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Märkte Insight: Warum der andere Verlierer der Zwischenwahlen Elon Musk heißt
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Handelsblatt2 hours agoBusiness3 min readGermanyView translation

Märkte Insight: Warum der andere Verlierer der Zwischenwahlen Elon Musk heißt

Niemand hat mehr Geld für die Republikaner gespendet als der Multimilliardär. Dass dies verpuffte, könnte enorme Folgen haben.

Quick Look

  • Elon Musk, der größte Spender der Republikaner, gerät nach dem Wahlsieg der Demokraten unter Druck.
  • Tesla- und SpaceX-Aktien gaben nach, während Fusionspläne, KI-Rechenzentren und der Firmensitz in Texas vor regulatorischen Hürden stehen.

AI-generated summary

Why It Matters

Elon Musk war der größte Wahlkampfspender der Republikaner und eng mit Donald Trump verbunden.

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Die Aktienreaktion kam prompt. Kaum zeichnete sich ein deutlicher Sieg der Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat ab, beschleunigten sich die Kursverluste bei Tesla und SpaceX. Am frühen Mittwochmorgen lagen die Aktien nachbörslich um jeweils knapp fünf Prozent im Minus.

Kein Wunder: Elon Musk, der beide Konzerne leitet, war schließlich der mit Abstand größte Wahlkampfspender der Republikaner bei den Zwischenwahlen. Die Niederlage der Partei von Donald Trump macht Musk damit ebenfalls zum großen Verlierer.

Kein anderer Konzernchef ist so eng mit Trump und den MAGA-Republikanern verbunden wie der reichste Mann der Welt. Im vergangenen Jahr war Musk als „Doge-Chef“ im Weißen Haus und sollte die Effizienz der Verwaltung steigern. Inzwischen gehört er zu den Leitern einer neuen Initiative des Verteidigungsministeriums. Schon zur Präsidentschaftswahl 2024 hatte Musk mit massiven Spenden die Nähe zu Trump gesucht – und damals deutlich davon profitiert.

Damals, kurz bevor Trump erneut ins Weiße Haus einzog, gewannen Tesla-Aktien in wenigen Wochen gut 90 Prozent an Wert. Die Papiere gaben die Gewinne allerdings zum Teil wieder ab, als die enge Beziehung zwischen Trump und Musk in die Brüche ging.

Musks Fusionspläne könnten ins Stocken geraten

Der deutliche Sieg der Demokraten kann Musk und seinen billionenschweren Konzernen nun gleich mehrfach schaden. Sie könnten, erstens, Musks geplante Fusion zwischen Tesla und SpaceX verlangsamen, warnte Vikram Rai, Portfoliomanager beim US-Investor First New York. Dies etwa durch Anhörungen, Vorladungen und Überprüfungen von Bundesaufträgen.

SpaceX erhält schließlich Milliardenaufträge von der Weltraumbehörde Nasa und vom US-Verteidigungsministerium. Die beiden Konzerne zusammenzubringen ist ein zentrales Ziel für Musk. Und die Zeit drängt.

Nach einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg will er den Zusammenschluss von Tesla und SpaceX im ersten Halbjahr des kommenden Jahres ankündigen. Demnach soll der Megadeal abgeschlossen werden können, solange Trump im Amt ist. Trumps Zeit im Weißen Haus endet offiziell Anfang 2029.

Zweitens könnte eine Verlangsamung des Datencenter-Booms SpaceX ähnlich hart treffen wie viele andere Tech- und Neocloud-Konzerne, die die Rechenleistung mit Grafikprozessoren für KI-Anwendungen vermieten. Der rasante Ausbau der Rechenzentren ist bei den Wählern unbeliebt, doch er ist der wesentliche Treiber für die US-Wirtschaft, wie Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock im Oktober im Handelsblatt-Interview sagte. Sollte der weitere Ausbau neuer Datenzentren in den gesamten USA gestoppt werden, könnte dies sogar eine Rezession auslösen, warnte Fink.

Neue politische Situation in Texas

Die neuen politischen Verhältnisse im Bundesstaat Texas sind, drittens, besonders bitter für den Firmenstandort des Tesla-Chefs, der es als erster Mensch überhaupt zu einem Vermögen von über einer Billion Dollar gebracht hat. Texas hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum des tiefroten Konservatismus entwickelt.

Die Republikaner festigten ihre Macht und setzten Gesetze zu zentralen Anliegen der Partei durch, etwa bei der Grenzsicherung und im öffentlichem Schulwesen. Texas lockt zudem mit niedrigen Steuern und wenig Regulierung.

Musk hat deshalb schon 2021 die Tesla-Zentrale aus Kalifornien nach Texas verlegt und soll so Medienberichten zufolge Milliarden an Steuern gespart haben. Auch den Hauptsitz seines Raumfahrtkonzerns verlagerte Musk 2024 nach Texas.

Dass der Staat nun zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen demokratischen Senator stellt und von einem demokratischen Gouverneur regiert wird, gilt als Zeitenwende – auch wenn sich die konkreten Folgen noch nicht absehen lassen. In Texas sollen etwa gut 30 Prozent der neuen Datencenter-Kapazität entstehen.

Die künftige Gouverneurin, Gina Hinojosa, hat ein deutlich strengeres Vorgehen bei Genehmigungen und Regulierungen zu ihrem zentralen Wahlkampfversprechen gemacht. Tech-Konzerne müssen sich daher auf höhere Kosten und längere Verfahren einstellen.

Bei all den Risiken sollten Investoren jedoch einen wichtigen Grundsatz nicht vergessen: Die Politik kann zwar ein wichtiger Faktor sein, der Aktienkurse in den kommenden Monaten beeinflussen wird. Es ist aber nicht der einzige.

Starke Quartalszahlen bei SpaceX und Tesla könnten den Demokraten-Blues übertrumpfen. Musk selbst indes muss sich offenbar keine Sorgen vor politischer Vergeltung machen. Trump hat in Aussicht gestellt, ihn vorsorglich zu begnadigen, um mögliche Strafen abzuwenden.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Ankündigung des Zusammenschlusses von Tesla und SpaceX im ersten Halbjahr des kommenden Jahres

    Possible · Within months

Open Questions

  • Wird die Fusion von Tesla und SpaceX rechtlich blockiert?
  • Wie stark werden sich Gina Hinojosas Regulierungen in Texas auf Tech-Firmen auswirken?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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