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Opferanwalt kritisiert Lockerung der Haftbedingungen nach Suizid des mutmaßlichen Sechsfachmörders
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Die Welt12 hours agoCrime1 min readGermany

Opferanwalt kritisiert Lockerung der Haftbedingungen nach Suizid des mutmaßlichen Sechsfachmörders

Quick Look

  • Opferanwalt Steffen Hörning kritisiert die Lockerung der Haftbedingungen für den mutmaßlichen Sechsfachmörder von Stade, die zu dessen Suizid in der JVA Bremervörde führte.
  • Er fordert eine Aufarbeitung der Versäumnisse und betont die Schwierigkeit für Hinterbliebene, ohne Mordprozess Antworten zu finden, während Ermittlungen gegen die Kindsmutter und Fluchtwagenfahrerin laufen.

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Why It Matters

Der mutmaßliche Täter, der sechs Menschen in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade getötet haben soll, nahm sich in der JVA Bremervörde das Leben, nachdem seine Haftbedingungen gelockert worden waren. Opferanwalt Steffen Hörning kritisiert diese Entscheidung scharf und fordert eine Aufarbeitung.

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Opferanwalt Steffen Hörning geht von einer völlig falschen Einschätzung des Tatverdächtigen von Stade aus, die zum Suizid des Mannes in der JVA Bremervörde geführt habe. „Das muss dringend aufgearbeitet werden, weil ich glaube, dass wir von erheblichen Versäumnissen reden“, sagte Hörning im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Hier haben sich die Anzeichen so gehäuft. Die Leute, die entscheidend dafür waren, sind dem Mann auf den Leim gegangen.“

Die Haftbedingungen für den mutmaßlichen Täter, der sechs Menschen getötet haben soll, waren am Vortag seines Todes gelockert worden. Der 45-Jährige hatte anfangs unter besonderer Beobachtung gestanden, die nach Einschätzung einer Psychologin schrittweise gelockert und schließlich ganz aufgehoben worden war. Am vergangenen Dienstag war er tot in seiner Zelle gefunden worden. Ermittler gehen den Angaben zufolge von Suizid aus, es gebe keine Hinweise auf ein Verbrechen.

Hörning, der zwei hinterbliebene Familien vertritt, betonte die schwierige Bewältigung des Geschehens ohne einen Mordprozess: „Dort möchten sie ihrem Familienmitglied ein Gesicht geben, von ihm erzählen.“ Viele würden auch ein Foto von Opfern mitbringen und vor sich aufstellen. „Die Getöteten sind nur ein Aktenbestandteil, nur Papier und Bilder aus der Rechtsmedizin“, erläuterte der Anwalt.

Hinterbliebene erhofften sich meist Antworten vor Gericht. „Aber die Angeklagten schweigen oft.“ So bleibe die unbeantwortete Frage nach dem Warum eine große Belastung.

Der Mann soll Ende Juni in einer Mutter-Kind-Einrichtung sechs Menschen getötet haben, darunter jeweils drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Hannover und der Einrichtung in Stade. Hintergrund soll ein Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des mutmaßlichen Schützen gewesen sein.

Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen wegen Mordes ein, ein Verfahren gegen Tote ist in Deutschland nicht möglich. Die Beamten ermitteln nach eigenen Angaben aber weiterhin gegen die Kindsmutter und gegen die Fahrerin des Fluchtwagens.

„Die Hinterbliebenen hoffen, dass man am Ende Beweise findet, dass sie in die Tat involviert waren und angeklagt werden“, erklärte Hörning. Dann könnten sie noch die eine oder andere Frage loswerden. Seine Aufgabe sei aber, ihnen nicht allzu viel Hoffnung zu machen. Zumal ein Prozess psychisch belastend sein könne.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Ermittlungen gegen die Kindsmutter und die Fahrerin des Fluchtwagens werden fortgesetzt, möglicherweise mit einer Anklage.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Warum wurden die Haftbedingungen des mutmaßlichen Täters gelockert?
  • Welche Rolle spielten Kindsmutter und Fahrerin des Fluchtwagens bei der Tat?
  • Wie wird die JVA Bremervörde die Vorwürfe aufarbeiten?

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This article was originally published by Die Welt.

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