Missglückte Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee
Nach dem Scheitern der Giftspritzen-Exekution wächst die Kritik an der Strafvollzugsbehörde und der Qualifikation des Personals.
Quick Look
- Die Hinrichtung von Christa Pike in Tennessee scheiterte nach zwei Giftspritzen.
- Die Verurteilte überlebte und wird medizinisch versorgt.
- Der Vorfall löst eine Debatte über die Todesstrafe und die Kompetenz der Behörden aus; der Leiter der Strafvollzugsbehörde tritt zurück.
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Why It Matters
Christa Pike wurde vor über 30 Jahren wegen Mordes an einer Mitschülerin verurteilt. Es war der erste Versuch Tennessees seit 200 Jahren, eine Frau hinzurichten.
Elijah Carll, Journalist:
»Einer der Journalisten sprach gerade mit dieser Gruppe von Reportern. Im Hintergrund hörte man lautes Sirenengeheul, und alle drehten den Kopf. Alle Kameras richteten sich auf die Feuerwehrautos und Krankenwagen, die durch das Tor des Gefängnisses strömten und zum Verwaltungsgebäude eilten.«
So hat Elijah Carll, US-Reporter aus Tennessee, vergangene Woche die missglückte Hinrichtung von Christa Pike erlebt. Pike war vor über 30 Jahren als 18-Jährige wegen des Mordes an einer Mitschülerin verurteilt worden. Am vergangenen Mittwoch sollte sie hingerichtet werden, überlebte allerdings zwei Giftspritzen. Es war der erste Versuch des Bundesstaates Tennessee seit 200 Jahren, ein Todesurteil an einer Frau zu vollstrecken.
Tori Gessner, Journalistin:
»Sie war ganz offensichtlich noch am Leben. Sie atmete offensichtlich noch und schnarchte, das konnten wir deutlich hören. Drei Minuten später gingen die Vorhänge wieder auf. Zu diesem Zeitpunkt schnarchte sie sehr laut, mit offenem Mund.«
Nach der misslungenen Hinrichtung wächst die Kritik an der Qualifikation und Ausbildung des beteiligten Personals. Der zuständige Arzt war nach Berichten unter anderem der »New York Times« auch an einem anderen gescheiterten Hinrichtungsversuch in Tennessee beteiligt. Der Leiter der Strafvollzugsbehörde von Tennessee kündigte am Wochenende seinen Rücktritt an.
Randy Spike, Anwalt von Christa Pike:
»Der Bundesstaat Tennessee hat uns erneut gezeigt, dass er nicht in der Lage ist, eine Hinrichtung im Einklang mit grundlegender menschlicher Würde vorzunehmen. Es war grausam und folterähnlich.«
Der Fall entfacht die Debatte in den USA über die Giftspritze als Hinrichtungsmethode und die Todesstrafe insgesamt aufs Neue. Christa Pike wird momentan in einem Krankenhaus behandelt.
Open Questions
- Wie ist der aktuelle Gesundheitszustand von Christa Pike?
- Welche Konsequenzen folgen für die beteiligten Mediziner?

