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Prien will verpflichtende Sprachtests für Vierjährige vor Sommer
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Handelsblatt6/15/2026Education4 min readGermany

Prien will verpflichtende Sprachtests für Vierjährige vor Sommer

Quick Look

  • Bundesbildungsministerin Karin Prien plant, noch vor dem Sommer einen Gesetzentwurf für verpflichtende Sprachtests für Vierjährige durch das Kabinett zu bringen.
  • Ziel ist die Angleichung von Bildungsstandards und die Förderung von Chancengerechtigkeit, insbesondere angesichts der Zuwanderung und unterschiedlicher sozialer Herkünfte.

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Why It Matters

Bundesbildungsministerin Karin Prien plant die Einführung verpflichtender Sprachtests für Vierjährige, um Standards in der frühen Bildung zu verbessern und Chancengerechtigkeit zu fördern. Der nationale Bildungsbericht 2026 unterstreicht die Bedeutung früher Bildung und die Herausforderungen durch Zuwanderung und soziale Ungleichheit.

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Berlin. Bundesbildungsministerin Karin Prien will noch vor dem Sommer den Gesetzentwurf für verpflichtende Sprachtests für Vierjährige durch das Kabinett bringen. Das kündigte die CDU-Politikerin am Montag bei der Vorstellung des nationalen Bildungsberichts in Berlin an.

Prien sagte, in den vergangenen Jahren sei ein „drastischer Ausbau der Kitas“ geschafft worden. 2025 sei mit mehr als 57.000 Einrichtungen ein Höchststand erreicht worden. Nun muss nach ihrer Aussage Qualität hinzukommen.

„Das werden wir nur schaffen, wenn wir uns auf Standards in der frühen Bildung verständigen“, sagte die Bildungsministerin. Ein besonderer Schwerpunkt muss ihrer Ansicht nach dabei auf dem letzten Kitajahr liegen.

Für Bildung sind die Bundesländer zuständig. Union und SPD hatten sich im Koalitionsvertrag aber auf ein Qualitätsentwicklungsgesetz (QEG) geeinigt. Mit ihm sollen die Länder eine flächendeckende verpflichtende Diagnostik des Sprach- und Entwicklungsstands von Kindern einführen.

Bei Förderbedarf sollen die Länder demnach dann auch „geeignete, verpflichtende Fördermaßnahmen und -konzepte“ bieten. Auf diese Weise soll „Chancengerechtigkeit für alle Kinder in Deutschland“ erreicht werden.

Prien erklärte, dass vor allem bei der frühkindlichen Bildung große Chancen bestünden. Sie sagte: „Die Bildungsschere ist zu, wenn ein Kind auf die Welt kommt. Sie öffnet sich bis zur Einschulung und wird dann nur noch unwesentlich geschlossen.“ Darum müsse es noch mehr als bisher um die Frage gehen, was in den Familien in den ersten Jahren und in der Kita passiere, betonte sie.

Die Bildungsministerin verwies zudem auf große Unterschiede zwischen den Schülern durch Zuwanderung: „Wir haben sehr viel Migration gehabt, vor allem in den vergangenen zehn Jahren.“

Ab 2022 hat es ihrem Bericht zufolge mit dem Zuzug von 250.000 ukrainischen Schülern noch einmal viel Zuwanderung gegeben. Das führe zu Sprachproblemen, sagte Prien.

Deutschland werde weiter „viele Schüler im System haben, deren Muttersprache nicht Deutsch ist“, erklärte sie. Deshalb müsse an der Sprachbildung während des gesamten Bildungsverlaufs intensiv gearbeitet werden.

Das zeigt auch der vorgelegte Bericht „Bildung in Deutschland 2026“. Demnach ist der Anteil der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte auf rund ein Viertel gestiegen. Betrug er 2013 noch 17 Prozent, so waren es 2024 schon 26 Prozent.

In dem Bericht heißt es: „Kinder wachsen je nach sozialer Herkunft mit unterschiedlichen Ressourcen und familialen Lernumwelten auf.“ Bereits im Alter von zwei Jahren zeigten sich bedeutsame Unterschiede im Wortschatz in Abhängigkeit von der Bildung der Mutter. Damit bestünden lange vor Schuleintritt ungleiche Startbedingungen.

Dieser nationale Bildungsbericht bietet alle zwei Jahre eine systematische Bestandsaufnahme des deutschen Bildungssystems auf Basis von Daten der amtlichen Statistik und aus sozialwissenschaftlichen Erhebungen. Er wird von einer wissenschaftlich unabhängigen Autorengruppe im Auftrag von Bund und Ländern erstellt.

Professor Kai Maaz, Sprecher der Autorengruppe und geschäftsführender Direktor des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation, DIPF, sagte: „Wir können nachzeichnen, dass wir von der frühen Bildung bis zur Weiterbildung durchgehende und ausgeprägte soziale Ungleichheiten haben.“ Dies verstärke auch das Problem des Fachkräftemangels.

Im Schulbereich seien rückläufige Kompetenzen zu beobachten. So hätte 2024 knapp ein Viertel der Neuntklässler, die den mittleren Schulabschluss anstrebten, nicht die Mindeststandards in Mathematik erreicht. Zugleich sei der Anteil derjenigen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, auf acht Prozent gestiegen.

Laut dem Bericht ist die Sprach- und Entwicklungsdiagnostik bei Vierjährigen in den Bundesländern derzeit sehr unterschiedlich. Nur acht der 16 Länder setzen einheitliche Sprachtests oder Screenings ein und verpflichten bei Förderbedarf zur Sprachförderung.

Ministerin Prien betonte, mit dem QEG ein „kraftvolles Gesamtpaket“ vorlegen zu wollen. Dabei werde es auch um eine bessere Kooperation zwischen Kita und Grundschule gehen: „Wir brauchen beim Datenschutz die Möglichkeit, die Daten aus der Kita auch ohne Zustimmung der Eltern in den nächsten Bildungsabschnitt zu übertragen.“

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Gesetzentwurf für verpflichtende Sprachtests für Vierjährige wird vor dem Sommer vom Kabinett verabschiedet.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie werden die Länder die flächendeckende Diagnostik umsetzen?
  • Welche konkreten Fördermaßnahmen sind geplant?
  • Wie wird der Datenschutz bei der Datenübertragung geregelt?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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