Marktbericht: DAX startet kaum verändert
Anleger halten sich wegen hoher Energiepreise und Unruhen in Frankreich zurück. SpaceX und Tech-Bilanzen stützen den Markt.
Quick Look
- Der DAX startet kaum verändert in den Tag.
- Investoren wägen Hoffnungen im Iran-Konflikt, politische Unruhen in Frankreich sowie wichtige Quartalsbilanzen von Tech-Giganten und DAX-Konzernen wie Adidas und FMC ab.
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Why It Matters
Märkte reagieren auf geopolitische Spannungen im Nahen Osten, politische Unruhen in Frankreich und anstehende Quartalszahlen.
Der deutsche Aktienindex ist kaum verändert in den Tag gestartet. Zu Handelsbeginn notierte der DAX bei 25.303 Punkten. Am Dienstag hatte er angesichts vager Hoffnungen auf eine Lösung im festgefahrenen Iran-Konflikt seine Verluste fast vollständig abgeschüttelt, nachdem er zeitweise bis auf 25.050 Punkte gesunken war.
Zunächst hatten Angriffe der Huthi-Miliz auf Schiffe und Ölanlagen in Saudi-Arabien die Ölpreise anziehen lassen und die Märkte verunsichert. Gerüchte über einen möglichen Kompromissvorschlag von Vermittlern aus Katar und Pakistan nährten anschließend aber wieder die Hoffnung auf eine Beruhigung der Lage.
Heute halten sich die Anlegerinnen und Anleger mit Blick auf die Unruhen in Frankreich und die anhaltend hohen Energiepreise lieber zurück. "Der DAX hängt weiterhin am Tropf des Ölpreises und der Anleiherenditen", schreibt Timo Emden vom Broker Captrader. Die Investoren navigierten zwischen Zinsängsten, KI-Zweifeln sowie politischen und fiskalischen Fragezeichen.
Darüber hinaus stehen Unternehmensbilanzen im Fokus. Allen voran SpaceX: Elon Musks Weltraumfirma hat im dritten Quartal einen Milliardengewinn eingefahren. Das verbesserte die Laune im Technologiesektor und beflügelte die asiatischen Märkte - der japanische Nikkei-Index legte 0,9 Prozent zu. Auch im DAX standen Aktien mit KI-Bezug wie Infineon oder Siemens Energy zum Xetra-Start an der Spitze.
Nun werden die Bilanzen weiterer großer Technologiekonzernen wie SAP und Tesla erwartet, die nach Börsenschluss anstehen. Auch Meta und IBM werden ihre Bücher öffnen. "Die Ergebnisse gelten als Stresstest für die globale KI-Fantasie und dürften die Frage beantworten, ob die Tech-Giganten der fragilen Erholung des DAX den nötigen Schwung verleihen können", sagt Frank Sohlleder von ActivTrades.
Im Blick haben Anlegerinnen und Anleger auch die Papiere von Adidas. Der Sportartikelkonzern hat ein besser als erwartetes drittes Quartal erzielt und erwartet nun 2026 mehr operativen Gewinn als zunächst angenommen. Dabei profitiert das Unternehmen auch von Zollrückerstattungen aus den USA.
Adidas erwartet für das laufende Jahr nun ein Betriebsergebnis von 2,5 Milliarden Euro, teilten die Herzogenauracher nach Börsenschluss mit. Bislang hatte das Management rund 2,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.
Pläne der US-Regierung für eine Neuausrichtung bei der Versorgung von Nieren-Patienten haben die Aktien von Fresenius Medical Care (FMC) auf Talfahrt geschickt. Die Papiere verloren am Morgen bis zu 4,2 Prozent und waren damit zeitweise größter DAX-Verlierer. Das US-Gesundheitsministerium hatte am Dienstag eine Strategie angekündigt, die auf eine frühere Erkennung von Nierenleiden, die Förderung von Heimdialyse und mehr Wettbewerb abzielt. Für den Bad Homburger Dialysekonzern sind die USA der mit Abstand wichtigste Markt.
Die Aktien des Labordienstleisters und Diagnostikkonzerns Qiagen sind dagegen gefragt. Treiber der Bewegung ist einmal mehr ein Bloomberg-Bericht über ein bevorstehendes Angebot des Finanzinvestors EQT. Bereits am Vortag war der Kurs des DAX-Unternehmen um fast vier Prozent gestiegen, vor allem dank einer Rally in den letzten 30 Handelsminuten. Mit 43 Euro notieren die Titel auf ihrem höchsten Stand seit Mitte Februar.
Netflix hat das vergangene Quartal mit dem schwächsten Wachstum seit Jahren abgeschlossen. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf 12,9 Milliarden Dollar zu. Das war der niedrigste Zuwachs seit drei Jahren - der Wert entsprach allerdings den Erwartungen der Analysten. Unter dem Strich wuchs der Gewinn um 44 Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar.
Elon Musks Weltraumfirma SpaceX hat im vergangenen Quartal nach einer langen Durststrecke einen Milliardengewinn erwirtschaftet. Auslöser waren vor allem kräftige Zuwächse im Geschäft mit Internet aus dem All sowie mit KI-Rechenzentren. Unter dem Strich verbuchte SpaceX schwarze Zahlen von 4,4 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz sprang von rund 5,58 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 14,58 Milliarden Dollar hoch.
Die von Tech-Milliardär Elon Musk geführten Unternehmen Tesla und SpaceX prüfen einen rekordträchtigen Zusammenschluss. Der Autobauer und die Weltraumfirma hätten dafür auf Wunsch von Aktionären spezielle Ausschüsse gebildet, sagte Musk in einer Videokonferenz zu den Quartalszahlen von SpaceX. Er sei wegen möglicher Interessenkonflikte nicht Teil davon. Über eine Fusion von Tesla und SpaceX wird schon lange spekuliert, Musk äußerte sich dazu bisher ausweichend.
Die Deutsche Börse ist im dritten Quartal dank guter Geschäfte mit ihren Produkten rund um den Finanzmarkt erneut zweistellig gewachsen. Zudem spielen ihr die weiter steigenden Zinsen in die Karten. Wegen der Leitzinsentwicklung und gestiegener Barbestände erhöhte der Konzern seine Prognose für das Treasury-Ergebnis 2026 um weitere rund 100 Millionen Euro. Entsprechend hob die Deutsche Börse auch ihre Ziele für die Nettoerlöse und das operative Ergebnis leicht an.
Die französische Supermarktkette Carrefour hat wegen der Unruhen in Frankreich seine Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Sie halten aus Sicht des Konzerns Kunden fern, untergraben das Verbrauchervertrauen und erhöhen die Kosten. Der bereinigte Gewinn pro Aktie dürfte in diesem Jahr daher nur stabil bleiben oder leicht wachsen, teilte der Konzern mit. Bisher hatte der Händler mit einem "hohen einstelligen Wachstum" gerechnet.
Der Wohnimmobilien-Investor Grand City Properties ist beim deutlich größeren Rivalen LEG Immobilien eingestiegen. Das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg, das von Berlin aus gesteuert wird, habe weitere Anteile an der LEG erworben und halte nun 20,04 Prozent an dem Düsseldorfer Wohnungsunternehmen, teilte Grand City Properties mit. Dahinter steht die Strategie von GYC-Mehrheitsaktionär Aroundtown, stärker in das Wohnungs- und Hotel-Geschäft einzusteigen.
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Tesla und SpaceX prüfen Zusammenschluss
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- Wie fallen die anstehenden Bilanzen von SAP, Tesla, Meta und IBM aus?
- Kommt es zu einer Fusion von Tesla und SpaceX?







