
Das israelische Außenministerium wirft dem Nobelkomitee vor, mit der Auszeichnung für Pillay eine Lüge zu belohnen.
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Navi Pillay leitete eine UN-Untersuchungskommission, die Israel Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Sie wurde nun für ihren Einsatz für Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Pillay hatte unter anderem eine von der Uno eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission geleitet, die Israel im vergangenen Jahr Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Das Nobelkomitee habe mit seiner Entscheidung für Pillay »die größte Lüge des 21. Jahrhunderts belohnt«, erklärte das israelische Außenministerium.
Das Nobelkomitee hatte am Freitag verkündet, dass die 85-jährige Pillay für ihren Einsatz für Menschenrechte und gegen Kriegsverbrechen mit dem Friedensnobelpreis geehrt wird. Die frühere Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und einstige UN-Menschenrechtskommissarin habe maßgeblich dazu beigetragen, »dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden«, sagte der Chef des Nobelkomitees, Jörgen Watne Frydnes. Die Uno, die EU und die Bundesregierung begrüßten die Entscheidung.
Uno-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte, die Auszeichnung sei eine »Bekräftigung, dass Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit sowie Rechenschaftspflicht für alles grundlegend sind – für Frieden, Sicherheit und Wohlstand«.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Pillay sei eine Kämpferin »für die Herrschaft des Rechts über das Recht des Stärkeren«. Sie sei »die Verteidigerin der Verfolgten, der Verletzlichen, der Stimmlosen und der Ausgeschlossenen«. Die Juristin habe sich »einigen der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte gestellt«, schrieb die Kommissionspräsidentin in Onlinediensten. »In einer Welt, die Gerechtigkeit mehr denn je braucht, sind ihr Mut und ihre moralische Klarheit ein kostbarer Kompass.«

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