drei einsetzen. Eine der Maschinen wurde bislang noch nicht in den Dienst gestellt. Eine weitere, die wenige Monate auf der Strecke nach China im Einsatz war, wurde Ende März bei einem Angriff auf den Flughafen Maschhad im Nordosten des Irans zerstört.

Für Sicherheitsbedenken mit Blick auf die Fluggesellschaft sorgen aber nicht nur die direkten Kampfhandlungen. Zwar habe Mahan Air seit Betriebsstart Anfang der 90er-Jahre keinen einzigen tödlichen Unfall verzeichnet, sagt der Luftfahrtsicherheitsexperte Jan-Arwed Richter. Die Sicherheitsbilanz der Airline leide aber unter der strukturellen Überalterung der Flotte und dem Mangel an Ersatzteilen durch die bereits bestehenden Sanktionen. Zudem gab es bei den neu beschafften Boeings nach der jahrelangen Lagerung in der Wüste laut einem Bericht der „New York Times“ keine vom Hersteller unterstützte Reaktivierung. Das aber ist ein üblicher Standard nach so langen Einsatzpausen.

Die Passagiere, die in Bangkok für den Flug nach Teheran einchecken, haben aber gar keine andere Wahl. Denn seit dem Frühjahr fliegt praktisch keine ausländische Fluggesellschaft mehr in den Iran. Mahan Air ist für Langstreckenflüge nahezu alternativlos. Die Reise vom Kriegsgebiet in den Urlaub kann sich nur ein kleiner Teil der iranischen Bevölkerung leisten. Ein Hin- und Rückflug von Teheran nach Bangkok kostet umgerechnet rund 700 Euro. Die Fluggäste, die am Check-in-Schalter zu einem Gespräch bereit sind, haben in ihrer Heimat gute Jobs.

So stellt sich etwa der 54-jährige Urlauber, der mit seiner Frau unterwegs ist, als Chemieingenieur vor. Ein anderer Passagier sagt, er sei Arzt und zu einem medizinischen Kongress nach Bangkok geflogen – mit ausreichend Bargeld im Gepäck, da iranische Bankkarten im Ausland nicht funktionieren. Ein dritter Mann, der seinen Namen ebenfalls nicht nennen möchte, erzählt, er arbeite als Vertreter für zwei Pumpenhersteller aus Deutschland. Er habe aufgrund der wirtschaftlichen Lage im Iran seit zwei Jahren aber keine Abschlüsse mehr erzielt. „Es ist gerade schwierig, vielen Menschen geht es nicht gut“, sagt er. Sogar Medikamente seien für viele unbezahlbar geworden. Dass in dieser Situation eine Flugreise ein Luxus ist, nur für wenige erschwinglich, zeigt sich auch beim Check-in. In den drei Stunden vor Abflug kommen nur vereinzelt Passagiere zu den Mahan-Schaltern. Warten muss niemand. Das Personal macht einen gelangweilten Eindruck, mehrere Mitarbeiter setzen sich an den Rand des Gepäckbands und blicken auf ihr Smartphone. Sonst gibt es eben nichts zu tun.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Zusätzliche Flugverbindung zwischen Bangkok und Teheran ab Dezember.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Wie reagieren die USA auf die fortgesetzte Kooperation Thailands?
  • Wie lange kann die Boeing-Flotte ohne Hersteller-Support sicher betrieben werden?

Related Topics

This article was originally published by Handelsblatt.

Related Stories

More on this topicmahan air