Papst Leo XIV. setzt Südamerika-Reise fort
Auf seiner Südamerikareise besucht Papst Leo XIV. das von Armut und Kriminalität geprägte Viertel Casavalle in Montevideo und fordert ein Ende der Gleichgültigkeit.
Quick Look
- Papst Leo XIV. besucht das von Armut und Gewalt geprägte Viertel Casavalle in Montevideo.
- Er fordert in einer emotionalen Rede ein Ende der Gleichgültigkeit gegenüber bedürftigen Kindern und reist anschließend weiter nach Argentinien.
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Why It Matters
Papst Leo XIV. besucht im Rahmen seiner Südamerikareise das weitgehend säkularisierte Uruguay und reist danach weiter nach Argentinien.
Die letzten Meter geht er zu Fuß. Das weiße Papamobil hat Papst Leo XIV. gar nicht mitgebracht nach Casavalle. Und setzt so schon ein erstes Zeichen. Er will den Menschen in diesem Viertel am Stadtrand von Montevideo wirklich begegnen.
Denn hier ist die Armut besonders groß, hier gehören Kriminalität und Gewalt zum Alltag. Und Kinder haben in Casavalle, trotz des relativen Wohlstands in Uruguay, einen besonders schweren Start ins Leben. Davon erzählt Katerhine Silva dem Papst und allen anderen am gestrigen Abend. Wie sie als Kind Gewalt und Missbrauch erlebt hat und mit 15 Jahren auf der Straße landete. Und dann blickt sie Leo XIV. in die Augen und sagt:
Plädoyer gegen Gleichgültigkeit
Es ist einer der seltenen Momente, wo ein sonst eher kontrollierter Papst zeigt, wie sehr ihn solche Worte rühren. Ein wenig fühlt man sich da an seinen Vorgänger erinnert. Auch seine Antwort klingt nach Papst Franziskus. Ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Gleichgültigkeit angesichts von Armut und Gewalt. "Wir dürfen nicht wegsehen", mahnt der Pontifex. Ein Kind dieses Landes, das so reich an Ressourcen sei, sollte nicht hungrig schlafen gehen - und auch nicht wegen der Unsicherheit auf den Straßen auf eine ordentliche Ausbildung und eine würdige Zukunft verzichten müssen. "Und schon gar nicht darf es sein, dass es Gewalt erleidet, die im Extremfall zum Tod führen kann."
Weitgehend säkularisierte Gesellschaft
Der Besuch des Papstes in Südamerika ist kein Heimspiel. Die Gleichung Lateinamerika ist gleich katholisch gilt nicht mehr. Und schon lange nicht mehr für Uruguay, wo 30 Prozent der Bevölkerung der katholischen Kirche angehören.
Nach dem Besuch im Armenviertel Casavalle fährt Leo XIV. weiter ins Stadion von Montevideo. Nun im Papamobil mit Vatikan-Standarte auf der glänzend weißen Motorhaube. Es folgt ein Abendgottesdienst mit der katholischen Jugend Uruguays. Wie geht Christ-Sein in einer weitgehend religiös desinteressierten Umgebung? "Selbst unter diesen Umständen gibt es Menschen, die durchhalten: Eltern, die mit ihren Kindern beten. Lehrer, die sich bemühen, den Glauben zu leben und zu bezeugen. Junge Menschen, die Christus entdeckt haben und ihm nachfolgen wollen, auch wenn sie sich allein fühlen", so der Papst.
Nächste Etappe Argentinien
Ganz andere Vorzeichen gelten für die nächste Etappe dieser Reise. Leo XIV. besucht das Nachbarland Argentinien. Die Vorfreude ist hier riesig. Der Montag ist in ganz Argentinien Feiertag. Zu den Messen und Treffen mit dem Papst werden Hunderttausende erwartet.
Staatspräsident Javier Milei soll den Papst heute Abend empfangen, auch er spricht von einem "besonderen Ereignis". Wissend, dass er mit Leo XIV. einen dezidierten Kritiker seiner ultraliberalen und sozialpolitisch rücksichtslosen Politik eingeladen hat. Doch Milei betont:
Das, was der Papst Milei zu sagen hat, hat er vielleicht schon in Montevideo, bei seinem Besuch im Armenviertel Casavalle verraten. "Wir müssen uns entscheiden, ob wir eine neue Stadt aufbauen wollen, in der niemand ausgeschlossen wird", so Leo XIV., "oder ob wir uns bequem um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern".
What to Watch
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Treffen zwischen Papst Leo XIV. und dem argentinischen Staatspräsidenten Javier Milei
Very likely · Within days
Open Questions
- Welche konkreten politischen Folgen hat das Treffen mit Javier Milei in Argentinien?






