
Nach Medienberichten über Munitionsmangel im Irankrieg unterzieht das US-Militär hunderte Mitarbeiter Polygrafentests.
Das Pentagon hat laut Berichten der New York Times und CBS News hunderte Mitarbeiter des Joint Staff und des US Central Command Lügendetektortests unterzogen, um Lecks bezüglich Munitionsengpässen im Kontext des Irankriegs aufzuspüren.
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Der Joint Staff ist ein Planungs- und Beratungsstab der höchsten militärischen Führungsebene mit 1500 bis 2000 Mitarbeitern. Anlass für die Tests waren Medienberichte über Munitionsmangel im Irankrieg.
Dem Bericht zufolge entschied sich die Regierung für den Einsatz von Polygrafen, nachdem spezielle Informationen zum Irankrieg an Journalisten durchgesickert waren. Konkret seien in verschiedenen Medien Artikel dazu erschienen, dass der Krieg zu einem Mangel an bestimmter, für die USA wichtiger Munition geführt habe. Auch die »New York Times« selbst hatte über das Thema berichtet.
Der Joint Staff ist ein Planungs- und Beratungsstab der höchsten militärischen Führungsebene. Für ihn arbeiten laut dem »New York Times«-Artikel rund 1500 bis 2000 Menschen.
Ermittlungen mit Einschüchterungspotenzial
Die Zeitung berichtet von einem »außergewöhnlichen Schritt«, mit »beispiellosem Umfang«. Im Einsatz der Polygrafen sieht sie auch eine Machtdemonstration der Regierung. Diese ziele offenbar nicht nur darauf ab, Personen aufzuspüren, die möglicherweise Informationen weitergegeben hatten, heißt es, »sondern auch darauf, andere einzuschüchtern, die dies in Zukunft tun könnten«.
Der Sprecher Sean Parnell sagte der »New York Times«, das Pentagon äußere sich nicht zu »internen Personal- oder Ermittlungsangelegenheiten«. Offiziell bestätigt sind die Art und der Umfang der Ermittlungen damit nicht. Parnell betonte, das Pentagon nehme jede Weitergabe von geheimen Informationen zur nationalen Sicherheit äußerst ernst. »Der Schutz geheimer Informationen ist entscheidend, um die Sicherheit der Vereinigten Staaten und unserer rund um die Welt stationierten Truppen zu gewährleisten«, fügte er hinzu.
Auch CBS News berichtet
CBS News hat ebenfalls vom Einsatz von Lügendetektoren erfahren, auch der Nachrichtensender beruft sich dabei auf ungenannte Insider. Polygrafen-Tests gehörten oft zum Routinealltag hochrangiger Militär- und Zivilbeamter, merkt CBS News an, doch die große Zahl an Personen, die in diesem Fall zu Tests herangezogen wurde, sei laut Beamten »extrem selten«.
Laut den Informationen von CBS News wurden mehrere Dutzend Personen getestet, darunter Beamte des US Central Command, des Zentralkommandos der Vereinigten Staaten. Die Fragen im Lügendetektortest hätten sich um verschiedene Angelegenheiten der nationalen Sicherheit gedreht. Zwei Quellen zufolge sei aber niemand bei Fragen rund um die Weitergabe von Informationen an Medien durch den Test gefallen.

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