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BackNATO-Manöver nahe Kaliningrad und wachsende Sabotagebedrohung in Europa
NATO-Manöver nahe Kaliningrad und wachsende Sabotagebedrohung in Europa
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Tagesschau Ausland2 hours agoWorld2 min readGermany

NATO-Manöver nahe Kaliningrad und wachsende Sabotagebedrohung in Europa

Quick Look

  • Ein US-geführter NATO-Verband führt Mitte August ein unangekündigtes Luftmanöver nahe der russischen Enklave Kaliningrad durch, das elektronische Kampfführung übt.
  • Gleichzeitig melden mehrere europäische Länder mutmaßliche russische Sabotageakte gegen ukrainische Unterstützer und eigene Rüstungsindustrie.
  • Die EU und NATO reagieren mit militärischen Maßnahmen wie dem Drohnenwall und Operationen wie 'Eastern Sentry', während politische Forderungen nach neuen Sanktionen und Konfiszierung russischer Vermögen laut werden.

AI-generated summary

Why It Matters

Das Manöver findet statt, während Europa sich aufgrund mutmaßlicher russischer Sabotageakte gegen ukrainische Unterstützer und eigene Rüstungsindustrie bedroht fühlt. Vorfälle wie der Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle, Brände in der polnischen Drohnenfabrik WB Electronics und Festnahmen in der Slowakei werden als Teil eines wachsenden Musters gesehen.

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Mitte August fliegt ein US-geführter NATO-Verband ein großes, unangekündigtes Luftmanöver nahe der russischen Enklave Kaliningrad. Neben Kampfjets und AWACS-Aufklärern übt hier auch ein US-Spezialflugzeug für elektronische Kampfführung. Das Flugzeug kann Radar und Funksignale empfindlich stören.

Offiziell ist das Manöver nur Routine, doch das Signal ist klar: bis hierhin und nicht weiter. Denn das Manöver kommt zu einer Zeit, in der sich Europa bedroht fühlt wie lange nicht mehr.

"Eine neue Eskalation"

Der versuchte Drohnen-Anschlag am Flughafen von Leipzig/Halle gilt vielen in Europa als Weckruf, der die Partner auch politisch zusammenrücken lässt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nennt den Vorfall "eine neue Eskalation auf europäischem Boden", der Teil eines wachsenden Musters zunehmend gefährlicher Vorfälle sei.

Denn über Europa zog in den vergangenen Wochen eine ganze Welle mutmaßlicher Sabotageakte gegen Unterstützer der Ukraine: Ende August brennt es im Werk des polnischen Drohnenherstellers WB Electronics. Ministerpräsident Donald Tusk spricht von gezielter Sabotage, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Terrorismus.

Wenige Tage zuvor nimmt die slowakische Polizei drei mutmaßliche Brandstifter fest, die eine ukrainisch geführte Drohnenfabrik ins Visier genommen haben sollen. Auch aus Dänemark kommt eine ungewöhnlich deutliche Warnung: Der Inlandsgeheimdienst PET erklärt Anfang September, Russland bereite aktiv Sabotageakte gegen die dänische Verteidigungsindustrie vor.

Militärische Abwehr und politischer Druck

Europas Antwort erfolgt derzeit auf zwei Ebenen: militärisch abwehren und politisch Druck ausüben. Als Reaktion auf frühere Drohnen-Attacken ergriff die EU bereits vergangenes Jahr Maßnahmen, um ihre kritische Infrastruktur zu schützen. Mit dem sogenannten Drohnenwall, einem vernetzten System aus Sensoren und Abwehrmitteln, soll bis Ende 2026 ein flächendeckendes Überwachungsnetz geschaffen werden, das 2027 voll einsatzfähig sein soll.

Die EU-Außenminister wollen darüber hinaus politisch Druck auf Russland ausüben. Für Mitte Oktober ist ein neues Sanktionspaket geplant, das rund 1.600 weitere Personen und Organisationen umfasst. Getroffen werden soll vor allem der militärisch-industrielle Komplex Russlands.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europäischen Parlament, fordert, außerdem die in Europa derzeit eingefrorenen russischen Vermögen zu konfiszieren und der Ukraine zu geben. Zudem brauche es härtere Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte. Nur so könne man Putin an den Verhandlungstisch zwingen.

NATO rüstet an Ostgrenze auf

Auch die NATO hat insbesondere an der Ostgrenze aufgerüstet. Nachdem mehrere russische Drohnen im September 2025 in Polen und im Baltikum eindrangen, hat die NATO die Luftverteidigung der Ostflanke von nationaler auf eine kollektive Verantwortung umgestellt. Seitdem wehren dort unter anderem deutsche, dänische oder französische Kampfjets im Rahmen der Operation "Eastern Sentry" immer wieder russische Drohnen und Marschflugkörper ab.

Ihr maritimes Pendant ist die Mission "Baltic Sentry", mit der die NATO seit 2025 in der Ostsee patrouilliert, um so Russlands Schattenflotte davor abzuschrecken, Unterseekabel und Pipelines zu beschädigen.

Ein gesamteuropäisches Konzept?

Neben den militärischen Manövern und der Aufstockung der Fähigkeiten benötige Europa allerdings ein gesamteuropäisches Konzept, wie es mit der hybriden Gefahr umgehen will, betont die ehemalige Chefstrategin der NATO, Stefanie Babst.

"Wenn man das Wort 'hybrid' immer wieder benutzt, dann ist das natürlich ein Stück weit eine Möglichkeit für einen politischen Entscheidungsträger, hier deeskalierend zu wirken. Der eigentliche Punkt ist aber, dass wir unsere Verteidigung gegenüber der Russischen Föderation und anderen autoritären Regimen, die mit solchen Methoden arbeiten, auf eine viel breitere gesamtgesellschaftliche Basis stellen müssen", sagt Babst.

Europa müsse seine Verteidigungsfähigkeiten gegen hybride Angriffe trainieren - so "wie wir das mit Panzern, Flugzeugen und Bataillonen tun". Doch diese Erkenntnis habe sich noch nicht durchgesetzt, meint Babst: weder in der NATO noch in der EU.

In Finnland hat sich diese Erkenntnis bereits durchgesetzt. In der Stadt Kuopio fand Anfang September die Übung "Shelter 2026" statt. Mehr als 2.000 Wehrpflichtige, Freiwillige, Studierende und Einsatzkräfte probten den Ernstfall inklusive Evakuierung der Bevölkerung und Nutzung von Schutzräumen. Das Szenario: ein Cyberangriff, der die Strom- und Wasserversorgung lahmlegt.

Diese und weitere Reportagen sehen Sie am Sonntag im Europamagazin um 12:45 Uhr im Ersten.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die EU wird Mitte Oktober ein neues Sanktionspaket gegen Russland verabschieden, das rund 1.600 weitere Personen und Organisationen umfasst.

    Likely · Within weeks

  • Die NATO wird ihre Luftverteidigung an der Ostflanke weiterhin ausbauen und Operationen wie 'Eastern Sentry' fortsetzen.

    Very likely · Within months

  • Es werden weitere hybride Bedrohungen wie Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur in Europa erwartet, ähnlich der Übung 'Shelter 2026' in Finnland.

    Possible · Within months

Open Questions

  • Wird das geplante neue EU-Sanktionspaket Mitte Oktober tatsächlich verabschiedet?
  • Wie effektiv wird der geplante 'Drohnenwall' bis 2027 sein?
  • Welche konkreten Maßnahmen plant die NATO gegen die russische Schattenflotte?
  • Wird es zu weiteren Sabotageakten kommen, trotz erhöhter Wachsamkeit?

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This article was originally published by Tagesschau Ausland.

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