Polizei beendet Suche nach mutmaßlichem Saboteur im Hambacher Forst
Quick Look
- Nach mehreren versuchten Sabotageangriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei die Suche nach einem 48-jährigen Tatverdächtigen im Hambacher Forst beendet.
- Der Mann wird verdächtigt, Bekennerschreiben verschickt zu haben und Anschläge auf Stromversorgungsanlagen in NRW, Brandenburg und Sachsen geplant zu haben.
- Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Gevelsberg wurde Sprengstoff gefunden.
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Why It Matters
Der Hambacher Forst war jahrelang Schauplatz von Protesten gegen Umweltzerstörung und den Kohleabbau. Seit 2012 wurde das Waldgebiet immer wieder von Aktivisten besetzt. 2018 räumte und zerstörte die Polizei zahlreiche Baumhäuser.
Nach mehreren versuchten Sabotageangriffen auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei am Hambacher Forst westlich von Köln mit einem Großaufgebot nach einem Tatverdächtigen gesucht. Es geht um einen 48-Jährigen, der Bekennerschreiben verschickt haben soll.
Nach Informationen des WDR ist der Einsatz mittlerweile aber offiziell beendet. Nachdem ein letztes Erdloch geprüft wurde, seien die Einsatzkräfte abgezogen, sagte Polizeisprecher Christoph Gilles demnach. Es waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort. Die Beamten durchkämmten das dichte Unterholz des Waldes, auch die Baumhäuser standen im Fokus.
Laut einem neuen Fahndungsaufruf könnte der Tatverdächtige auch mit einem Fahrrad auf der Flucht sein. Der Mann wird wegen der Sabotageaktionen seit Tagen gesucht. Am Freitag hatten Beamte in der Wohnung des Tatverdächtigen in Gevelsberg in NRW Sprengstoff gefunden.
Umgebauter Lastwagen gestürmt
Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando in Niederzier am Tagebau Hambach einen zu einem Wohnmobil umgebauten Lastwagen, den der Gesuchte genutzt haben soll. Der Mann wurde aber nicht vorgefunden.
Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen veröffentlicht. "Die Fahndung läuft", sagte ein Sprecher der zuständigen Kölner Polizei am Vormittag. "Es sind Hinweise eingegangen, und denen gehen wir nach."
Bekennerschreiben mit "Täterwissen"
Die versuchten Sabotageakte konzentrieren sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. In Schreiben, die bei mehreren Medienhäusern eingingen und mit dem Namen des 48-Jährigen unterzeichnet waren, hatte sich der Absender zu den Taten bekannt und die Anschläge mit der Kritik an der Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen begründet.
Der Mann übernahm in den Schreiben die Verantwortung für versuchte Anschläge auf das Stromnetz rund um die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg, ebenso bekannte er sich zu Anschlägen auf die Stromversorgung bei Gohr, Bergheim-Rheidt, Dormagen und Weisweiler, allesamt in Nordrhein-Westfalen.
Diese Bekennerschreiben werden als authentisch eingeschätzt und enthalten Täterwissen, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag sagten.
Hambacher Forst Symbol für Kampf gegen Kohleabbau
Der Hambacher Forst war jahrelang Schauplatz von Protesten gegen Umweltzerstörung und den Kohlabbau. Seit 2012 wurde das Waldgebiet immer wieder von Aktivisten besetzt. 2018 räumte und zerstörte die Polizei zahlreiche Baumhäuser.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Polizei wird die Suche nach dem Tatverdächtigen außerhalb des Hambacher Forst fortsetzen, insbesondere in seinem Wohngebiet in Gevelsberg und Umgebung.
Likely · Within days
Es werden weitere Ermittlungen zu den Bekennerschreiben und möglichen Komplizen des Tatverdächtigen eingeleitet.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Wo befindet sich der Tatverdächtige derzeit?
- Welche weiteren Anschläge waren geplant?
- Wie wurde der Tatverdächtige radikalisiert?
- Gibt es Verbindungen zu extremistischen Gruppen?





