
Angesichts von Dürreschäden und Ernteeinbußen kündigen Regierungen in Paris und Berlin Unterstützung in Höhe von jeweils einer Milliarde Euro an.
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Die Landwirtschaft in Europa leidet unter extremen Wetterbedingungen und steigenden Produktionskosten durch geopolitische Konflikte.
Frankreich greift seinen Bauern unter die Arme: Landwirtschaftsministerin Annie Genevard hat ein milliardenschweres Hilfspaket für die von Dürre betroffene Branche verkündet.
Insgesamt soll sich das Paket auf eine Milliarde Euro belaufen. Darin enthalten seien 520 Millionen Euro an Soforthilfen bei Wetterschäden. Laut dem größten französischen Bauernverband FNSEA liegen die Verluste in diesem Sommer allerdings bei mehr als zehn Milliarden Euro. Genevard verteidigte die verhältnismäßig niedrige Summe angesichts der Verhandlungen über einen neuen Staatshaushalt in Frankreich als »enorme Anstrengung«.
In Frankreich sind nach Angaben des Agrarministeriums 30.000 bis 35.000 Bauernhöfe vom Klimawandel in ihrer Existenz bedroht. Dabei handelt es sich nach Ministeriumsangaben um zehn Prozent der französischen Betriebe. Laut einem Bericht von Franceinfo handelt es sich um eine Rekordzahl an Betrieben, die am Abgrund stehen. Marie-Andrée Besson von der Organisation »Solidarité paysans«, die Landwirten in Not hilft, sagte dem Sender, dass die am schlimmsten betroffenen Betriebe, unter anderem kleinere Bauernhöfe, häufig gar nicht für Hilfen infrage kämen.
Probleme auch in Deutschland
Frankreich steht mit den Problemen nicht allein da. Auch die deutsche Landwirtschaft ächzt unter dem Dürresommer. Wegen der schweren Schäden an landwirtschaftlichen Flächen rief Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) zu Beginn der Woche »eine Krise von nationaler Tragweite« aus. In einigen Regionen hätten Trockenheit und Hitze teils »verheerende Spuren« hinterlassen, sagte Rainer.
Wie in Frankreich verkündete Rainer ein Hilfsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro. Im Zentrum der Hilfen stehen zwei Liquiditätsprogramme mit denen Bauern unbürokratische Darlehen mit niedrigen Zinsen bekommen sollen.
Wie in Frankreich geht auch dem deutschen Bauernverband das Hilfspaket jedoch nicht weit genug. Die angekündigten Liquiditätsprogramme zeigten Handlungswillen, seien aber nicht ausreichend, sagte Generalsekretärin Stefanie Sabet. »Die Betriebe brauchen kurzfristig liquide Mittel im Herbst, um die nächste Ernte zu finanzieren.«
Die Probleme der deutschen Bauern spiegeln sich auch in der Erntebilanz 2026 wider: Im Vergleich zum Vorjahr sank die Menge an geerntetem Getreide mit rund 37,4 Millionen Tonnen um 7,3 Prozent. Neben Dürreschäden belasten die Bauern steigende Produktionskosten – vorwiegend bedingt durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten – bei gleichzeitig sinkenden Erzeugerpreisen.

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