
Wer Superbenzin der Sorte E10 tankt, hatte am Mittwoch gute Chancen auf Preise von unter zwei Euro pro Liter. Auch Diesel gibt aktuell nach.
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Die Spritpreise unterliegen tageszeitlichen Schwankungen und werden maßgeblich von den Rohölpreisen sowie geopolitischen Faktoren beeinflusst.
München. Wer Superbenzin der Sorte E10 tankt, hatte am Mittwoch gute Chancen, dies für weniger als zwei Euro pro Liter zu tun. Am Vormittag lag der bundesweite Durchschnittspreis laut Zahlen des ADAC bereits um 10.00 Uhr bei 1,979 Euro. Damit setzt sich der Preisrückgang für Benzin fort.
Ob der Preis auch im bundesweiten Tagesdurchschnitt unter 2 Euro bleibt, ist allerdings zweifelhaft. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel im April folgt der Preis meist einem typischen Muster mit einem starken Anstieg in der Mittagszeit und einem sukzessiven Rückgang bis zum Tiefpunkt am späten Nachmittag. 10.00 Uhr ist in diesem Muster in der Regel ein recht günstiger Zeitpunkt zum Tanken.
Schon am Dienstag war E10 kurz unter die Marke von 2 Euro gefallen. Mit 1,995 Euro im Tagestief um 11.45 allerdings noch schwächer.
Der Preis für E10 ist seit einigen Wochen im Rückwärtsgang. Der bundesweite Tagesdurchschnitt - da er alle Preise aus 24 Stunden enthält, ist er aussagekräftiger aber auch höher als die niedrigen Vormittagspreise, lag am Dienstag für Benzin bei 2,041 Euro. Das waren 4,3 Cent weniger als eine Woche zuvor. Blickt man bis zum 13. Oktober zurück, sind es sogar 11 Cent. Günstiger als aktuell war E10 zuletzt im Juli.
„Die Spritpreise entwickeln sich aktuell deutlich rückläufig, was vor allem auf den wesentlich geringeren Ölpreis zurückzuführen ist“, heißt es vom ADAC.
Auch Diesel gibt aktuell nach. Mit 2,26 Euro per Liter am Dienstag sind es 2,2 Cent weniger als noch am Sonntag. Seit Mitte Oktober ist die Veränderung allerdings nur gering, wodurch die Lücke zwischen den beiden Kraftstoffen inzwischen fast 22 Cent beträgt. In normalen Zeiten ist eigentlich Diesel billiger als Benzin, weil es geringer besteuert wird.
Auch das Bundeskartellamt hat zuletzt die ungleiche Entwicklung der Benzin- und Dieselpreise beobachtet. Es führt sie darauf zurück, dass einerseits bei Benzin eine schwächere Nachfrage auf höheres Angebot trifft, während die Lage bei Diesel wegen der Probleme in der Straße von Hormus und dem Krieg in der Ukraine weiter besonders angespannt ist.
Die Wettbewerbshüter haben sich zudem die Weitergabe des Tankrabatts in Höhe von 16,7 Cent im Oktober angesehen. Sie kommen zum Schluss, dass der Rabatt bei Diesel im vergangenen Monat zu 90 Prozent weitergegeben wurde, bei Benzin der Sorte Super E5 zu rund 60 Prozent. Das Kartellamt betont aber, dass diese Werte schwierig zu ermitteln und nur eine Momentaufnahme seien.
Mit den jüngsten Änderungen - insbesondere dem sinkenden Benzinpreis - kann die aktuelle Situation zudem bereits anders aussehen. So kommt der Tankrabatt-Tracker des Ifo-Instituts für die Woche vom 28. Oktober bis 3. November bei Diesel auf eine Weitergabe von 9,7 Cent während es bei Superbenzin 17,4 Cent sind - also sogar etwas mehr als die Steuersenkung.
Die Preise können je nach Uhrzeit, Tankstelle und Region stark variieren. Bei E10 beispielsweise waren die Preise laut dem Spritpreisportal Tankerkönig am späten Mittwochvormittag im Nordwesten Deutschlands tendenziell höher als im Rest des Landes, bei Diesel im Süden und Westen.

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