News des Tages: Midterms in den USA, Selenskyj in Berlin, Halloween-Horror
Ein Überblick über aktuelle politische Entwicklungen, Sicherheitswarnungen zu Halloween und kulturelle Neuigkeiten.
Quick Look
Der Artikel beleuchtet die unsichere Prognose der US-Kongresswahlen, die deutsche Unterstützung für die Ukraine, gefährliche Manipulationen von Halloween-Süßigkeiten in Europa sowie kulturelle Themen wie Daniel Brühls Rolle als Voldemort und den Film 'Klara und die Sonne'.
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Why It Matters
Die USA stehen vor Kongresswahlen, während Deutschland seine Unterstützung für die Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland bekräftigt.
Die Umfragen sprechen eigentlich eine deutliche Sprache: Im Repräsentantenhaus dürften Trumps Republikaner ihre Mehrheit mit ziemlicher Sicherheit verlieren. Und auch im Senat könnten die Verhältnisse kippen, von Rot zu Blau, von den Republikanern zu den Demokraten.
Aber mit den Umfragen in den USA ist das so eine Sache. In der Vergangenheit lagen die Meinungsforscher schon häufiger daneben, wenn es Trump ging. Oft wurde die Stärke seines Wählerlagers unterschätzt. Dass die Demokraten wirklich die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses gewinnen, ist daher keineswegs ausgemacht.
Nach Trumps Abkehr ist Deutschland inzwischen der wichtigste Unterstützer und Verbündete der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen die russischen Aggressoren. Und so begrüßte Friedrich Merz Selenskyj heute als Freund im Kanzleramt und sicherte ihm weitere Hilfen auch für den bevorstehenden harten Winter zu.
Gleichzeitig aber muss die Bundesregierung gemeinsam mit den Europäern darum ringen, nicht am diplomatischen Katzentisch zu sitzen, wenn es darum geht, nach Wegen für eine Beendigung des Krieges zu suchen. Mitte November sollen Vertreter der USA, Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi wieder miteinander verhandeln. Merz und Selenskyj pochten heute zwar darauf, dass Europa an den Gesprächen beteiligt wird. Der Kanzler betonte: »Zentrale Elemente einer Friedenslösung, sei es zu Sanktionen oder zur Sicherheitsarchitektur, können nur mit uns Europäern gelöst werden.«
Eigentlich soll Halloween ein großer Gruselspaß sein, vor allem für Kinder und Jugendliche. Doch in diesem Jahr ist daraus mancherorts ein ganz realer Horror geworden: Unbekannte haben Süßigkeiten, die Kinder an Haus- und Wohnungstüren gesammelt haben, mit Nadeln, Nägel, Schrauben oder anderen scharfkantigen Gegenständen präpariert. Auch heute wurden neue Fälle bekannt: Eine Familie in Brandenburg entdeckte eine Nadel in einem Schokoriegel. In der Südpfalz steckte eine Tackernadel in einem Kaubonbon.
Inzwischen gibt es Berichte über gefährlich präparierte Süßigkeiten aus vielen Regionen Deutschlands. Auch aus Österreich, Irland, Dänemark und Norwegen werden solche Funde gemeldet. Einige Kinder verletzten sich, als sie in Bonbons, Schokolade oder Weingummi bissen. Glücklicherweise ging es, soweit bekannt, bisher überall glimpflich aus.
Fassungslos stellt man sich die Frage: Wer tut so was? Wem bereitet es Freude, Kinder in Lebensgefahr zu bringen? Und warum?
Die Polizei scheint bisher ratlos, wer hinter den hinterhältigen Manipulationen steckt. Ermittler prüfen, ob es Zusammenhänge zwischen den weit verstreuten Fällen gibt. Ob Aufrufe oder Netzwerke in sozialen Medien etwas damit zu tun haben könnten. Einstweilen bleibt nur der Rat an Kindern und Eltern, die Halloween-Ausbeute genau zu kontrollieren. Und die Hoffnung, dass niemand ernsthaft verletzt wird.
Verständnis für Voldemort: Mit der Rolle des Bösewichts hat Daniel Brühl, 48, Erfahrung. Der Schauspieler mimte bereits den Marvel-Schurken Zemo und einen Nazi-Kriegshelden in »Inglourious Basterds«. Nun leiht er in der bald startenden deutschen »Harry Potter«-Hörbuchreihe, in der die Werke mit verteilten Rollen gelesen werden, Lord Voldemort seine Stimme. Aber selbst zum »ultimativen Antagonisten« glaubt Brühl einen menschlichen Anknüpfungspunkt gefunden zu haben: die Angst vor dem Tod. Dem Internetportal web.de sagte Brühl: »Dieses Nicht-Akzeptieren-Wollen, sterben zu müssen, verbindet einen bei aller Dunkelheit und Bösartigkeit mit Lord Voldemort.«
Könnten Sie sich im Kino den neuen Film »Klara und die Sonne« ansehen – oder mit der Lektüre der gleichnamigen Romanvorlage beginnen. So gut wie alle reden ja gerade über künstliche Intelligenz. Als der britische Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro, 71, vor einigen Jahren sein Buch über einen humanoiden Erziehungsroboter veröffentlichte, waren die Debatten über KI und die Folgen dagegen noch eine »Spezialisten-Angelegenheit«, wie der Autor selbst im Gespräch mit meinem Kollegen Tobias Rapp sagt.
Hauptfigur der postapokalyptischen Zukunftsgeschichte ist das Robotermädchen Klara, das die Teenagerin Josie vor der Einsamkeit bewahren soll. Klara ist einem Menschen sehr ähnlich, hat Ticks und Gefühle, sucht Freunde und glaubt an übersinnliche Kräfte. »Klara und die Sonne« läuft seit vergangener Woche in den Kinos. Und Schöpfer Ishiguro ist mit der Verfilmung seines Romans durch den neuseeländischen Regisseur Taika Waititi, 51, »überglücklich«.
Einen schönen Abend. Herzlich
Ihr Philipp Wittrock, Autor im SPIEGEL-Hauptstadtbüro
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Verhandlungen in Abu Dhabi zwischen USA, Russland und Ukraine im November.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wer steckt hinter den manipulierten Halloween-Süßigkeiten?
- Wie wird die Beteiligung Europas an den Ukraine-Gesprächen konkret aussehen?




