Midterms: So erklären Donald Trump und JD Vance die Republikaner-Schlappe
Nach dem Verlust der Kongressmehrheit der Republikaner bei den US-Midterms kritisiert Vizepräsident JD Vance den von Trump begonnenen Krieg gegen Iran als Hauptgrund für die Niederlage.
Quick Look
- Nach der Niederlage der Republikaner bei den US-Midterms hat Vizepräsident JD Vance den von Donald Trump begonnenen Irankrieg als Hauptgrund für den Verlust der Kongressmehrheit genannt.
- Trump verteidigt seine Entscheidung dennoch und würde sie erneut treffen.
- Die Demokraten eroberten sowohl Repräsentantenhaus als auch Senat zurück.
AI-generated summary
Why It Matters
Bei den US-Midterms am 05.11.2026 verloren die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat an die Demokraten. Der von Donald Trump und Israel begonnene Irankrieg sowie steigende Spritpreise galten als zentrale Gründe für die Niederlage. Trump bleibt dennoch Präsident für die letzten zwei Jahre seiner Amtszeit.
Auch wegen der Folgen des Irankriegs haben Donald Trumps Republikaner ihre Mehrheit im Kongress verloren. Der Präsident erklärt, er würde trotzdem wieder genauso handeln. Aus seiner Partei kommen kritischere Töne.
US-Vizepräsident JD Vance geht nach dem Wahldebakel der Republikaner auf Distanz zu Donald Trump. Vance machte den von Trump und Israel begonnenen Irankrieg für den erdrutschartigen Sieg der Demokraten verantwortlich. »Jeder weiß, warum wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen«, schrieb Vance in einem langen Beitrag auf X.
Trump wurde wenig später auf die Analyse von Vance angesprochen und sagte: »Ich denke, das stimmt größtenteils.« Gleichzeitig verteidigte er seine Entscheidung zum Krieg gegen Iran. Wenn er noch einmal vor der Wahl stünde, würde er genauso handeln, sagte er. Man dürfe nicht zulassen, dass Iran eine Atomwaffe bekomme. Auf die Frage, ob der Krieg es wert gewesen sei, antwortete Trump mit Ja.
Damit führten Trump und Vance eine Art Ferndiskussion.
Der Vizepräsident hatte zuvor geschrieben: »Wenn man argumentieren möchte, dass es das wert war – dass es wert war, den Senat für sechs Jahre zu verlieren –, dann soll man das tun.«
Die Republikaner haben bei der Wahl die Mehrheit sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat verloren. Das wird Trump das Regieren in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit stark erschweren. In einer großen Wählerumfrage wurde deutlich, dass die Unzufriedenheit mit Trumps Politik – und vor allem den steigenden Spritpreisen als Folge des Irankriegs – ein zentraler Grund für die Niederlage war.
Vance schrieb, viele Wählerinnen und Wähler, die bei den Präsidentschaftswahlen vor zwei Jahren für ihn und Trump gestimmt hätten, seien verärgert gewesen. Eine Umfrage habe ergeben, dass sich enttäuschte Wähler vor allem vier Punkte gewünscht hätten: das Ende des Irankriegs, den Fokus auf Lebenshaltungskosten und Inflation, Amerika an erste Stelle zu setzen und ein Wechsel in den Beziehungen zu Israel.
Vance äußerte Verständnis für die Kritik. »An alle, die einfach nur wütend über das Ergebnis sind: Das solltet ihr auch sein. Lasst uns diese Wut nutzen, um uns wieder der Aufgabe zu widmen, unser Land zu retten.«
Trump stellte sich am Tag nach den Midterms hinter seinen Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der Pentagon-Chef gilt neben Trump als eines der zentralen Gesichter, das in den USA mit dem unpopulären Irankrieg verbunden wird. Auf die Frage, ob er Hegseths Abwechslung erwäge, sagte Trump vor Journalisten: »Nein, ich denke, er macht einen sehr guten Job.«
Auch über eine mögliche Kandidatur von Vance bei der nächsten Präsidentschaftswahl sprach Trump. »Vielleicht wird er nicht antreten. Ich weiß nicht, wer antreten wird«, sagte er vor TV-Kameras auf der Baustelle seines Ballsaals am Weißen Haus. Trump hatte schon zuvor offengehalten, wen er als potenziellen Nachfolger für sich in der Rolle der Führungsfigur der Republikaner sieht. Neben Vance gilt auch Außenminister Marco Rubio als ein möglicher Anwärter.
Republikanische Verbündete und Strategen hatten Trump nach Bekanntwerden der Wahlergebnisse aufgefordert, seinen Kurs zu ändern. Sie verlangten unter anderem einen personellen Umbau im Weißen Haus, mehr Disziplin und ein Ende von umstrittenen politischen Maßnahmen wie dem Irankrieg und den Zöllen.
Der erfahrene republikanische Stratege John Feehery bezeichnete das Wahlergebnis als eine »riesige Katastrophe« für Trump. »Er muss sein Haus aufräumen«, sagte er. »Von diesem Zeitpunkt an wird er mit jedem Tag mehr und mehr zur lahmen Ente.« Ein anderer republikanischer Politikberater warnte, die Partei werde bei der nächsten Wahl »ein erneutes Debakel erleben«, wenn Trump seine Themen nicht ändere.
Ein hochrangiger Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, beschrieb die Moral im Weißen Haus als »so schlecht wie nur möglich«. Und weiter: »Es ist absolut beschissen, gerade hier zu sein.«
Die Demokraten erobern den Kongress, doch Donald Trump bleibt im Weißen Haus. Gut möglich, dass der Präsident jetzt noch rücksichtsloser agiert.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Demokraten werden Trumps politische Agenda im Kongress blockieren.
Very likely · Within months
Es wird interne Kritik innerhalb der Republikanischen Partei an Trumps Kurs geben.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wird Trump seine Politik im Irankrieg trotz der Niederlage ändern?
- Wird JD Vance bei der nächsten Präsidentschaftswahl kandidieren?
- Wie wird die geteilte Kongressmehrheit Trumps Regierungsfähigkeit in den letzten zwei Jahren beeinflussen?






