
Nach verheerenden Flutwellen im Himalaja und einer tödlichen Sturzflut im Grand Canyon entbrennt eine Debatte über Sicherheit, Eigenverantwortung und den Umgang mit unberechenbaren Naturgewalten.
AI-generated summary
Nach Gletscherbrüchen im Himalaja und plötzlichen Sturzfluten im Grand Canyon starben Menschen; Kritiker diskutieren das Fehlen von Warnsystemen und die Rolle der Eigenverantwortung.
Als am 26. August nach einem Gletscherbruch eine geschätzt 30 Meter hohe Flutwelle mit 150 Stundenkilometern durch zwei enge, steile Täler im Himalaja raste, riss sie mindestens 1200 Menschen in den Tod. Noch immer gelten mehr als 4200 als vermisst, darunter auch Hunderte Touristen. Auf die Frage, warum es keine Warnung gab, sagte der nepalesische Premierminister Balendra Shah, die Katastrophe sei schlicht nicht vorhersehbar gewesen – auch wenn Kritiker bemerkten, dass es Anzeichen für eine zunehmende Instabilität des Gletschers gegeben hatte.
Nur drei Tage später schienen die Bilder der Katastrophe ein Echo zu haben, als sich auf der anderen Seite der Erde eine weitere Sturzflut im Grand Canyon ereignete. Sintflutartige Gewitter hatten binnen Minuten den Bach im Bright Angel Canyon, einer beliebten Wanderroute, zu einem reißenden Strom anschwellen lassen; sechs Brücken, die den kleinen Fluss auf der Route kreuzen, wurden zerstört. Zwei Wanderer konnten nur noch tot geborgen werden, ein dritter bleibt bislang vermisst. Die Tragödie erschütterte die Gemeinden um den Park schwer.
Rund 80 Menschen entkamen den Schlamm- und Wassermassen um Haaresbreite mit der Hilfe von Rettungskräften aus ganz Arizona. Auch hier werden nun Schuldige gesucht. Warum kein Warnsystem existiert, das vor dem bevorstehenden Unheil warnt, fragen viele. Aber wer den Canyon kennt, mag die Frage paradox finden. Zum einen ist man hier in entlegener Wildnis unterwegs, jenseits aller Kommunikationsinfrastruktur. Zum anderen liegt der Reiz einer Canyon-Wanderung auch im Rückzug aus der Zivilisation, darin, in der Natur auf sich selbst gestellt zu sein und den Bequemlichkeiten und Sicherheiten des urbanen Lebens für ein paar Tage zu entsagen. Aber in einer Welt, in der die Natur zunehmend zur Klicks bringenden Kulisse, zum coolen Signal einer „Abenteuerlust“ wird, nimmt der Respekt vor Naturgewalten immer weniger Raum ein. Seit 2024 bietet der Park einen Notfall-SMS-Dienst via Satellit an, den man mit einem entsprechenden Gerät abonnieren kann. Wasserstandsanzeiger, die das Warnsystem auslösen sollen, wurden offenbar von der Flut zerstört. Und empfangen kann eine Warnung nur, wer Satellitenkontakt hat – was gerade in den engen, gewundenen Schluchten, die in einer rasant eskalierenden Sturzflut zur Falle werden können, nur sporadisch der Fall ist. Es gilt also, Gefahrenanzeichen in der Landschaft zu erkennen: schlammige Bäche, Regen, Donner.
Die stille Demut vor der gewaltigen Größe und erhabenen Schönheit dieser Gegend, in der Wanderer einst schwelgten, um sich womöglich in ihrer eigenen Existenz und im Universum als Ganzem neu zu verorten, spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Die Wildnis wird zum selbstverständlichen Aufenthaltsort in einer Welt, in der man alles unter Kontrolle zu haben meint. Beim Blick auf Videos, die Wanderer auf einer der später weggespülten Brücken beim staunenden Filmen der anschwellenden Flut zeigen, kann es einem ganz übel werden.
„Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“, heißt es schon in der Bibel, was man als Aufforderung lesen kann, sicheres Gelände lieber nicht zu verlassen. Oder als Mahnung, der potentiellen Gefahr sehenden Auges und mit Vorbereitung zu begegnen.
Im Grand Canyon zu wandern, ist auch für sehr fitte Menschen kein Spaziergang. Dem Körper wird, von der Kante zum Fluss und wieder zurück, ein Höhenunterschied von mehr als 3000 Metern zugemutet, dazu eine Landschaft, die fast bar jeder Schattenzuflucht und von brennender Sonne geplagt ist. Dazu kommen saisonale Wetterphänomene: Schneestürme, Kälte und Eis im Winter, tödliche Hitze und Monsungewitter mit extremen Winden und Sturzfluten im Sommer. „Der Canyon macht sein eigenes Wetter“, wissen die, die die Weiten dieser Schlucht durchmessen haben.
Die dramatischsten Szenen bei der Sturzflut an der Phantom Ranch ereigneten sich offenbar in einem berüchtigt schmalen Stück des Canyons, der sogenannten Box, einer etwa fünf Kilometer langen Klamm nördlich der Phantom Ranch. Sie ist, besonders im Sommer, wegen ihrer extremen Hitze gefürchtet, und wurde vermutlich den Opfern der rasch anschwellenden Flut zum Verhängnis.
Drei überlebende Frauen, die von Rettungskräften mit einem Helikopter in letzter Minute aus dieser Enge gerettet wurden, versäumten, den sich rötlich färbenden Bach als Warnung zu verstehen, angesichts der einsetzenden Regenfälle lieber nicht in die Klamm zu wandern, sondern weites Gelände aufzusuchen und an Höhe zu gewinnen.
Es gibt keine Warnschilder, die dergleichen nahelegen, und selbst Parkmitarbeiter, die mit den Launen des Canyons vertraut sind, bezeichneten die Unwetter und die Sturzflut als „verdammt beängstigend“ (so ein Ingenieur der Phantom Ranch, der als Letzter evakuiert wurde).
Aber wer im Hinterland unterwegs ist, von dem ist nicht nur körperliche Fitness, sondern auch ein Verständnis der Landschaft und ihrer Gefahren gefordert. Vielleicht ist es den Parkmitarbeitern vorzuwerfen, Wanderer nicht eindringlich genug vor Wetterphänomenen wie diesem zu warnen.
Vielleicht werden die Auswirkungen des Klimawandels, die an der Flut im Grand Canyon womöglich mittelbar beteiligt waren, zu einem Umdenken im Hinblick auf Gefahrenhinweise führen. Aber US-Nationalparks im amerikanischen Westen dienen explizit der Erhaltung wilder, entlegener Natur, weit weg von den Annehmlichkeiten und vermeintlichen Sicherheitsgarantien der Zivilisation. Dort mehr Sicherheit zu fordern, widerspricht den Prinzipien, nach sie einstmals zu Nationalparks erklärt wurden.
Ten days after the devastating flash floods in the Himalayas, two more survivors were rescued in Nepal. A woman in Betrawati and a Chinese citizen from a hydroelectric power station tunnel were rescued. The death toll is over 1,300.

US negotiators Steve Witkoff and Jared Kushner have arrived in Moscow for mediation talks. A visit to Kyiv is planned for Sunday. At the same time, Russian air strikes on Ukrainian infrastructure and civilian targets continue.
US special envoys Steve Witkoff and Jared Kushner have arrived in Moscow and Kyiv for mediation talks. Despite diplomatic efforts, Russian airstrikes on Ukrainian energy and industrial facilities as well as Ukrainian counterattacks continue.

Ukrainian President Zelensky warns of dangers in Russian airspace from drone operations. The warning is aimed particularly at international airlines, including Chinese airlines, that continue to fly over Russian territory.

Ahead of the expected visit of US negotiators to Kiev, President Zelensky has reported Russian attacks on Zhuliany and Boryspil airports. He sees this as an attempt by Moscow to spread uncertainty before the arrival of the US delegation.
At least two people were killed and 81 injured in two explosions at a military building in Viacha, Bolivia. Seven people are missing. Defense Minister Justiniano rules out weapons as a cause; the investigation is ongoing.