AI-generated summary
In Niedersachsen war der Jugendarrest für Schulschwänzer bisher eine häufig angewendete Ordnungsmaßnahme. Das Land führte bundesweit die Statistiken an und galt als Spitzenreiter bei der Anwendung dieser Maßnahme gegen minderjährige Schulschwänzer.
Minderjährigen Schulschwänzern droht in Niedersachsen seit diesem Schuljahr kein Jugendarrest mehr – stattdessen setzt das Land stärker auf Unterstützung. Bisher sei das Jugendamt immer gleichzeitig mit dem Ordnungsamt informiert worden, sagte Kultusministerin Julia Willie Hamburg der Deutschen Presse-Agentur. «Wir sagen jetzt: Erst wird das Jugendamt informiert, das dann auf die Familie zugeht. Erst, wenn das nicht greift, wird das Ordnungsamt informiert. Wir glauben, dass das deutlich effektiver ist, weil es die Bereitschaft, Hilfsangebote anzunehmen, erhöht.»
Die Grünen-Politikerin kündigte an, die Schulsozialarbeit und die Schulpsychologie auszubauen. «Das Fernbleiben von der Schule hat viele sehr unterschiedliche Gründe: Prüfungsangst, Depressionen, Gewalt in der Familie, um nur einige Beispiele zu nennen», sagte sie. «Am Ende geht es uns immer darum, die Kinder zu unterstützen.»
«Letztendlich sind die Eltern dafür zuständig»
Auf Freiheitsentzug als letztes Mittel will Hamburg aber nicht vollständig verzichten. «Die Ordnungsmaßnahme Knast gibt es im Zweifel dann immer noch, aber nur noch für Volljährige oder die Erziehungsberechtigten», sagte sie. «Letztendlich sind die Eltern dafür zuständig, dass die Kinder zur Schule gehen, und sie sind diejenigen, die das nachhalten müssen.»
Laut Schulgesetz ist es eine Ordnungswidrigkeit, der Schulpflicht nicht nachzukommen – seit August allerdings nur noch für Volljährige. Auch Erziehungsberechtigte können mit einem Bußgeld belegt werden, wenn sie nicht dafür sorgen, dass schulpflichtige Kinder regelmäßig am Unterricht teilnehmen. Minderjährige selbst werden für Schulpflichtverletzungen dagegen nicht mehr mit einem Bußgeld belegt. Damit entfällt auch der bisher in der Folge mögliche Jugendarrest. Erwachsenen kann bei Nichtzahlung einer Geldbuße unter bestimmten Voraussetzungen aber Erzwingungshaft drohen.
Die Schulpflicht dauert in Niedersachsen grundsätzlich zwölf Jahre. Sie beginnt in der Regel mit dem Schuljahr, in dem ein Kind sechs Jahre alt ist oder bis Ende September sechs Jahre alt wird. Zudem sind Auszubildende für die Dauer ihres Ausbildungsverhältnisses berufsschulpflichtig.
So häufig war Jugendarrest wegen Schulschwänzens
In Niedersachsen war Jugendarrest für Schulschwänzer nach den verfügbaren Zahlen vergleichsweise häufig. Die Ministerin sagte sogar: «Niedersachsen ist beim Jugendarrest bundesweit der absolute Spitzenreiter.» Im ersten Halbjahr 2025 habe es im Land eine dreistellige Zahl von Fällen gegeben und das nächste Bundesland habe nur knapp 50 gezählt.
«Das ist ein frappierender Unterschied», sagte Hamburg. «Wir haben deshalb sehr intensiv analysiert, wie wir dazu beitragen können, dass erst mal pädagogische Maßnahmen greifen und Eltern in die Pflicht genommen werden.»
Eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland hatte die Zahlen Ende 2025 ergeben. In Niedersachsen kamen demnach im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 355 Jugendliche wegen Schulschwänzens in Arrest. Darin enthalten waren auch Jugendliche aus Bremen. Hessen etwa meldete 48 Fälle bis Oktober 2025. Allerdings lieferten mehrere Länder gar keine Daten.
«Mit der Schüler-ID wird uns kein Kind mehr verloren gehen»
Um die Bildungswege der Schüler und Schülerinnen besser nachvollziehen zu können, führt Niedersachsen überdies eine Schüler-ID ein. Die Schulsoftware Neo wird dafür weiterentwickelt. «Sobald wir damit die Schülerdaten verwalten, bekommt jede Schülerin und jeder Schüler eine Nummer», sagte die Ministerin.
Pseudonymisiert will das Land dann unter anderem Einblicke gewinnen, wo es Übergänge zwischen den Schulen gibt und wo es zu Abbrüchen kommt. «Gleichzeitig können sich Schülerinnen und Schüler nicht mehr von der Schule abmelden, ohne an einer anderen Schule angemeldet zu sein», sagte Hamburg. «Es gibt Eltern, die ziehen viel um, melden ihre Kinder ab und irgendwann melden sie sie nicht mehr an. Dann sind die Kinder weg. Das kann jetzt nicht mehr passieren. Mit der Schüler-ID wird uns kein Kind mehr verloren gehen.»
Zugleich will das Land verhindern, dass Jugendliche nach dem Verlassen der Schule ohne Anschlussperspektive aus dem Blick geraten. «Wenn ein Jugendlicher die Schule abbrechen will, dann haben wir jetzt auch die Möglichkeit, der Agentur für Arbeit die Kontaktdaten zu übergeben», sagte Hamburg. «Auch dieser junge Mensch ginge nicht verloren, sondern würde direkt über die Agentur für Arbeit weiter begleitet.»
AI outlook — possibilities, not facts
Die Anzahl der Fälle von Schulschwänzen wird zunächst stabil bleiben oder leicht steigen, während die Unterstützungsangebote ausgebaut werden.
Possible · Within months
Die Einführung der Schüler-ID wird zu einer besseren Erfassung von Schulwechseln und potenziellen Abbrüchen führen.
Likely · Within months
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt, dass der Rückgang der Kinderzahlen in sächsischen Kindertagesstätten zu einer Kürzung der Vor- und Nachbereitungszeit des Personals führt. Dies erhöhe die Belastung der Erzieherinnen und Erzieher und senke die Betreuungsqualität. Zudem zweifelt die GEW an der umsetzbaren Umsetzung des neuen sächsischen Erziehungs- und Bildungsplans ab 2027 und kritisiert, dass ostdeutsche Belange im Bundes-Kita-Gesetz zu wenig berücksichtigt werden.

Die 30-jährige Alicia von Schenk ist eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands und leitet den Lehrstuhl für „Economics of AI and Human Behavior“ an der Universität Würzburg.
Die Landeshochschulkonferenz Hamburg hat angesichts geplanter Haushaltskürzungen ein klares politisches Bekenntnis zur Wissenschaft und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen vom rot-grünen Senat gefordert, um die Leistungsfähigkeit von Studium, Forschung und Innovation nicht zu gefährden.

Ab Montag gilt an französischen Oberstufen ein Handyverbot. Präsident Macron will damit die Lernumgebung verbessern. Während das Verbot für Grund- und Mittelstufen bereits existierte, stößt die Umsetzung an Gymnasien aufgrund der Ferienzeit auf logistische Hürden.
Nach einer viralen Wutrede einer 18-jährigen Abiturientin über marode Zustände und hohe Durchfallquoten am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow ist die Schulleiterin verschwunden. Der Vorfall löste eine landesweite Debatte über strukturelle Defizite im Bildungssystem aus.

Die Universität Gent hat den US-Forscher Nathan Cofnas suspendiert, nachdem dieser Plagiatsvorwürfe gegen den verstorbenen Cambridge-Professor Jason Arday erhoben hatte. Der Fall löste in Großbritannien eine Debatte über Rassismus und akademische Integrität aus.